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Nach einem Jahr im Schrumpfkurs: So könnte Apple 2017 mit dem iPhone 8 ein Comeback gelingen

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Die Stahlkraft schwindet: was wird das nächste große Ding aus Cupertino? (c) Apple

2016 war kein einfaches Jahr für Apple: Der Techpionier musste erstmals seit 15 Jahren wieder rückläufige Umsätze und Gewinne verkraften – und zwar deutlich. Außer der Service-Sparte, die dank des neu eingeführten Streaming-Dienstes Apple Music wächst, befinden sich alle Konzernabteilungen im Rückwärtsgang. Dass 2017 nun wieder ein besseres Jahr für den wertvollsten Konzern der Welt werden wird, glaubt die Citi Bank. Analyst Jim Suva nennt fünf Gründe fürs Comeback im kommenden Jahr – vom iPhone 8 bis zu Wachstumschancen in Indien.

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Jede Serie geht einmal zu Ende. Dass es Apple nach dem kleinen Update vom iPhone 6 auf das iPhone 6s 2016 schwer haben würde, weiter zu wachsen, deutete sich bereits zu Jahresbeginn an – nur noch marginal um 0,4 Milliarden Dollar konnte Apple in  seiner Weihnachtsbilanz sein Vorjahresergebnis verbessern.

Danach folgte der Absturz vom Olymp: Schon der Ausblick aufs nächste Quartal deutete an, dass Apple 2016 auf ein Jahr im Rückwärtsgang zusteuern würde. Die Wall Street nahm den Absturz wenige Tage später vorweg und entthronte Apple kurzzeitig als wertvollsten Konzern der Welt.

Apple hat 2016 17 Millionen weniger iPhones verkauft

Das Ausmaß des Geschäftseinbruchs überraschte dann jedoch selbst größte Skeptiker: Um insgesamt 8 Prozent brachen die Umsätze im Fiskaljahr 2016 ein, um gleich 15 Prozent die Gewinne. Es ist das erste Mal seit 2001, dass sich Apples Geschäfte wieder rückläufig entwickeln.

Der Grund für den Schrumpfkurs trägt sechs Buchstaben: iPhone. Apples Lebensversicherung fiel im Fiskaljahr 2016 plötzlich aus: Erstmals seit Einführung des Kultsmartphones 2007 setzte Apple weniger iPhones ab – und zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleich mehr als 17 Millionen Geräte.

Citi: Apple ist 2017 auf Comeback-Kurs

Weil auch die anderen Konzernabteilungen – die iPad- und Mac-Unit und die “Anderen Produkte” (inklusive der Apple Watch) – rückläufige Absätze verzeichneten und sich nur die Service-Sparte gegen den Abwärtstrend stemmen konnte, verbuchte der Kultkonzern aus Cupertino 2016 18 Milliarden Dollar weniger Umsatz und knapp 8 Milliarden Dollar weniger Gewinn.

Doch unter das Fiskaljahr 2016 hat Apple bekanntlich per Ende September bereits einen Schlussstrich gezogen. Dass Apple nach einem Jahr im Rückwärtsgang 2017 ein (Börsen-) Comeback gelingen könnte, glaubt die Citi Bank, die die Aktie des wertvollsten Konzerns der Welt mit einem Kursziel von 130 Dollar empfiehlt (aktuell: 115 Dollar). Analyst Jim Suva nennt in seiner heute veröffentlichten Kurzstudie dafür fünf Faktoren:

iPhone 8-Superzyklus

Dass Apple im kommenden Jahr zum zehnjährigen Jubiläum ein neues Flaggschiff-Modell vorstellen dürfte, gilt als weitgehend gesichert. Wie der stets gut informierte Tech-Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities berichtet, plant Apple mit dem iPhone 8 mit einem Rekordabsatz.

Treiber der Absätze soll dabei jedoch nicht das generalüberholte Modell mit OLED-Display sein, sondern günstigere Versionen der aktuellen Modelle, die als iPhone 7s und 7s Plus nur marginal verändert werden dürften. “Der iPhone 8 Super-Upgrade-Zyklus, angetrieben durch ein neues Modell, dürfte stärker ausfallen als die letzten beiden Zyklen”, ist sich auch Citi-Analyst Suva sicher.

Steuererleichterungen durch Trump-Administration
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Ebenfalls als positiven Faktor bewertet Suva die neuen mutmaßlichen Faktoren durch den neuen US-Präsidenten. Donald Trump, der Apple morgen mit anderen Tech- und Internet-Unternehmen zu Gesprächen in seinen Wolkenkratzer eingeladen hat, hat sich bereits im Wahlkampf und im Dialog mit Tim Cook über seine Vorstellungen und Erwartungen an den Tech-Pionier ausgelassen.

So wünscht sich Trump eine Verlagerung ausländischer Arbeitsplätze in die USA (Tim Cook: „Ich verstehe das“),  stellte Apple im nächsten Atemzug dafür steuerliche Anreize in Aussicht (“Wir wollen eine sehr große Steuersenkung für Konzerne durchsetzen, auf die sie sich freuen können“).Dazu dürfte am spürbarsten die günstigere steuerliche Behandlung von im Ausland gebunkertem Kapital  bei Rückführung (Repatriierung) beitragen.

