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Liebe Spiegel-Daily-Macher, sagen Sie jetzt nichts: Wie empfanden Sie die ersten Kritiken? “?”

Spiegel Daily-Macher auf dem Absprung: Timo Lokoschat verlässt den Verlag schon wieder
Spiegel Daily-Macher auf dem Absprung: Timo Lokoschat verlässt den Verlag schon wieder

Seit gut einer Woche ist Spiegel Daily online. Werktags um Punkt 17.00 Uhr wollen die Hamburger einmal kurz „die Welt anhalten“. „In Zeiten laufender Eilmeldungen, Updates und Liveticker gibt es tatsächlich Menschen, die das Bedürfnis nach einem abgeschlossenen Produkt haben“, sagt Macher Timo Lokoschat. Im MEEDIA Interview zieht er eine erste Bilanz, spricht über die enge Zusammenarbeit von Print und Online und die technischen Herausforderungen: „Wir glauben an das Konzept Tageszeitung“.

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Nach genau einer Woche: Wie fällt die erste Bilanz von Spiegel-Daily aus?
Positiv. Daily hat eine sehr hohe Aufmerksamkeit erzielt und uns erreichen viele begeisterte Leser-Reaktionen. Konstruktive Kritik nehmen wir gerne an – das Schöne am Tageszeitungsmachen ist ja, dass man jeden Tag versuchen kann, es ein bisschen besser zu machen.

Gab es Unerwartetes? Was hat Sie in den ersten Tagen am meisten überrascht?
Keine Überraschung, sondern eher eine Bestätigung ist das Engagement des ganzen Hauses bei Daily: Kollegen von Print, Online und TV arbeiten gemeinsam an einem Produkt, liefern Analysen, drehen Videos, schreiben Kommentare. Das funktioniert sogar noch besser als erwartet.

Wie sieht der Redaktionsalltag bei Spiegel-Daily aus? Redaktionsschluss ist um Punkt 17.00 Uhr. Hört sich irgendwie ein wenig nach der guten alten Tageszeitung an?
Ja, wir glauben an das Konzept Tageszeitung – nur sie hat die Kraft, einmal am Tag die Welt anzuhalten. Das klingt pathetisch, ist aber unsere feste Überzeugung. In Zeiten laufender Eilmeldungen, Updates und Liveticker gibt es tatsächlich Menschen, die das Bedürfnis nach einem abgeschlossenen Produkt haben. Beim Spiegel ist dafür zwischen einer minutenaktuellen Website und einem Wochenmagazin ausreichend Platz.

Im Internet kann man ja alles so schön messen. Deshalb verraten Sie doch mal: Wie viele Leser haben die ersten Ausgaben gefunden und was sind die beliebtesten Rubriken/Themen?
Wir liegen im Plan, wollen aber noch keine konkreten Zahlen nennen. Neben den Erklärstücken sind es vor allem die Kommentare, die stark nachgefragt werden. Harald Schmidt und Jörg Kachelmann haben eine große und treue Fangemeinde. Und das Emoji-Interview, das wir unter anderem mit Grünen-Chef Cem Özdemir geführt haben, funktioniert sehr gut in den Sozialen Netzwerken.

Was zeigen die ersten Erfahrungen: Wie und von wem wird Spiegel Daily genutzt? Entspricht dies den eigentlichen Überlegungen, die sie vor dem Start angestellt hatten?
Noch ist es zu früh für stabile Erkenntnisse über die Nutzer-Demografie. Nach wie vor richten wir uns an jene Menschen, die keine Zeit oder keine Lust haben, mehrmals täglich die klassischen Nachrichtenseiten anzusteuern, um sich auf dem Laufenden zu halten und stattdessen ein Mal täglich kompakt informiert werden wollen. Dass Daily in den ersten Tagen vor allem auf dem Smartphone genutzt wird, freut uns. Dafür ist es optimiert.

Bislang heißt es immer wieder, dass sie mit Spiegel Daily die Nutzer erreichen wollen, die nicht ständig im Internet auf der Jagd nach Nachrichten sind und auch keine Zeitungen mehr kaufen. Wie erreicht man diesen Typus überhaupt, um ihm zu sagen, dass es jetzt dieses genau auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot gibt?
Mit Spiegel Online haben wir ein großes Schaufenster, durch die Seite sind bereits in den ersten Tagen mehrere hunderttausend Nutzer mit Daily in Berührung gekommen. Viele davon sind hochzufriedene SPON-Nutzer – für die ist Daily nichts. Auch Journalisten und Digitalberater zählen übrigens nicht zur Zielgruppe. Für die anderen gibt es jetzt ein Angebot, das vielleicht noch besser zu ihren Informationsbedürfnissen passt. Was uns besonders freut: Viele Digital-Abonnenten des Spiegel, die Daily gratis bekommen, nutzen unser Produkt. Das bringt zwar direkt kein Geld, ist aber ein schöner Bonus für besonders treue Leser.

