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Raus aus der Filterblase, Chance für Medien: Facebook startet in Deutschland den neuen Entdecker-Feed

“Willkommen beim Entdecker-Feed”: Der  Facebook-Test ist schon wieder Geschichte
"Willkommen beim Entdecker-Feed": Der Facebook-Test ist schon wieder Geschichte

Sind Sie auch gelangweilt vom eigenen Newsfeed und den Inhalten, die ihre Freunde und abonnierten Seiten tagtäglich bei Facebook posten? Wenn ja, dann hat der blaue Riese jetzt was für Sie: den neuen Entdecker-Feed. Dort werden Postings präsentiert, die den jeweiligen Nutzer interessieren könnten, allerdings von Menschen und Medien stammen, denen man nicht folgt. Das soll helfen, die eigene Filterblase zu verlassen. Medien könnten damit neue Leser gewinnen.

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Natürlich führt Facebook den Entdecker-Feed nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit ein. Eines der wichtigsten Ziele ist es, die Verweildauer der Mitglieder zu erhöhen, indem man ihnen Inhalte vorschlägt, die diese von alleine nicht gesehen hätten. So sollen die Nutzer weiter an das US-Netzwerk gebunden und die Produktzufriedenheit gesteigert werden. Gelingt dies, kann Facebook logischerweise noch mehr und besser Werbung verkaufen.

Ausgewählte App-Nutzer kennen das Angebot unter dem Raketensymbol schon länger. Jetzt kann jeder auf den Entdecker-Feed zugreifen. Er befindet sich in der linken Navigationsleiste. Beim ersten Klick auf das neue Angebot entpuppte es sich erst einmal als Enttäuschung: billiger Viral-Content und ein paar – durchaus – ältere Postings.

Der Entdecker-Feed kommt zu einer Zeit, in der Facebook vor allem in den USA massiv in der Kritik steht. In Washington ist das Netzwerk nicht gut gelitten. Die Demokraten sind davon überzeugt, dass Hillary Clinton vor allem wegen Facebook die Wahl verlor und die Republikaner stehen den überwiegend liberal-demokratische Einstellungen der meisten Silicon-Valley-Companys seit jeher kritisch gegenüber.

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Facebook sieht sich mit einer komplexen Debatte konfrontiert, die sich unter anderem aus dem Umstand speist, dass die Menschen zu wenig ihre eigene Filterblase verlassen, nur Medien und Meinungen konsumieren, die ihnen auch gemein ist, dass das Netzwerk zu wenig gegen Hass und Hetze unternimmt und ein weitgehend unkontrolliertes Schalten von Werbeanzeigen erlaubt. Dadurch können fast unbemerkt bestimmte politische Gruppen diskreditiert werden, wie es im US-Wahlkampf im großen Maße geschah.

Zumindest gegen die ersten beiden Probleme der Filterblase könnte der Entdecker-Feed Abhilfe schaffen, wenn es der Nutzer denn will. Er muss schließlich die Funktion aktiv immer wieder neu anklicken.

Für die Medienhäuser bietet der Entdecker-Feed eine ungewöhnliche Chance. Sie können jetzt mit ihren Inhalten Nutzer bzw. Leser finden, die bislang noch gar nicht wussten, dass sie sich für deren Inhalte interessieren könnten.

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