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Werberat registriert überzogene Beschwerdewelle wegen angeblichem Sexismus bei Online-Werbung

“Nicht jede Abbildung einer Frau im traditionellen Rollenbild oder in erotischer Pose ist automatisch sexistisch”, sagt Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats
"Nicht jede Abbildung einer Frau im traditionellen Rollenbild oder in erotischer Pose ist automatisch sexistisch", sagt Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats

2017 nimmt die Kritik an Online-Werbeanzeigen durch Internet-User deutlich zu. Das zeigt die erste Halbjahresbilanz des Deutschen Werberates (DWR). Dem Bericht zufolge ist die Anzahl der Beschwerden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark angestiegen. Der DWR hält viele der Beschwerden jedoch für überzogen. Lediglich ein Bruchteil der beanstandeten Werbung verstößt nach der Prüfung gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats.

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Besonders Beschwerden gegen geschlechterdiskriminierende Werbung haben dem Bericht zufolge im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen. Dabei wurde deutlich häufiger die Herabwürdigung von Frauen bemängelt. Sie machte im Berichtszeitraum mit 150 Fällen rund 60 Prozent der von Kritik betroffenen Werbung aus. Der Deutsche Werberat hält aber eine Vielzahl dieser Fälle für “überzogen”. „Es hat den Eindruck als würde die Internetwerbung gegenwärtig organisiert unter Beobachtung gestellt, um ein Beschwerdeverfahren beim Werberat einleiten zu können. Dies betrifft insbesondere die Rubrik geschlechter-diskriminierende Werbung“, so Julia Busse, Sprecherin des Werberats in Berlin.

Des weiteren wurden Beschwerden gegen Werbeanzeigen eingereicht, die aus Nutzersicht die ethischen Mindestanforderungen nicht erfüllten (24 Fälle), Personengruppen diskriminierten (22 Fälle) und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigten (10 Fälle).

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Der Deutsche Werberat prüft alle Inhalte, gegen die Beschwerde eingelegt wird, auf der Basis hausintern formulierter Kommunikations- und Verhaltensregeln. Im ersten Halbjahr 2017 hat der DWR sich in 66 von 214 Fällen der Kritik der Internet-User angeschlossen. Lediglich gegen fünf der beanstandeten Werbemaßnahmen musste das Gremium eine öffentliche Rüge aussprechen, da die verantwortlichen Unternehmen ihre Werbeinhalte nicht abgeändert oder eingestellt haben.

 

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