Anzeige

Handball-Fans schauen wohl in die Röhre: Auch Sky „geht nicht von WM-Übertragung aus“

Deutsche TV-Bilder von der Handball-WM 2017 in Frankreich werden immer unwahrscheinlicher – eine "Total-Katastrophe" droht.

Offenbar müssen sich Handball-Fans mit dem Gedanken abfinden, dass die Weltmeisterschaft – die bereits am 11. Januar in Frankreich beginnt – nicht im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird. Mittlerweile geht man auch bei Pay-TV-Sender Sky vom Blackout aus, DAZN ist raus und Sportdeutschland TV offenbar auch. „Wir hoffen auf eine Lösung“, so der DHB. Und bemüht sich dabei sichtlich um Optimismus.

Anzeige

„Das ist eine beschissene Situation“, hat Handball-Nationalspieler Patrick Groetzki den Free-TV-Blackout von ARD und ZDF bei der Handball-WM 2017 im Mannheimer Morgen (kostenpflichtig) zusammengefasst. Anders lässt sich auch die aktuelle Situation kaum übers Knie brechen: Auch bei Pay-TV-Sender Sky, der 2015 als Übertragungs-Ort eingesprungen ist und auch dieses Mal als Hoffnungsträger galt, geht man „aktuell nicht von einer Übertragung aus“, so ein Sendersprecher gegenüber MEEDIA. Streaming-Anbieter DAZN, der um die Ausstrahlung gepokert hat, hat sich via Twitter von dem Thema verabschiedet.

Und auch das Online-Portal Sportdeutschland TV, an dem ProSiebenSat.1 die Mehrheit hält, scheint die Hoffnung aufgegeben zu haben: „Wir sind nach wie vor um Gespräche bemüht, aber Stand heute sind wir raus“, erklärte Geschäftsführer Björn Beinhauer gegenüber dem Branchendienst Sponsors. Der katarische Rechteinhaber BeIN Sports zeige sich sehr unkooperativ. „Von BeIN Sports gibt es keine offizielle Begründung, warum unser Angebot abgelehnt wurde“, so Beinhauer weiter. Ob sich an dem Stand etwas geändert habe, wollte Sportdeutschland TV auf MEEDIA-Nachfrage nicht beantworten – man solle „die Pressemitteilungen im Auge behalten“. Zahlreiche MEEDIA-Anfragen an BeIN Sports bleiben bis heute unbeantwortet.

Könnte nicht Eurosport, der ARD und ZDF die Olympischen Spiele 2018 bis 2024 abgeknüpft hat, die Spiele übertragen? Auch wenn es sich bei der Handball-WM 2017 um attraktive Rechte handeln würde, komme auch Eurosport für eine Ausstrahlung nicht in Frage, so ein Sendersprecher gegenüber MEEDIA. Die Verschlüsselung (MEEDIA berichtete) mache eine Übertragung nahezu unmöglich.

Trotz des drohenden TV-Blackouts in Deutschland bemüht sich der Deutsche Handballbund (DHB) um Optimismus: DHB-Präsident Andreas Michelmann sei „guter Hoffnung, dass wir am Ende in Deutschland Bewegtbilder von der WM in Frankreich bekommen werden“, sagte er dem Sportinformationsdienst SID. „Ich weiß, dass hinter den Kulissen fieberhaft gearbeitet wird, um dem Handballfan eine Lösung zu präsentieren“, fügte Verbandsvize Bob Hanning am Mittwoch hinzu. Bei der Lösung soll es offenbar auf eine Übertragung im Internet hinauslaufen – entsprechende Gespräche befänden sich kurz vor dem Abschluss, der Deal soll nach SID-Informationen noch diese Woche verkündet werden. „Wir hoffen auf eine Lösung, warten aber Ergebnisse ab und spekulieren nicht über Modelle einer Übertragung“, so ein DHB-Sprecher auf Nachfrage von MEEDIA. Der DHB sei seit mehr als einem Jahr vermittelnd, aber nicht als Verhandlungspartner an den Gesprächen beteiligt gewesen. Kurz: Der DHB kann keinen unmittelbaren Einfluss auf die Rechtevergabe nehmen – und nur als aktiver Beobachter fungieren.

Dennoch: Eine Lösung scheint immer noch in weiter Ferne – zumal das Turnier bereits in sieben Tagen losgeht. Weniger hoffnungsvoll zeigte sich DHB-Verbandsvize Bob Hanning heute gegenüber Bild: „Es läuft alles auf eine Total-Katastrophe hinaus“.

Anzeige