Startseite voller Beweise zum Klimawandel: die außergewöhnliche Anti-Trump-Aktion der US-Wetterseite Weather.com

Auf diesen publizistischen Kniff setzten meistens Tageszeitungen: Mit Hilfe von kreativen Titelseiten kommentieren die Redaktionen das politische Geschehen. Jetzt bedient sich die US-Wetterseite Weather.com auch dieser Methode. Zeitgleich mit der Trump-Verkündung des Ausstieges aus dem Pariser Klimavertrages, platzierte die Redaktion auf der Startseite nur Stories, die den Klimawandel und seine Folgen thematisieren.

Neben der aktuellen Wettervorhersage („teilweise wolkig“) machte die Wetterseite am gestrigen Donnerstag um 21.00 Uhr mit der Rede des US-Präsidenten zur Kündigung des Pariser Klimaabkommen auf. So weit so nachrichtlich korrekt. Interessant waren jedoch die anderen Stories, die Chefredakteur Sean Breslin und sein Team publizierten.

Bei allen Artikeln, ging es um den Klimawandel, den Trump und Teile seiner Wählerschaft leugnen. So lautet die erste Headline „Still Don’t Care? Proof You Should“, die nächste „…and More Proof“ und eine dritte Zeile: „and Even More Proof“.

Via Twitter sah sich Breslin jedoch schnell dem Vorwurf ausgesetzt, den Präsidenten zu „trollen“. Also mehr Aktivist als Journalist zu sein. Dem widersprach er allerdings. So würde man nur wissenschaftliche Fakten präsentieren und wolle so helfen, „die Menschen zu bilden“.

Weiter beharrte er auf seinem Standpunkt, dass das Verhalten seiner Redaktion kein „politischer Kommentar“ sei: „We cover the science, not the politics“.

Die Aktion seiner Redaktion sorgte jedenfalls für viel Aufmerksamkeit in den Medien und im Social-Web.