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„Jerks“ – die fabelhaft-peinliche Untenrum-Sitcom mit Christian Ulmen bei ProSieben

Es wird wieder herrlich-peinlich: Fahri Yardim und Christian Ulmen (v. l.) gehen mit "Jerks" in die zweite Staffel

„Jerks“ bedeutet übersetzt soviel wie „Trottel“ und „to jerk off“ „sich einen runterholen“. Damit wären Form und Inhalt der neuen ProSieben Comedy-Reihe mit von und mit Christian Ulmen und Fahri Yardim auch schon recht umfänglich beschrieben. Die Sitcom lotet die Peinlichkeiten des Untenrum aus bis es wehtut. Vor Lachen.

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„Jerks“ wurde zuerst auf der ProSiebenSat.1 Streaming-Plattform Maxdome gezeigt, vermutlich damit man bei dort auch mal sagen kann, dass man coole eigene Serien hat, wie die internationalen Streaming-Giganten Netflix und Amazon. Wenige Wochen später feierte „Jerks“ dann freilich schon im Spätprogramm von ProSieben Premiere. Der Sendetermin von 23.15 Uhr ist ausnahmsweise angebracht, denn „Jerks“ ist echte Erwachsenen-Unterhaltung. Es geht fast ausschließlich ums Untenrum. In der ersten Szene der ersten Folge lässt Christian Ulmen, der sich wie alle in der Serie selbst spielt, die Hosen runter und fängt an auf dem Klo zu masturbieren. Dann merkt er, dass die Stieftochter seines Kumpels Fahri sich beim Versteckspielen auf dem Klo versteckt hat. Ulmens Gesicht – priceless.

So geht das die ganze Zeit. „Jerks“ stolpert kunstfertig von einer extremen Peinlichkeit in die nächste. Fahri und Ulmen verlieren eine Spermaprobe auf dem Weg zur Samenbank, wo Karsten Speck arbeitet. Ulmen vergisst den Anal-Porno im DVD-Spieler von Fahris Stieftochter. Er verdächtigt den freundlichen Vormieter der Pädophilie und in der zweiten Folge stellen Ulmen und Yardim ihren Freundinnen beim Vagina-Selbsterfahrungskurs hinterher. Die Fettnäpfchenquote von „Jerks“ dürfte unerreicht sein.

Das liest sich furchtbar pubertär und peinlich und das ist es auch. Es ist aber auch sehr, sehr witzig. Christian Ulmen hat „Jerks“ nämlich mit höchstem Talent für Gags, Timing und Dialogwitz inszeniert. Es sei die Serie, die er schon immer machen wollte, hat er im Vorfeld gesagt. Dabei herausgekommen ist eine Art „Seinfeld“ ab 18. Ulmen und seine Entourage spielen sich selbst, aber in (hoffentlich) fiktiven Geschichten. Ulmens echte Frau, Collien Fernandes, hat sich in der Serie beispielsweise von ihm getrennt.

Zum Dialogwitz kommt die erstklassige Darstellerriege mit Gaststars wie den Rappern Kay One und Sido oder Jana Pallaske. Bei ProSieben können sie mit vollem Recht stolz sein auf diese Perle im Programm. Ganz, ganz selten war eine deutsche Sitcom so witzig. Das liegt vor allem daran, dass „Jerks“ dahin geht, wo es wirklich peinlich wird und richtig wehtut. Und dann nochmal eine Schippe drauflegt.

Ob die Strategie, Maxdome mit einer vorzeitigen Ausstrahlung attraktiver zu machen, aufgeht, sei mal dahingestellt. Für sich genommen ist „Jerks“ aber absolut preiswürdiges Fernsehen der Extraklasse.

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