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Unruhe vor Betriebsversammlung: Hamburger Morgenpost steht vor weiterem Stellenabbau

Susan Molzow, Geschäftsführerin der Hamburger Morgenpost: Das Traditionsblatt rutschte im vergangenen Geschäftsjahr in die Verlustzone
Susan Molzow, Geschäftsführerin der Hamburger Morgenpost: Das Traditionsblatt rutschte im vergangenen Geschäftsjahr in die Verlustzone

Nach der Berliner Zeitung droht auch der ebenfalls zur Kölner Mediengruppe M.DuMont Schauberg gehörenden Regionalzeitung ein weiterer Personalabbau. Betroffen hiervon ist zunächst das Layout der Tageszeitung. Damit reagiert die Geschäftsführung des norddeutschen Boulevard-Titels auf anhaltend deutlich rückläufige Printauflagen.

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Kurz vor der heutigen Betriebsversammlung um 11 Uhr wächst die Anspannung unter den Mitarbeitern der Hamburger Morgenpost. Der Grund: Der Betriebsrat befürchtet, dass die Geschäftsleitung und Chefredaktion in der nächsten Zeit 16 Stellen abbauen will. Mopo-Geschäftsführerin Susan Molzow will die Zahl nicht bestätigen, unterstreicht aber, dass die Boulevardzeitung künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen muss. Betroffen hiervon ist unter anderem das Layout. „Wir befinden uns mitten im Prozess der ‚agilen Redaktion‘. Es werden viele Prozesse in der Redaktion unter die Lupe genommen. Beispielsweise werden wir künftig im Layout Seitenproduktionen standardisieren und hier werden wir uns personell schlanker aufstellen. Gleichzeitig verstärken wir uns im Digitalen“, erklärt Molzow.

Im Layout sind nach MEEDIA-Informationen neun Mitarbeiter beschäftigt. Es könnten zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Personalkürzungen in anderen Bereichen folgen. Eine Entscheidung hierüber ist aber offenbar noch nicht gefallen, heißt es. Die Zeitung hatte sich bereits 2014 von Mitarbeitern getrennt. Damals fielen insgesamt zehn Stellen in der Redaktion und im Anzeigenbereich weg.

Mit der jetzigen Personalmaßnahme reagiert die Geschäftsleitung der zum Kölner Verlagshaus M.DuMont Schauberg gehörenden Boulevardzeitung auf einen weiteren Auflagenrückgang. Denn von der gedruckten Zeitung wird – wie bei fast allen Regionaltiteln in Deutschland – deutlich weniger abgesetzt. So sank die verkaufte Auflage im 3. Quartal 2016 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal insgesamt um fast neun Prozent auf 72.000 Exemplare. Besonders betroffen ist hier der wichtige Einzelverkauf, der um mehr als 11 Prozent zurückging. Der Firmenspitze bleibt daher nichts anders übrig, als den Rotstift anzusetzen. Und dies, obwohl das Unternehmen nach MEEDIA-Informationen 2016 voraussichtlich mit einem kleinen Gewinn abschließen wird. Dies ist allerdings nur möglich, weil darin das Ergebnis der Beteiligung an Radio Hamburg einfließt. Molzow will sich zu den Zahlen nicht äußern.

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Trotz sinkender Print-Auflage entwickelt sich dagegen der Online-Bereich positiv. So erzielt die Gesellschaft bereits zehn Prozent ihres Gesamtumsatzes mit dem Digitalgeschäft. Vor allem die Vermarktung weise hier einen Anteil an den gesamten Vermarktungserlösen von 25 Prozent auf. Gescheitert sei der Verlag bislang, ein attraktives Bezahlmodell im Web für redaktionelle Inhalte einzuführen: „Wir machen mit Laterpay aktuell nicht weiter, obwohl wir das Prinzip gut finden. Bei einer Kaufzeitung funktioniert es offensichtlich nicht. Wir werden uns aber auch künftig offen halten, mit Bezahlmodellen zu experimentieren.”

Molzow hat derzeit keinen leichten Stand. Die Geschäftsführerin muss sich zudem gegen Vorwürfe der Arbeitnehmervertreter wehren, das norddeutsche Medienunternehmen wolle aus dem Haustarif ausscheren, indem die Hamburger Morgenpost GmbH mit einer anderen zum DuMont-Konzern zählenden Firma verschmolzen wird. „Die Mopo wird nicht in eine andere Gesellschaft integriert. Und wir werden auch nicht den Haustarifvertrag verlassen“, kontert die Firmenchefin.

