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Merkel, Özdemir, Petry & Co auf dem Prüfstand: Neues Faktencheck-Portal Stimmtdas.org kontrolliert Politikeraussagen

Aussagen von den Politikern Frauke Petry, Angela Merkel und Dem Özdemir werden auf Stimmtdas.org überprüft

„Wahrheit ist keine Frage der Perspektive“, titeln die Initiatoren des Faktencheck-Portals Stimmtdas.org auf der Startseite ihrer Plattform. Journalisten, Wissenschaftler und Kreative haben sich zusammengefunden, um die Aussagen von Politikern zu überprüfen. Das Team recherchiert dafür Zahlen, Daten und Statistiken im Netz und spricht außerdem mit Experten.

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Die Webseite ist eingeteilt in die Kategorien „Stimmt“, „Stimmt überwiegend“, „Stimmt eher nicht“, Stimmt nicht“ und „Scharlatanerie“. Bislang wurden bereits Aussagen von Angela Merkel, Katrin Göring-Eckardt, Alice Weidel, Frauke Petry und Cem Özdemir der Prüfung unterzogen.

Als Scharlatanerie wurde bis jetzt noch keine Aussage entlarvt; allerdings stuften die Initiatoren sowohl die Aussage der Bundeskanzlerin, die Bundesregierung habe die Ausgaben für Forschung und Entwicklung verdoppelt und den Etat um 135 Prozent gesteigert, als auch die These der AfD-Spitzenkadindatin Alice Weidel – „Die öffentliche Debatte wurde mit der Ehe für alle überlagert, während die Politik unter anderem völlig unbemerkt das Bankgeheimnis aufhob“ – als „Stimmt eher nicht“ ein. Weidels Behauptung, mehr als 80 Prozent der Flüchtlinge seien „junge, kräftig gebaute und alleinstehende Männer“ wurde derweil als Falschaussage entlarvt. Aussagen von Cem Özdemir („CO2-Emissionen sind 2016 genauso hoch wie 2009“) und Katrin Göring-Eckardt („Deutschland verbrennt mehr Braunkohle als China und Russland“) wurden verifiziert, jedoch als „irreführend“ eingestuft. Frauke Petrys Aussage „Seit Jahresbeginn reisten mehr Migranten nach Deutschland, als an den Außengrenzen Italiens oder Griechenlands zusammen anlandeten“ stimme zwar, sei jedoch ebenfalls „irreführend.“

„Politischer Diskurs kann nur gelingen, wenn die Fakten stimmen“, erklären die Macher der Seite. Die Debatte um „Fake News“ und „Post-Faktizismus“ zeige, dass die Bürgerinnen und Bürger Wahrhaftigkeit wollen. „Wir wollen da, wo es nötig ist, Falschbehauptungen entlarven und da, wo wir können, (neues) Vertrauen schaffen.“ Zunächst gibt das Faktencheck-Team jedem Sprecher der jeweiligen Politiker die Chance, zu der Aussage Stellung zu nehmen und die Quellen zu nennen. Zusätzlich recherchieren sie im Netz, in wissenschaftlichen und historischen Quellen und mit Experteninterviews, ob die Behauptung zutrifft und in welchem Maße.

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