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Homophober FAZ-Artikel: David Berger weist Autorenschaft von sich und attackiert Jakob Augstein

David Berger

Der Theologe und Publizist David Berger hat gegenüber der Zeit erklärt, dass er nicht hinter dem Pseudonym Johannes Gabriel steckt. Unter diesem Alias-Namen war in der FAZ ein höchst umstrittener Gast-Beitrag veröffentlicht worden, der sich gegen die Ehe für alle aussprach und von vielen als radikal homophob kritisiert wurde. Im Netz und in Artikeln wurde gemutmaßt, dass Berger hinter dem Pseudonym stecken könnte.

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Gegenüber der Wochenzeitung Die Zeit sagte Berger nun:Ich bin nicht der Autor des Artikels.  Ich hätte ihn weder sprachlich noch inhaltlich so geschrieben.“ Der Artikel „Wir verraten alles, was wir sind“ erschien am 30. Juni 2017 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Rubrik „Fremde Federn“, die Gastautoren vorbehalten ist. Als Autor zeichnete ein gewisser Johannes Gabriel, der laut FAZ Philosoph und Psychologe sei und Nichtregierungsorganisationen berate. Auf Nachfrage von MEEDIA erklärte der zuständige FAZ-Redakteur Reinhard Müller, dass es sich bei „Johannes Gabriel“ um ein Pseudonym handle.

Müller gegenüber MEEDIA: „Der Autor verweist im Text darauf, ‚wie schwierig das sachliche Argumentieren dieser Angelegenheit in der Gay-Community ist – wer etwas anderes meint, wird gleich als ‚Verräter‘ gebrandmarkt‘. Diese Befürchtung scheint, wie einige Reaktionen zeigen, nicht unberechtigt gewesen zu sein.“ Der Text rief eine Welle an Kritik hervor und wurde als homophob bezeichnet, obwohl der Autor selbst klar zu erkennen gibt, dass er selbst homosexuell ist. Einer der Haupt-Kritikpunkte ist, dass „Johannes Gabriel“ im Text einen Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und homosexuellen Elternpaaren suggeriert.

David Berger veröffentlichte den Text von „Johannes Gabriel“ gleichlautend auf seinem Blog „Philosophia Perennis“. Im Netz machten schnell Spekulationen die Runde, Berger könnte hinter dem Pseudonym „Johannes Gabriel“ stecken. Berger selbst fachte solche Spekulationen durch zweideutige Tweets noch an.

Eine Anfrage von MEEDIA, ob er die Person hinter „Johannes Gabriel“ ist, ließ Berger unbeantwortet.

In der Zeit kritisiert Berger nun seinerseits Kommentatoren, die ihn als „homophoben Schrankschwulen“ und als „Rechtsradikalen“ bezeichneten: „Statt also über die Homo-Ehe zu debattieren, ergötzte man sich an einem künstlich geschaffenen Skandal.“ Berger beklagt insbesondere, dass sich auch Jakob Augstein auf Spiegel Online an der Skandalisierung beteiligt habe. Augstein schrieb in seiner SpOn-Kolumne „Im Zweifel links“ u.a.:

Die Identität des Autors ist unklar. Spekuliert wird über den homosexuellen Theologen David Berger. Im Netz twittert und postet er wie das schwule Maschinengewehr Gottes. Auf seiner Seite begehen Migranten andauernd Sexualverbrechen, Islamisten werfen Homosexuelle von Dächern, Beatrix von Storch fordert die katholische Kirche auf, sich von der CDU zu distanzieren, und Erika Steinbach ist eine honorige Politikerin, mit der man sich gerne fotografieren lässt.

(…)

Im Netz steht, dass Berger die kirchliche Lehrerlaubnis für katholischen Religionsunterricht entzogen worden sei, er habe der Kirche daraufhin den Rücken gekehrt. Zu so einem Mann würde der „FAZ“-Artikel passen, den eine eigentümliche Schwankung zwischen schwuler Selbstverachtung und Selbstüberhöhung auszeichnet.

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