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Jahresbilanz: Der Spiegel meldet nach Kostenkur wieder ordentliche Gewinne und setzt auf Wachstum

Spiegel-Verlagschef Thomas Hass – Foto: Spiegel-Gruppe

Die Spiegel-Gruppe hat sich gesundgeschrumpft. Das Verlagshaus hat nach einem Gewinneinbruch in 2015 im vergangenen Geschäftsjahr wieder mehr verdient. Verantwortlich hierfür sind Stellenabbau und Umstrukturierungen. Neue Printprodukte sollen der Gruppe weiteres Wachstum bescheren. Beim geplanten Wachstumsziel (um 20 Millionen Euro Umsatzplus bis 2019) stünde das Spiegel-Haus noch ganz am Anfang.

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Der Termin stand für die Spiegel-Gesellschafter schon lange fest. Turnusmäßig haben sich die Mitarbeiter-KG, das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr sowie die Augstein-Erben am Dienstag getroffen, um die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr abzusegnen. Und die kann sich sehen lassen. Nach einem drastischen Gewinnrückgang in 2015 hat die Spiegel-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr wieder deutlich mehr verdient. Der Nachsteuergewinn kletterte 2016 auf 26,4 Millionen Euro. Dies erklärte Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass in einem Interview mit dem Branchenblatt Horizont.
Im Vorjahr war der Gewinn der Gruppe auf 6,6 Millionen Euro eingebrochen. Verantwortlich hierfür waren unter anderem hohe Aufwendungen für Restrukturierungen, die zum großen Teil aus dem geplanten Stellenabbau resultierten. Der Verlag hatte 2015 verkündet, bis 2018 rund 150 Stellen zu streichen, Bereiche zusammenzulegen oder auszulagern. Mit dem jetzt ausgewiesenem Jahresüberschuss für 2016 liegt das Haus an der Ericusspitze allerdings weit von glanzvollen Zeiten entfernt. 2010 verdiente die Spiegel-Gruppe noch fast doppelt so viel. Der Jahresüberschuss lag damals bei 50,1 Millionen Euro, der Gruppenumsatz bei rund 317 Millionen Euro. Stetig nachlassende Vermarktungsumsätze und sinkende Auflagenzahlen – vor allem bei dem wichtigen Printprodukt Der Spiegel – drücken seit Jahren jedoch auf Umsatz und Gewinn. Verlagschef Hass musste deshalb gegensteuern. Er verkündete ein drastisches Umbauprogramm, das „Wachsen und Sparen“ gleichzeitig vorsah.
Im vergangenen Geschäftsjahr sank laut Horizont erneut der Umsatz der Gruppe um 3,6 Prozent auf 269,5 Millionen Euro. In der Print-Sparte hätten (178,4 Millionen Euro) jedoch neue Ableger das Minus in einen mittleren einstelligen Bereich abmildern können, heißt es. Das Nachrichtenmagazin habe einmal mehr „stärker eingebüßt“. Spiegel Online (37,8 Millionen Euro) und Spiegel TV (37 Millionen) seien leicht gewachsen, die Manager Magazin-Gruppe (16,3 Millionen) blieb hingegen stabil. Firmenchef Hass sieht sich hier auf dem richtigen Weg – vor allem für die Vermarktung sendet er positive Signale. So seien die Werbestrategen an vertrauenswürdigen Werbeumfeldern interessiert. „Das nützt der gesamten Gattung der Qualitätspresse, und der Spiegel hat da eine herausragende Position“, erklärt der ehemalige Vertriebsleiter gegenüber Horizont.
Ursprünglich hatte der Verlag durch seine Agenda 2018 geplant, bis 2019 rund 20 Millionen Euro mehr zu erzielen. Hier stünde das Unternehmen aber erst am Anfang. Erst 4 Millionen Euro seien Ende vergangenen Jahres neu in die Kasse geflossen. Dennoch sei er sicher, dieses Ziel zu erreichen. Anfang der Woche ging nach langjähriger Vorbereitungsphase die digitale Abendzeitung Spiegel Daily an den Start. Die Programmzeitschrift Spiegel Fernsehen, die derzeit in Hessen getestet wird, könnte folgen. „Fernsehen haben wir kontinuierlich und von Marktforschung begleitet entwickelt, die zwei Testausgaben werden uns eine valide Basis geben, um zu entscheiden, wie wir mit diesem spannenden Projekt weitermachen“, so Hass. Um das Wachstum voranzutreiben, seien weitere Printableger in der Gruppe geplant.
Ob die Spiegel-Gruppe ihren Gewinn in diesem Jahr weiter steigern kann, ist unklar. Dazu wollte sich der Verlag auf Anfrage von MEEDIA nicht äußern.

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