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ZDF verpflichtet sich zu verbesserten „Rahmenbedingungen einer fairen Zusammenarbeit“ mit TV-Produzenten

“Weg zu ausgewogenen Vertragsbedingungen und einer fairen Aufteilung der Verwertungsrechte erreicht damit eine neue Qualität“, so Produzentenallianz-Vorsitzende Alexander Thies (Foto).
"Weg zu ausgewogenen Vertragsbedingungen und einer fairen Aufteilung der Verwertungsrechte erreicht damit eine neue Qualität“, so Produzentenallianz-Vorsitzende Alexander Thies (Foto).

Bereits Anfang des Jahres hat sich die Produzentenallianz auf neue "Eckpunkten der Zusammenarbeit" mit der ARD geeinigt. Nun zieht das ZDF nach. Und verpflichtet sich zu verbesserten „Rahmenbedingungen einer fairen Zusammenarbeit“ mit den Fernsehproduzenten. Dazu gehören etwa eine Erhöhung der Erlösbeteiligung und ein erhöhter Gewinnaufschlag bei längerer Online-Nutzung.

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„Die Modernisierung der Terms of Trade mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern auf dem Weg zu ausgewogenen Vertragsbedingungen und einer fairen Aufteilung der Verwertungsrechte erreicht damit eine neue Qualität“, erklärt der Produzentenallianz-Vorsitzende Alexander Thies in einer Mitteilung. Der Interessenverband deutscher Produzenten von Film-, Fernseh- und anderen audiovisuellen Werken sieht darin einen “kraftvollen Schritt” in die richtige Richtung.

Eine Besonderheit: Die neuen mit dem ZDF vereinbarten Rahmenbedingungen gelten während der nächsten KEF-Gebührenperiode 2017 bis 2020 für vollfinanzierte und – das ist neu – auch für teilfinanzierte Auftragsproduktionen aller Genres. MEEDIA dokumentiert die „Rahmenbedingungen einer fairen Zusammenarbeit“ im Wortlaut.

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Kalkulationsrealismus: Überstunden-, Sonn- und Feiertagszuschläge sind künftig auch bei Produktionen für das ZDF kalkulationsfähig, ebenso Rechtsberatungskosten und angemessene produktionsbezogene Aufwände für Arbeitsschutz. Abhängig von Genres gehören zu den jetzt anerkannten Stab-Positionen zum Beispiel Producer, Herstellungsleiter und Headautoren (bei Reihen und Serien), bei  historischen Themen oder sehr umfangreichen Produktionen eine Szenen- oder Kostümbildassistenz, eine Filmgeschäftsführung und deren Assistenz, Locationscouts und Motivaufnahmeleiter. Bei Dokumentationen werden Postproduktionskoordinatoren und bei Dokumentationen mit Spielszenen und hochfrequenten Projekten Herstellungsleiter anerkannt. Bei Entertainment-Produktionen werden Herstellungsleiter und Executive Producer zu marktüblichen Bedingungen kalkulationsfähig, Kosten für den Erwerb vorbestehender Formate abgegolten.

Teilfinanzierung: Wenn sich zwischen Kalkulation und Senderbudget eine Lücke zeigt, kann sie der Produzent durch eine Teilfinanzierung schließen und bekommt dafür eigene Verwertungsrechte. Voraussetzung ist eine einvernehmliche Budgetbestimmung. Übertragen werden können alle Rechte, die das ZDF nicht zur Erfüllung seines Funktionsauftrages benötigt.

Innovationsfonds: Das ZDF will die Entwicklung erfolgreicher Programme und die Kreativwirtschaft – besonders kleine und mittelständische Produktionsunternehmen – fördern und schafft dafür einen Innovationsfonds in Höhe von jährlich 2 Mio. Euro. Damit sollen Projekt- und Stoffentwicklungsverträge für Entwicklungsvorstufen (z.B. Exposés, Treatments, Konzepte)  und Projektentwicklung in allen Genrebereichen finanziert werden

Mediatheken-Gewinnzuschlag: Wenn eine vollfinanzierte Auftragsproduktion länger als einen ununterbrochenen Zeitraum von 30 Tagen in ZDF-Telemedienangeboten zugänglich ist, wird der Gewinnaufschlag des jeweiligen Produktionsvertrages einmalig um bis zu 1 Prozentpunkt erhöht, die Kappungsgrenze liegt bei einem Volumen von 1,5 Mio. EUR (Nettofertigungskosten zzgl. HU). Bei teilfinanzierten Auftragsproduktionen, Ko- und Förderproduktionen bleibt es bei einzelvertraglichen Regelungen.

Erhöhung Erlösbeteiligung: Produzenten werden an den Erlösen aus den Auslands-, Pay-TV-, Kino-, DVD- und VoD-Verwertungen mit bis zu 20 % an sämtlichen Bruttoerlösen (abzüglich einer Verwaltungskostenpauschale von bis zu 10 % und nachgewiesenen Synchronisationskosten) beteiligt.

Trotz der zahlreichen finanziellen Verbesserungen für Fernsehproduzenten, die “vergleichbar mit den geschätzten Effekten durch die Eckpunkte 2.0 bei der ARD” seien, habe man jedoch längst noch nicht alles erreicht. „Mit den ‚Rahmenbedingungen einer fairen Zusammenarbeit‘ bewegt sich das ZDF einen kraftvollen Schritt auf die angestrebten ausgewogenen Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Verwertungsrechte zu. Auch hier wird allerdings entscheidend sein, wie die neuen Regelungen gelebt werden, also von den Produzenten und den Senderabteilungen angewendet werden.”, so Produzentenallianz-Vorsitzender Alexander Thies. “Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass die weiterhin nötige Fortentwicklung der Terms of Trade von Sendern und Produzenten vorangetrieben und das nach wie vor herrschende Machtgefälle zwischen Nachfragern und Anbietern ausgeglichen wird. Der Weg dorthin ist bereitet.“

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