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Facebook testet neuen “Entdecker-Feed” und die Interaktionen von Medien aus sechs Ländern brechen zusammen

Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO
Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO

Seit einigen Tagen gibt es für alle Facebook-Nutzer weltweit ein neues Feature: den "Entdecker-Feed", bzw. "Explore Feed". Er soll Inhalte liefern, die sonst nicht in der eigenen Timeline gelandet wären. In sechs Ländern macht Facebook dabei einen radikalen Test: Inhalte von Medien und anderen Seiten, denen man folgt, landen nur noch im "Entdecker-Feed". Die Folge in den sechs Ländern: Interaktionen für Medien-Posts brechen zusammen.

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Schon am Wochenende sorgte ein Artikel des slowakischen Journalisten Filip Struhárik für Aufsehen. Darin beschreibt er, dass Facebook im Rahmen seines neuen “Explore Feeds” in sechs Ländern einen radikalen Wechsel testet: In der Slowakei, Sri Lanka, Serbien, Bolivien, Guatemala und Kambodscha gibt es demnach nun keine Medien-Posts mehr in den normalen Facebook-Timelines. Sie wanderten komplett in den Explore Feed, es sei denn, die Medien bewerben ihre Posts mit finanziellem Einsatz. Die Folge laut Struhárik: dramatische Einbrüche bei den Social-Media-Interaktionen.

Die offizielle Bestätigung kam am Montag durch Adam Mosseri, Head of News Feed bei Facebook. Er twitterte über den Test in “Slovakia, Sri Lanka, Serbia, Bolivia, Guatemala and Cambodia. It’s not global and there are no plans to be.” Und zur Länge des Tests: “Likely months as it can take that long for people to adapt, but we’ll be looking to improve the experience in the meantime.” Facebook schickte inzwischen ein noch ausführlicheres Statement von Mosseri hinterher:

“With all of the possible stories in each person’s feed, we always work to connect people with the posts they find most meaningful. People have told us they want an easier way to see posts from friends and family, so we are testing two separate feeds, one as a dedicated space with posts from friends and family and another as a dedicated space for posts from Pages. To understand if people like these two different spaces, we will test a few things, such as how people engage with videos and other types of posts. These tests will start in Sri Lanka, Bolivia, Slovakia, Serbia, Guatemala, and Cambodia. We have no current plans to roll this out globally.”

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MEEDIA hat die Datenlage zudem mit eigenen Recherchen erweitert und die Zahlen genauer analysiert. Wir haben die 50 größten Facebook-Seiten slowakischer Medien via Crowdtangle untersucht. Ergebnis: Der von Struhárik beobachtete Effekt setzte sich auch am Wochenende und am Montag fort. Erzielten die 50 Facebook-Pages am Montag vor einer Woche noch 116.300 Likes, Shares, Reactions und Kommentare mit ihren Posts, waren es eine Woche später noch ganze 40.900. Ein Minus von 65%. Einzelne Seiten verloren gar bis zu 90% (!) ihrer Interaktionen, z.B. auch das populäre Radio Expres.

Auch wenn Adam Mosseri twittert, dass der Test nicht weltweit laufen soll, dürften die Zahlen bei Medienunternehmen aus aller Welt die Alarmglocken schrillen lassen. Denn die Zahlen zeigen, wie abhängig Facebook-Seiten vom Wohlwollen des sozialen Netzwerks sind. Sobald Facebook etwas an seiner Methodik ändert, brechen die Zahlen ein. Da Facebook zu den größten Traffic-Bringern auch und vor allem journalistischer Websites gehört, können solche Änderungen sogar Existenz bedrohend sein. Insbesondere für kleinere Medien-Unternehmen, die es sich nicht leisten können, ihre Posts flächendeckend mit Geld-Einsatz als Werbung wieder zurück aus dem Explore Feed in den normalen News-Stream der Nutzer zu bringen.

Allzu große Panik sollten die Medienunternehmen allerdings auch nicht bekommen, denn Facebook ist auch davon abhängig, möglichst spannende Inhalte in seinem Netzwerk zu haben. Wenn diese verschwinden, verschwinden womöglich auch die Nutzer. Auch in Zukunft dürfte das Unternehmen daher sicher darauf achten, Medien-Inhalte abzubilden. In diese Richtung dürfte auch Adam Mosseris Halbsatz gehen: “but we’ll be looking to improve the experience in the meantime.

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