Die Mopo ist nicht die einzige Zeitung, die im Firmenreich von DuMont vor einem Personalabbau steht. So will die Kölner Mediengruppe die Redaktionen der Berliner Zeitung und des Berliner Kurier in einer neuen Gesellschaft zusammenführen. Dadurch verlieren hier rund ein Drittel der Mitarbeiter ihre Jobs. Die Kölner sehen darin die einzige Chance, um die Blätter in dem hart umkämpften Zeitungsmarkt vor dem endgültigen Untergang zu bewahren.

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Alle Kommentare

  1. Ach die kommen doch alle schnell unter, sind doch Qualitätsjournalisten

    MUAHAHAHAHAHAHA

    Oder sie inserieren in der MOPO in der Mitte bei den “Hobbyhuren” und “frisch eingetroffenen Ukrainerinnen” …

  2. Selbst gewähltes Leid. Vor Jahren habe ich schon aufgehört Schmierblätter dieser Art zu kaufen. Dem Internet sei Dank bin ich nunmehr in der Lage “echte” Informationen (und keine modifizierten, angepassten Boulevard-Verfehlungen) aufzunehmen.
    Auch funkt da keine Presseagentur aká “Reichspropaganda” mit herum, damit es auch morgen noch heisst: “Ich bild’ Dir Deine Meinung”.

    Die Printmedien hatten ihre Chance. Sie haben die Kritiken der ehemaligen Stammleser nicht für voll genommen. Hochmut kommt eben vor dem Fall.

  3. Voller Freude beobachte ich den Niedergang der linkspopulistischen Lügenpresse. Aaahahahahahaaa

    Ab zu Aldi – Regale auffüllen :-))

    1. Ich kann Ihren Kommentar nur bestätigen.

      Viele Jahre war ich Abonennt des Spiegel und der Welt. Dank des Internets merkte ich, wie wir manipuliert werden.

      Seit 4 Jahren bin ich nun zufriedener Abonennt der Jungen Freiheit.

      Gerne lese ich Achgut und Tichy.

      Die Lügenpresse kann von mir aus untergehen.

  4. Die Mopo ist halt eine schlechtere Bild-Zeitung für früh dement gewordene Altlinke.
    Da ist die potentielle Käuferschar zum Glück recht beschränkt (pun intended).

  5. Alles Gute beim Um-/Abbau. Maas, Kahane und Kim Jong Un haben für unkritische, ausgewiesen regierungstreue Fachkräfte immer Stellen frei. Es gibt leider noch viel Pack, dass umerzogen werden muss.

  6. Meiner Meinung nach eine der qualitativ schlechtesten Zeitungen Deutschlands, kein Wunder, dass die niemand mehr lesen mag. Ich frage mich immer, wer wohl für so etwas bereit ist Geld auszugeben?!

  7. Es ist natürlich sehr Schade um die abgebauten Arbeitsplätze der Layouter, die wohl den geringsten Anteil an den sinkenden Abverkaufszahlen haben. Doch sollte man auch fairerweise betonen, dass dadurch viele neue Arbeitsplätze wieder geschaffen werden. Es gibt mittlerweile viele gute Publikationen und Verlage, deren Redaktionsstuben frei von ideologischen Korsetten sind, deren Preis/Leistungsverhältnis ausgewogen ist und deren Mitarbeiter anständig entlohnt werden und die darüber berichten was die Leser bewegt. Das Copy-and-paste Prinzip von dpa Meldungen, gewürzt mit politisch gefärbten Meinungen einzelner Journalisten mit Mindestlohnbesoldung hat nunmal ausgedient. Der Intellekt der Leser wird immer noch unterschätzt und gut recherchierte Beiträge werden immer noch hoch geschätzt indem diese gekauft, gelesen und geteilt werden. Die Medienlandschaft beginnt sich endlich langsam von der politischen Doktrin und Zensur zu lösen. Das werden auch die kurzzeitig arbeitslos gewordenen Layouter am Ende begreifen.

    1. Tichy ist ein Systemling! Dort laufen die selben russophoben Kampagnen wie bei WELT, SPON, ZEIT & CO. und gegen die AfD wurde auch schon reichlich gehetzt.

      Zusätzlich ist Tichy häufig in diversen TV-Talks als Gast zu sehen und dort darf er immer ungestört plaudern. Vergleiche das mal mit Personen von der AfD (o.ä.), die in praktisch allen TV-Talks ständig auf das Übelste angefeindet werden.

