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Free-TV-Verzicht auf Champions League: Warum diesmal der Aufschrei der Sponsoren ausbleibt

Raphael Brinkert ist Geschäftsführer von Jung von Matt/Sports

Immer wenn sich abzeichnete, dass das Free-TV die Übertragungsrechte für einen Fußball-Wettbewerb verlieren könnte, beschwerten sich die Sponsoren, dass es böse Folgen für sie und ihr finanzielles Engagement haben könnte. Immerhin fehle die große Reichweite der freien Sender. Doch das war einmal. „Die Zeiten, in denen das Abwandern von Fußballspielen in das Pay-TV einen Aufschrei bei den Sponsoren auslöste, sind längst vorbei“, erklärt Raphael Brinkert von Jung von Matt Sports mit Bezug auf die Neuverhandlung der Champions League-Rechte.

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Denn: „In vielen Ländern Europa ist die Champions League bereits heute ausschließlich im Bezahlfernsehen zu sehen.“ So schloss die UEFA gerade erst einen Rekord-Deal. BT Sports zahlt 1,38 Milliarden Euro für drei Spielzeiten.
Die jetzige Konstruktion erschwert nach Einschätzung des Jung von Matt-Managers sogar die Vermarktung, weil das ZDF nach 20.00 Uhr keine Werbung mehr senden darf. „Im Pay-TV bieten sich Unternehmen dagegen ganz andere Werbemöglichkeiten“, sagt Brinkert. Er gibt aber auch zu bedenken, dass ein Abwandern aus dem Free-TV naturgemäß einen Verlust an TV-Reichweite bedeutet.
Die Zuschauer selbst hätten sich schon länger damit arrangiert, dass sie unterschiedliche Wettbewerbe auf unterschiedlichen Sendern, Geräten und Plattformen sehen würden. „Von Seiten der Fans erwarte ich somit keinen Aufschrei“, sagt der Experte gegenüber MEEDIA.
Laut Bild und Kicker sieht der neue Deal so aus, dass Sky zusammen mit dem Streaming-Anbieter DAZN die CL-Rechte für vier Jahre und rund 600 Millionen Euro kauft.
Der Verlust der Königsklasse würde für das ZDF auch ein kräftiges Finanz-Plus bedeuten. Immerhin sparen die Mainzer geschätzte 70 Millionen Euro, die sie laut Bild bereit waren für die Rechte zu zahlen.
Deshalb hat Sport-Fan Brinkert gleich noch eine Bitte an die Senderverantwortlichen: „Der Verzicht auf die Königsklasse im Fußball bietet die Chance für Investitionen in die Breite und Vielfalt des Sports. Ich würde mich freuen, wenn das freigesetzte Geld demzufolge nicht in Serien wie Bergdoktor oder Bergretter gesteckt wird, sondern in Sportarten wie Handball und Tennis.“

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