Wie viele zahlende Leser braucht Spiegel Daily, damit es sich rechnet?
Wie viele User braucht MEEDIA? Spaß beiseite: Das ist natürlich Betriebsgeheimnis.

Zusätzlich zu den Abo-Gebühren ist das Angebot auch werbevermarktet. Wie läuft die Vermarktung, gibt es nach Audi schon einen Folge-Kunden?
Interessenten gibt es viele, Spiegel Media führt Gespräche. Das ist als Redaktion aber nicht unsere Baustelle. Hier trennen wir sauber.

Zudem kündigte Spiegel Online gerade an, AdBlocker-Nutzer künftig – ähnlich wie die Bild – aussperren zu wollen. Gilt das dann auch Spiegel Daily?
Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Warum haben sie sich dazu entschieden das Angebot als Web-App umzusetzen und nicht als App über die App-Stores von Google und Apple?
Spricht man mit technikaffinen Menschen über dieses Thema, erhält man oft sehr unterschiedliche Antworten. Entweder: Richtige Entscheidung! Oder: Ihr müsst unbedingt eine App sein! Neulich gab es auf MEEDIA eine schöne Zusammenfassung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Variante. Kurz: Als mobil optimierte Website sind wir flexibler in der Entwicklung und Weiterentwicklung des Produkts. Trotzdem schließen wir nicht aus, beizeiten eine App nachzuschieben. Zurzeit sammeln wir Rückmeldungen der Nutzer.

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Was soll Daily inhaltlich sein: Eine bunte Wundertüte oder ein hintergründiges Nachrichtenmedium?
Beides ein bisschen. Daily ist eine tägliche Gratwanderung: Einerseits wollen wir das wirklich Wichtige erklären, andererseits soll das Angebot auch überraschend sein und obendrein unterhaltsame Stoffe bieten, die natürlich streng genommen unterhalb der Relevanzgrenze liegen.

Warum verzichten Sie komplett auf Sport-Berichterstattung?
Worauf wir verzichtet haben, ist die klassische Ressort-Unterteilung. Nicht jeden Tag muss man zwingend etwas aus der Wirtschaft erfahren. Ähnlich verhält es sich mit dem Sport. Zum letzten Spieltag der Bundesliga gab es natürlich ein großes Fußball-Stück – hier wollen wir das Angebot aber noch etwas ausbauen.

Eine wirklich nette Idee ist das Emoji-Interview. Also antworten Sie doch bitte auch auf die letzten Fragen nur mit Emojis?
?

Wie empfanden Sie persönlich die ersten Kritiken?
?

Was wollten Sie schon immer mal allen Kritikern und der Konkurrenz sagen?
❤

Was macht die Redaktion jeden Werktag um Punkt 17.00 Uhr?

Das Interview wurde via E-Mail geführt

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Alle Kommentare

  1. Ja ja, der “Glaube”… wird auch hier wieder mal keinen einzigen Maulwurfshügel versetzen!

    Danke übrigens für die angekündigte Adblocker-“Aussperrung”. Endlich ein äußerer Anlass, den bereits sehr lange ungenutzten Bookmark zu löschen. -> Klick!

  2. Dass die Nutzerzahlen am Anfang (angeblich) hoch sind, ist zwar positiv, aber nur ein erster kleiner Schritt. Am Anfang kostet Spiegel Daily ja auch nichts. Spannend wird es, wie viele der Nutzer dabeibleiben, wenn der Probemonat abgelaufen ist und es an den Geldbeutel geht. Und wie vielen Spiegel-Lesern Daily völlig reicht und sie umsteigen.

  3. >Nach genau einer Woche: Wie fällt die erste Bilanz von Spiegel-Daily aus?

    >Positiv. Daily hat eine sehr hohe Aufmerksamkeit erzielt und uns erreichen viele begeisterte Leser-Reaktionen.

    Man kann sich bildlich vorstellen wie Herr Lokoschat nach dem tippen dieses Satzes erstmal vor seinem MacBook zusammenbricht und einen Heulkrampf bekommt.

    BTW: Interview hat Grundproblem beim Spiegel aufgedeckt,
    “Liebe für die Konkurrenz” gab es früher beim Spiegel garantiert nicht – und die gibt es auch in keinem anderen Unternehmen was läuft!

  4. Spiegel Daily hinterlässt mich zwiegespalten. Ich finde die Inhalte journalistisch sehr gut und das Konzept stimmig (bin kein Heavy-News-User, muss aber informiert sein), technisch überzeugt mich das Produkt leider nicht. Habe lange gebraucht, um überhaupt reinzukommen. Ich schaue es mir noch eine Weile an und entscheide dann, ob ich dafür zahle. Da es ziemlich günstig ist, wird das wahrscheinlich der Fall sein, wenn die journ. Qualität bleibt wie bislang. Technisch muss es sich verbessern.

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