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Zu wenig Abos: RTL Deutschland stellt den Ausland-Pay-TV-Sender RTL International ein

So warb RTL für seinen Auslandssender

Die Mediengruppe RTL Deutschland stellt den Betrieb ihres Pay-TV-Senders RTL International ein. Es hätten sich zu wenige Abonnenten gefunden, um den Sender „in absehbarer Zeit wirtschaftlich profitabel zu betreiben“. RTL gibt vor allem illegalen Streams die Schuld. Allerdings hatte es auch deutliche Zuschauer-Proteste bezüglich der Programm-Qualität gegeben.

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RTL International sollte deutschsprachigen Zuschauern in Ländern wie Kanada, Australien und den USA das RTL-Programm zugänglich machen. In Südafrika und Israel ersetzte RTL International das normale RTL Programm, was bei vielen Zuschauern dort auf Kritik stieß. Statt beliebter Formate wie „Wer wird Millionär?“, „DSDS“ oder dem Dschungelcamp bekamen die Abonnenten von RTL International viel Ware aus der Konserve zu sehen, zum Teil längst abgesetzte Reihen wie die Frauenknastserie „Hinter Gittern“. Laut RTL hatte das lizenzrechtliche Gründe.

Der letzte Sendetag für RTL International ist nun der 31. Mai 2017. Der Sender war erst Anfang 2016 gestartet. Stefan Sporn, Senior Vice President International Distribution: „Wir bedauern die Abschaltung dieses Senders sehr. Obwohl wir mit RTL International schnell eine gute weltweite Verbreitung erreicht haben, hat sich die Zahl der Abonnenten nicht gleichermaßen so positiv entwickelt, um das Angebot in absehbarer Zeit wirtschaftlich profitabel zu betreiben. Erste Analysen zeigen deutlich, dass vor allem der Erfolg von weltweit agierenden Piraterie-Plattformen, die Sendesignale vieler deutscher Sender oft kostenlos illegal über das Internet streamen, einen wesentlichen Anteil daran hat.“

Nach Einstellung von RTL International will die Mediengruppe RTL, Auslandsdeutschen in Zukunft Inhalte über OTT-Angebote zur Verfügung zu stellen. Entsprechende Möglichkeiten würden derzeit geprüft. OTT steht für Over the Top Content und bezeichnet Inhalte, die über eine Internet-Verbindung ohne Kontrolle durch Internet Provider übermittelt werden. OTT-Angebote werden zumeist über PCs, Smart-TVs mit Internet-Anschluss oder mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets angeboten. 

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