"Pfotze", "Opfer" "Hurensohn": Nico Kaiser wird bei Instagram mit wüsten Beschimpfungen überzogen – wegen seines Namens

"Can i have your instagram name?": Diese Frage wird Nico Kaiser oft gestellt. Sagt er nein, wird er beleidigt

In den sozialen Netzwerken geht es häufig einfach nur um Aufmerksamkeit. Für Nutzer, die sich als Influencer durchsetzen wollen, sind kurze und leicht einzuprägende Namen deshalb von großem Vorteil. Nico Kaiser, 36 Jahre alt und Hobbyfotograf, hat beides. Er heißt einfach @Nico. Und dafür, dass er diesen Namen mag und nicht abgeben will, wird er mit fiesen Hassnachrichten überzogen. Kuriose Anfragen sammelt er in einem Blog.

Nico Kaiser ist bei Instagram ziemlich simpel unterwegs. Einmal täglich, manchmal auch nur alle paar Tage, lädt er ein Bild hoch. Oft sind es einfach Porträtaufnahmen oder Architektur-Fotos. Trotzdem zieht der 36-Jährige enormen Hass auf sich – einzig und allein, weil er seinen Nutzernamen weder verschenken noch verkaufen will. Dieser ist nämlich ebenfalls simpel und darum deshalb so begehrt: @nico.

Nico hat bereits zahlreiche Nachrichten von anderen Nutzern bekommen, die seinen Accountnamen gerne haben möchten. Vor allem für Nutzer, die eine Karriere als Influencer machen wollen, hätte der Name durchaus Vorteile. Doch Nico Kaiser war zuerst da.

Die Reaktionen auf seine Antworten sind bemerkenswert – teilweise bemerkenswert asozial. In einem Tumblr-Blog stellt Kaiser regelmäßig Auszüge aus den Konversationen online und zeigt, wie hoch emotional die meist jungen Nutzer reagieren. Wenn er dabei gefragt wird, was er als 40-Jähriger überhaupt bei Instagram wolle, ist das noch eine der netteren Nachrichten, die Kaiser erhält. Oft wird er einfach nur als „Hurensohn“, „Opfer“ oder „Bastard“ beleidigt. Erschreckend ist zudem, dass die Kids nicht einmal die Beleidigungen richtig schreiben.

Die Gründe, weshalb die Nutzer so aggressiv reagieren, sind nicht ganz klar. Kaiser vermutet, dass wüste Beschimpfungen generell zur Gesprächskultur in sozialen Netzwerken gehören. „Es ist ja anonymer und ich kann mir vorstellen, dass vor allem jüngere Menschen, die losschreiben, ohne groß zu überlegen, schneller beleidigt sind“, sagte er zu jetzt.de.

Seinen Namen will der Software-Entwickler trotz des Spams zahlreicher anderer Nutzer behalten. In seiner Profilbeschreibung hat er zudem längst stehen, dass er seinen Namen nicht abgeben will. Vor weiteren verrückten Nachrichten bewahrt ihn das aber nicht.