Setzt Trump ein „Tax Holiday“ von 10 Prozent zur einmaligen Rückführung des Auslandskapitals durch, würde Apple, das aktuell 115 Milliarden Dollar im Ausland hält, auf einen Schlag 54 Milliarden Dollar sparen, was wiederum 9 Prozent des aktuellen Börsenwertes entspricht. Entsprechend rechnet City-Analyst Suva im kommenden Jahr mit einem bis zu “zehnprozentigen Vorteil beim Gewinn je Aktie”.

Apples Service-Sparte iTunes

Sie ist eine Anomalie in der aktuellen Bilanz: Ausgerechnet die häufig kritisierte Service-Sparte iTunes, die Erlöse aus dem App Store, iTunes Store, von Apple Music und dem Speicherdienst iCloud umfasst,  ist aktuell das einzige Segment, das wächst – und das sogar zweistellig. Mit Erlösen von zuletzt 6,3 Milliarden Dollar ist die iTunes Division tatsächlich nach der iPhone-Unit bereits die zweitumsatzstärkste Konzernsparte.

Dass das Wachstum von Dauer sein soll, hatte Konzernchef Tim Cook im Jahresverlauf angedeutet: Die iTunes Division, die fast so viel umsetzt wie Facebook, allein werde 2017 das Niveau eines S&P 100-Unternehmens erreichen, hatte der Apple-Chef erklärt. “Die enge Nutzerbindung wird anhaltend hohes Umsatzwachstum einfahren”, ist sich Citi sicher.

Geschäftskunden und Indien

Zwei Initiativen, die Tim Cook seit Jahren forciert, könnten 2017 endlich zählbare Früchte tragen. Einerseits bemüht sich Apple seit einiger Zeit, verstärkt im Geschäftskunden-Bereich Fuß zu fassen und ist daher groß angelegte Vertriebskooperationen mit IBM und Deloitte eingegangen.

Andererseits versucht Cook seit Jahren Indien als nächsten Wachstumsmarkt zu erschließen. So kann der Techpionier nach jahrelangen Verhandlungen endlich im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt seine Flagship Stores eröffnen, die für den Vertrieb von iPhone & Co im nächsten großen Wachstumsmarkt so wichtig sind. Mit fortschreitender Verbreitung des 4G-Netzes werde der indische Markt “schließlich substanziell” für Apples Bilanz, glaubt der Citi-Analyst.

Bewertung

An der Wall Street, an der Apple seit nunmehr 20 Monaten seinen Allzeithochs hinterherläuft, könnte die Durststrecke 2017 enden, mutmaßt Suva – aus Bewertungsgründen. “Die Aktien sind attraktiv bewertet, weil sie trotz verbesserter Fundamentaldaten mit einem leichten Abschlag zu ihren Multiplen der vergangenen vier Jahre gehandelt werden”, findet der Citi-Analyst .

In anderen Worten: Das maßgebliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 14 würde sich bei der Rückkehr zum Gewinnwachstum reduzieren und die Aktie, die 2015 und 2016 den S&P 500, Nasdaq 100 und Dow Jones underperformte, möglicherweise wieder attraktiver erscheinen lassen.

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Alle Kommentare

  1. Ich bezweifele sehr das Apple ein Comeback gelingt. Wenn Apple sturr daran festhält im September 2017 ein aufgemotztes IPhone 7 und 7Plus mit dem gleichen Design wie bisher auf den Markt zu bringen, das man wieder nicht kabellos Aufladen kann, dann wird das nichts mehr mit einem Comeback. Ich fürchte das Apple nächstes Jahr kein IPhone 8, noch nicht mal eines herausbringen wird, das ein randloses Display hat, kabellos per Induktion aufgeladen werden kann, und ein OLED Display aufweist. Tim Cook spuckt zuviele große Töne, als das er sich zum 10. Geburtstag des IPhones aufrappelt ein mit viel neuer Innovation gelungenes IPhone auf den Markt zu bringen. Sollte ich nächstes Jahr noch nicht mal ein Modell des IPhone 8 sehen, dann hat es sich für mich ausgeappelt. Ich bin doch nicht Tim Cooks Hampelmann der alles frißt was auf den Tisch kommt. Ich erwarte vom IPhone nächstes Jahr die neueste Innovation.

  2. Apple iPhone Weihnachtsgeschäft war doch wohl “überraschend”gut .
    Samsung 2stelle andere dahinter (…)

    Was für ein Problem gibt es schon wieder mit dem iPhone 8 – das noch gar nicht erhältlich ist !?

    Was ist im mom ” das beste SmartPhone ” am Markt , neben Google – von dem ich viel halte ? (…)
    Insofern- wird Google das nächste Smartphone – Problem bekommen:
    Es sieht dem iPhone verwechselnd ähnlich, hier denke ich Apple konzentriert sich auf neue Produkte ;Hierzu hat man sich zwischen Geheimhaltung und psychologischer Kriegsführung ( Die Mitbewerber ) mit falschen Informationen zu versorgen entschieden … – während man im stillen Kämmerchen neues ausheckt.(…)

    Sobald Google , genügend – Google Pixel phone verkauft hat – gibt es erstmal die Markenschutzkelle, ist auch ok- denn -dann lohnt es sich auch Schadensersatz zu fordern…(…)

    Sorry- was war nochmal das Problem Apple`s mit dem iPhone !?

    Gäääääähnnn

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