      Tichy schreibt nur etwas konservativer aber in Wahrheit ist er voll auf Linie des Systems. Man könnte ihn auch als U-Boot bezeichnen.

      Daher ist Tichy NICHT zu empfehlen!

  8. die dumonts in köln sind fein raus: erst hunderte mio. mit propaganda gemacht, mitarbeiter ausgebeutet mit scheinselbständigkeit, dann das ding nach 9/11 komplett an die wand gefahren und nur noch propaganda im sinne der deutsch-amerikanischen gesellschaft verzapft, jetzt die mitarbeiter die scheiße ausbaden lassen… die gehören alle vor gericht für ihre kriegshetze und der dumont-clan enteignet.

  9. Ich bin Leser einer Tageszeitung und zahle dafür monatlich 36 Euro.
    Die schreiben überregionale Nachrichten von der Edelpresse der Atlantikbrücke ab. Ich komme mir verarscht vor. Ich frage mich, ob die Todesanzeigen und die
    Regionalnachrichten den Preis wert sind ?
    So geht es vielen Lesern !
    Wenn ich objektiv unterrichtet werden will, muß ich die “Freie Presse” im Internet
    lesen. Dafür spende ich auch. Ich werde also die Tageszeitung abbestellen.

  10. Hat schon jemand Putin die Schuld dafür gegeben … ?

    Aber tröstet euch liebe Pressegutmenschen, laut euren Recherchen boomt die Wirtschaft und wir haben Fachkräftemangel, eure Angst vor Arbeitslosigkeit ist nur eine gefühlte Bedrohung.

    Lasst euch von Fake-News nicht beeinflussen!
    Ihr schafft das!

  11. Die gesamte Dumont-Presse hat es sich redlich verdient, von den Lesern gemieden zu werden. Merkel-hörige Hofberichterstattung und realitätsferne Volkspädagogik sind nun einmal nicht überall beliebt.

  12. Ich hatte die MoPo vor über 10 Jahren mal gerne gelesen und auch keinen Weg gescheut, wenn es die an einer Verkaufsstelle nicht mehr gab. Als die aber auf Bildzeitungsniveau umgestellt hatten, war für mich der Ofen aus. Die Zeitung war nicht mehr lesenswert. Gilt allerdings auch für andere Zeitungen, wie z.B. die Ostseezeitung aus Vorpommern, wo ich aufgewachsen bin. Seit dem die wieder zur Zeitung der »Herrschenden Klasse« geworden ist und die Staatspropaganda druckt, lese ich die immer seltener und auch nur wegen den Lokalnachrichten. Das der sogenannte Zeitungsmantel zentral erstellt wird und aus dem Westen kommt, ist mir bekannt. Ich sag mal so, wenn die unbedingt die Propaganda bzw. die Staatsideologie drucken wollen, sollen sie sich auch vom Staat finanzieren lassen. Würde mich aber nicht wundern, wenn man sich noch eine Haushalts-Zeitungsabgabe einfallen läßt…

    Mit etwas Wehmut denke ich noch an die Zeitungen nach der Wende in der DDR zurück. Damals waren die Zeitungen noch interessant und lesenswert, aber seitdem die überwiegend von den westlichen Verlagen übernommen wurden, ging es bergab. Einige hatte man eingestellt, bei anderen die Qualität und journalistische Unabhängigkeit verringert.

    Wenn man die Zeitungen kaufen soll, sollten die erstmal in Vorleistung treten und die Qualität verbessern. Interessant wäre aber zu erfahren, ob es bei den Zeitungskäufern auch »Leser-Wanderungen« gibt, also wenn man die bisherigen Zeitungen nicht mehr kauft, ob man dann andere testet, oder alternative Informationsmöglichkeiten nutzt.

  13. Machen wir uns nichts vor, wenn nur drei oder vier Eigentümer, über hunderte Printmedien und privat Sender im Rundfunk und Fernsehen ihr “eigen” nennen können, bleibt auf jeden Fall die Qualität auf der Strecke. Eine Monopol Stellung, dass wusste man schon vor über hundert Jahren, bedeutet nicht mehr Informationen, sondern weniger.

  14. Es soll doch tatsächlich ein Zeitung geben die ihre Auflage seit etlichen Monaten immer erhöht hat. Diese Zeitung soll ihren ganz eigenen, weil wahrhaftigen konservativen bzw neutralen Stil haben.

    Sie soll Junge Freiheit heißen.

    Stimmt das?

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