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Aus für “House of Cards”: Netflix kündigt Ende der Kultserie einen Tag nach den Belästigungsvorwürfen gegen Kevin Spacey an

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"House of Cards": Türöffner für Netflix' Welterfolg

Es ist das Ende einer Ära: Netflix' Kultserie "House of Cards", die maßgeblich zum Durchbruch des Streaming-Dienstes beigetragen hatte, wird nach der nächsten Staffel eingestellt. Das teilte der Streaming-Gigant am Montagabend mit. Tags zuvor hatte sich Hauptdarsteller Kevin Spacey zu Belästigungsvorwürfen eines jüngeren Kollegen geäußert und sich als schwul geoutet. Produzent und Show-Erfinder Beau Willimon hatte die Vorwürfe zuvor "zutiefst verstörend" genannt.

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Das ging schnell: Nicht einmal 24 Stunden, nachdem sich Kevin Spacey zu den Belästigungsvorwürfen des Schauspielkollegen Anthony Rapp („A Beautiful Mind“, „Star Trek: Discovery“) geäußert hatte, zieht Netflix bei seinem größten Aushängeschild den Stecker.

Die Kultserie “House of Cards, die maßgeblich für den Durchbruch des Streaming-Anbieters verantwortlich war, wird nach der nächsten Staffel eingestellt.

Scharfe Kritik an Kevin Spacey in den sozialen Medien

Kevin Spacey hatte gestern erklärt, er könne sich an den Vorfall „ehrlich nicht erinnern“, schulde Rapp aber, “wenn ich mich damals so verhalten habe, wie er es beschreibt, die aufrichtigste Entschuldigung für etwas, das zutiefst unangemessenes betrunkenes Verhalten gewesen wäre.”

Gleichzeitig verknüpfte Spacey die Erklärung mit seinem Coming-out als homosexueller Mann, was in den sozialen Medien scharf kritisiert wurde. Auch gegenüber Netflix äußerten sich House of Cards-Fans kritisch und forderten offen eine Beendigung der Zusammenarbeit mit Spacey oder gar die Absetzung der Kultserie.

Serienerfinder Beau Willimon: Vorwürfe gegen Spacey “zutiefst verstörend”

Der Streaming-Dienst reagierte umgehend. Zunächst bezeichnete der Produzent und Serienerfinder Beau Willimon die Vorwürfe auf Twitter als “zutiefst verstörend”.

Dann folgte das absehbare Ende: Wie Netflix bestätigt, wird “House of Cards” eingestellt. Die sechste Staffel, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll und seit Sommer produziert wird,  wird die letzte der US-Kultserie sein. Nach Brancheninformationen soll das Ende von “House of Cards” angeblich bereits im Sommer beschlossen worden sein.

Tatsächlich war die Kultserie, die seit der ersten Staffel an die Clintons erinnerte, durch den überraschenden Ausgang der US-Wahl im vergangenen Jahr auch erzählerisch unter Druck geraten. Die seit jeher erwartete Machtübergabe von Präsident Underwood an seine Frau Claire wirkt in Zeiten der Trump-Präsidentschaft wie ein Anachronismus.

Update Dienstag 20 Uhr: Inzwischen hat Netflix bekannt gegeben, dass die Produktion der sechsten Staffel von “House of Cards” bis auf Weiteres unterbrochen werde. „Wir brauchen Zeit, um die aktuelle Situation zu analysieren und Bedenken der Crew und der Besetzung gerecht zu werden“, heißt es im Statement.

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