„Wir suchen Models, keine Moppel“: Felix Baumgartner dreht den Sexismus-Spieß um und kontert Kritik von TV-Journalistin

"Bei der Figur auch kein Wunder!" – Felix Baumgartner hat bei Facebook eine Welle der Empörung ausgelöst – das Posting verteidigt er nun in einem Brief

Schlagabtausch in den sozialen Netzwerken: Nachdem Extremsportler Felix Baumgartner mit einem „sexistischen Posting“ (wie der Standard schreibt) bei Facebook für Aufregung gesorgt hat, kritisierte die österreichische TV-Journalistin Corinna Milborn ihn in einem Video. Nun schießt Baumgartner via Facebook zurück und fordert: „Sie sollten sich entscheiden, entweder billiger Kommerz ihrem Sender zuliebe oder echter Kampf für Frauenrechte.“

In 6.378 Zeichen nimmt Baumgartner, bekannt durch seinen Stratosphärensprung, bei Facebook Stellung zu der Video-Replik von Milborn. „Mir jedoch Sexismus und Frauenfeindlichkeit zu unterstellen ist grenzwertig, ja fast schon pervers. Das Schwingen der Sexismuskeule ist ja mittlerweile zum Standardrepertoire vieler geworden.“, schreibt der Extremsportler.

Auslöser des Schlagabtauschs ist ein umstrittenes Werbefoto des Unterwäscheherstellers Palmers für seine „Osterhöschen“, das viele Nutzer in den sozialen Netzwerken als geschmacklose Fleischbeschau kritisierten. Auch Corinna Milborn, die Infochefin und -Moderatorin des österreichischen TV-Senders Puls4, hatte sich zu der umstrittenen Werbung geäußert: „Da ist man mal ein paar Tage offline und kehrt in eine Welt zurück, in der ein Unterwäschehersteller mit der Ästhetik eines Mädchenhändler-Tatorts wirbt“, schrieb die Journalistin bei Facebook. „Bei der Figur auch kein Wunder!“, ätzte Baumgartner auf ihre Kritik – und löste damit nicht nur ein großes Medienecho sondern auch den öffentlichen Schlagabtausch mit Milborn aus.

In ihrer Video-Replik lud sie Baumgartner u.a. ein, auf ihrem Sender über sein Frauenbild zu diskutieren. Nun folgte der Konter: „Liebe Corinna Milborn, vielen Dank für Ihre mediale Aufmerksamkeit, gespickt mit internationaler Berichterstattung, nachdem ich auf eine künstlich generierte Empörungswelle und Ihre Aussage betreffend dem Werbesujet eines Unterwäscheherstellers, in zugegebenermaßen doch recht provokanter Art und Weise, reagiert habe“, schreibt Baumgartner nun in seinem Brief an Milborn. Ihrem Vorschlag, bei Puls 4 über sein Frauenbild zu reden, werde er wohl nicht nachkommen – die Einladung könne er aber nachvollziehen. „Zu groß muss die Verlockung sein, die Trophäe eines zur Strecke gebrachten Baumgartners bei sich im Büro hängen zu haben und sich am tobenden Beifall vieler anderer Doppelmoralisten zu erfreuen.“

Eine gewisse Doppelmoral kritisiert Baumgartner auch bei Milborn, immerhin habe man bei Puls4 mit Sendungen wie „Austria’s Next Topmodel“ doch „wesentlich mehr nachhaltigen Einfluss auf alle Frauen da draußen, als ein Posting von mir, wenngleich ich mir meiner Breitenwirkung auch bewusst bin.“ Demnach könne man auch „die These aufstellen, dass eine einzelne von Puls4 ausgestrahlte Folge (…) so viel Sexismus, wie alle Palmers-Plakate der letzten 100 Jahre enthält.“ Baumgartner wünsche sich daher „etwas kritische Selbstreflektion bzw. Vergangenheitsaufarbeitung dem Sender Puls 4, als auch Ihnen in Ihrer Rolle als neues Mitglied der Geschäftsführung.“ Baumgartner wolle dies auch tun, schreibt er weiter.

„Mir ging es vor allem darum, mit einer polarisierenden Aussage auf diese aktuell herrschende Doppelmoral in der Medienlandschaft hinzuweisen.“, hält der Extremsportler fest. Und fordert: „Sie sollten sich entscheiden, entweder billiger Kommerz ihrem Sender zuliebe oder echter Kampf für Frauenrechte. Enttäuschen Sie uns bitte nicht…“

Seinen Text stellte Baumgartner unter die Provozierende Überschrift „Wir suchen Models, keine Moppel“ – ein Zitat aus einer Sendung von „Austria’s next Topmodel.“ Statt bei Puls4 würde er sich gerne einer Diskussion mit Milborn bei seinem Haussender Servus TV stellen.