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Klage gegen Verlag und Autor: Spiegel setzt Änderungen im Middelhoff-Buch “A115: Der Sturz” durch

Ex-Manager und Buch-Autor Thomas Middelhoff
Ex-Manager und Buch-Autor Thomas Middelhoff

Schlappe für den Ex-Medienmanager Thomas Middelhoff: Der Hamburger Spiegel-Verlag hat gegen seine bei LangenMüller veröffentlichte Autobiographie „A115 Der Sturz“ eine Unterlassungsverfügung eingefordert. Der Verlag bestätigte dies gegenüber MEEDIA, betonte aber, dass noch keine gerichtliche Entscheidung in der Sache bekannt sei. Dennoch sollen einige Passagen in Auflage zwei überarbeitet werden.

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Thomas Middelhoff ist gerichtliche Auseinandersetzungen um seine schillernde Karriere als Immobilienmanager gewohnt. Jetzt hat er erneut juristischen Ärger um seine jüngst beim Buchverlag LangenMüller erschienene Biographie „A115: Der Sturz“. Dem Spiegel-Verlag stößt hier die Darstellung des einstigen Goldjungen der Medienbranche über die journalistische Arbeit des Printhauses sauer auf. In zwei Artikeln, die zur Buchveröffentlichung im gedruckten Magazin sowie auf Spiegel Online erschienen, wiesen die mit dem Fall bereits vor Jahren befassten Redakteure auf eine ganze Reihe von Sachfehlern hin. Energisch bestritten sie auch auch die Darstellung von Middelhoff, seine Rechtfertigungen seien in der Berichterstattung nicht berücksichtigt worden. Das Autoren-Trio war für die Middelhoff-Recherche seinerzeit mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet worden.

Das Unternehmen an der Ericusspitze hat sich daher gegen die Behauptungen von Middelhoff juristisch zur Wehr gesetzt – mit Erfolg. LangenMüller hat bereits angekündigt, Teile der vom ehemaligen Arcandor-Chef verfassten Biographie in den nächsten Auflage abzuändern, die den Spiegel behandeln. „Es ist richtig, dass der Spiegel beim LangenMüller Verlag eine Unterlassungsverpflichtung in Bezug auf Thomas Middelhoffs Buch “A115 Der Sturz” eingefordert hat, und zwar hinsichtlich Passagen, die ausschließlich den Spiegel betreffen”, erklärt eine Verlagssprecherin von LangenMüller auf MEEDIA-Anfrage.

Ein gerichtlicher Beschluss liege dem Unternehmen bis heute nicht vor, heißt es. Dennoch reagiert LangenMüller umgehend: “Bereits in der nächsten Auflage, die in Kürze erscheinen wird, werden wir jedoch die Hinweise des Spiegel berücksichtigen”, so die Verlagssprecherin. Welche Passagen der Spiegel Middelhoff konkret ankreidet, will der Buchverlag nicht nennen. Unklar ist auch die Form einer möglichen Korrektur. Auch der Spiegel-Verlag hält sich in dem Fall bedeckt: „Wir haben Ansprüche geltend gemacht, werden aber zu Details wegen des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen“, betont eine Spiegel-Sprecherin.

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Die Spiegel-Autoren Latsch, Dahlkamp und Schmitt hatten bereits in einem Beitrag auf der Webplattform mit der Überschrift „Middelhoffs Guantanamo“ ihren Unmut über Middelhoffs Auslassungen geäußert. In ihrem Artikel bezeichneten die Journalisten das Buch als „peinliche Rechtfertigungsschrift eines rechtskräftig verurteilten Absteigers, die vor Fehlern nur so strotzt.“ Die Fehler, die sie monieren, sind vielschichtig: So habe der ehemalige Handelsexperte beispielsweise das Ressort Deutschland 1 mit Deutschland 2 verwechselt, zuden sei bei einem Interview zwischen Spiegel-Journalisten und dem Vermögensverwalter Josef Esch kein Wein serviert worden, sondern Mineralwasser.

Doch auch Middelhoff teilt aus, jedenfalls bei einer anderen Veröffentlichung. Der Manager versucht derzeit vor dem Landgericht Hamburg, eine Unterlassung gegen den Campus Verlag durchzusetzen. Der Stein des Anstoßes: der frühere Bertelsmann-Chef stört sich an einer Kampagne, mit der der Campus-Verlag das Buch des Handelsblatt-Autoren Massimo Bognanni über „Big T“ bewirbt. Der Handelsblatt-Journalist hatte fast zeitgleich zum Buch “A 115 Der Sturz” eine von ihm recherchierte Biografie über den gerichtlich verurteilten Steuerhinterzieher auf den Markt gebracht. Middelhoffs Anwälte argumentieren nun, das Konkurrenz-Buch erwecke den Anschein, dass es sich um eine autorisierte Biografie handele.

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