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„Mr. President, Ihre Kommentare sind aufrührerisch …“ – Welt-Zeitungsverband WAN-IFRA ermahnt US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump: Post vom Welt-Zeitungsverband

Der Verband The World Association of Newspapers and News Publishers (WAND-IFRA) hat in einem offenen Brief scharfe Kritik daran geübt, wie US-Präsident Donald Trump mit den Medien umgeht. Besonders kritisiert werden Trumps pauschale Anschuldigungen, traditionelle Medien seien „Fake News“. Seine Kommentare seien aufrührerisch und schädlich, schreiben die Unterzeichner, zu denen auch deutsche Zeitungs-Chefs gehören.

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So wurde der Brief u.a. von FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner und Valdo Lehari Jr., Verleger des Reutlinger General-Anzeigers und Vize-Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbands (ENPA) und des BDZV, unterzeichnet. Auch andere Zeitungs-Chefs aus der ganzen Welt haben unterzeichnet. Trumps jüngste Kommentare und der Ausschluss von einigen Medien von einem Presse-Briefing im Weißen Haus würden die Fähigkeit der freien Presse, ihren Aufgaben nachzukommen, ernsthaft einschränken.

„Mr. President, wir sind bestürzt über ihre regelmäßigen Kommentare seit sie ins Amt gewählt wurden, mit denen sie Medien verunglimpfen und einzelne Unternehmen ins Visier nehmen – scheinbar nur aus dem Grund, sie für kritische Berichterstattung über ihre Regierung zu bestrafen“, heißt es in dem Schreiben. Der Verband erinnert den US-Präsidenten in diesem Zusammenhang, dass es die verfassungsmäßig geschützte Aufgabe der freien Presse ist, die Regierungen und gewählte Offizielle zu überprüfen und zur Verantwortung zu ziehen.

Besonders ein Twitter-Kommentar Trumps wird vom Welt-Zeitungsverband als bedenklich herausgegriffen:

In dem Tweet vom 4. Februar 2017 erklärt Trump, die Medien, die er „Fake News Media“ nennt, zum Feind des amerikanischen Volkes. Diese Anschuldigung sei auf einer ganzen Reihe von Ebenen schädlich, so WAN-IFRA. Zunächst einmal führe es in die Irre, wenn Trump das tatsächliche Problem der „Fake News“, bzw. der grassierenden Desinformation gerade solchen Medien anhängt, die für höchste professionelle und ethische Standards stehen.

Auch die Behauptung, die Medien seien der Feind des amerikanischen Volkes wird vom Welt-Zeitungsverband zurückgewiesen. „Zu einer Zeit, da Journalisten und Nachrichtenmedien zunehmend gewalttätigen Repressalien ausgesetzt sind“ sei der Ton seines Kommentars hochgradig aufrührerisch.  In dem Brief heißt es: „In einem tief gespaltenen Amerika, einem Land, das vielfältigen Herausforderungen gegenübersteht, braucht es mehr denn je die Stimme einer freien und kritischen Presse als Wächter von grundlegenden Freiheiten.“

Der Brief schließt mit der Hoffnung, dass man auch Trump von der wichtigen Rolle der freien Presse überzeugen kann.

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