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RTLs Neuauflage von „Der heiße Stuhl“ mit Multikulti-Schreck Sarrazin: das Talk-Konzept aus der Mottenkiste

Thilo Sarrazin und Steffen Hallschka bei der Neuauflage vom “Heißen Stuhl”
Thilo Sarrazin und Steffen Hallschka bei der Neuauflage vom "Heißen Stuhl"

„Der heiße Stuhl“ ist wieder da. RTL hat die olle Krawall-Talkshow aus den 90er Jahren anlässlich des Thementages „Kölner Silvesternacht“ reanimiert und Multikulti-Schreck Thilo Sarrazin auf das antiquierte Möbelstück gesetzt. Die Sendung, mutlos um 23.15 Uhr weggesendet und ohne einen Funken Innovation, kam bestenfalls auf laue Betriebstemperatur.

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Thilo Sarrazin gegenüber standen die Berufs-Muslima Khola Maryam Hübsch, der Grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring, Schauspielerin Annabelle Mandeng und Arnold Plickert von der Gewerkschaft der Polizei. Die Moderation übernahm statt wie früher der aufgekratzt aggressive Olaf Kracht der nette Steffen Hallaschka von „stern TV“. Schon allein diese Personalwahl nahm dem „heißen Stuhl“ etwas von der früheren Hitzigkeit. Die Person Sarrazin bietet aber natürlich trotzdem ausreichend Zoff-Potenzial. Dem Zahlen-Fex wurde es auf seinem Stuhl aber nicht sehr heiß. Er kennt sich mit solchen Runden mittlerweile ja sehr gut aus.

Mit verschränkten Armen, kerzengerade sitzend und Statistiken zitierend wurde der frühere Berliner Finanz-Senator seinem Ruf gerecht. Schon in seinem ersten Satz fielen die zwei Worte, die Sarrazin ausmachen: „Fakten“ und „Statistik“. Seine Schlussfolgerungen mögen umstritten bis fragwürdig sein, aber mit seinen Statistiken kennt sich Sarrazin im Zweifel besser aus als, sagen wir mal, Frau Hübsch. Zu ihren Aussagen, dass in Deutschland „alle zehn Minuten“ eine Frau vergewaltig würde und dass jede Dritte Frau in deutschen Sportvereinen Opfer sexueller Gewalt geworden sei, hätte man gerne die Quellen gewusst.

Die Zahlen schienen eher auf der Seite Sarrazins. Immerhin zückte auch Hallaschka im Laufe der Sendung eine Statistik, laut der drei Viertel der Intensivtäter in Berlin Migrationshintergrund haben. Frau Hübschs Einwurf, man müsse da auch einberechnen, dass viele der Täter aus armen Verhältnissen stammen, wurde vom Publikum mit Buhrufen quittiert.

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Im Laufe der Sendung wurde dann auch der unvermeidliche Vorzeige-Muslim hervorgeholt: ein junger Mann, der in einem Berliner Problemkiez mit dem Wundermittel Fußball scheinbar alle Probleme löst und sogar einen Toleranz- und Integrationspreis (nein, nicht das Bambi) gewonnen hat. Vor diesem Einzelfall zog selbst Sarrazin seine imaginäre Hasskappe. Doch was ist der schöne Einzelfall gegen die hässliche Statistik? An anderen Ende der Einzelfallskala waren zwei junge Frauen zugegen, die auf einem Volksfest von Flüchtlingen sexuell bedrängt worden waren. Schlimm aber auch dies von begrenztem Erkenntnisgewinn.

Frau Mandeng, Frau Hübsch, Herr Gehring, sie mühten sich redlich mit ihren Einzelfällen und Toleranzaufrufen und kamen dem Statistik zitierenden Sarrazin doch nicht recht bei. Alleine als der meinte, mit Polen und Russen und Vietnamesen gebe es nie Probleme, nur immer mit diesen Muslimen zuckte man kurz zusammen. Frau Hübsch rief ganz aufgeregt, das sei ja wohl Rassismus, womit sie nicht unrecht hatte. Aber dieser Punkt ging im hektischen Hin und Her der „heißen Stuhl“-Dramaturgie unter.

Generell ist es zu begrüßen, dass RTL auch mal eine politische Sendung ins Programm nimmt. Ob das nun gerade diese konzeptionell angestaubte Neuauflage aus der Krawall-Mottenkiste sein muss? Und dann auch noch zu unsäglicher Sendezeit und noch nicht einmal regelmäßig, sondern immer dann, „wenn Deutschland streitet“, wie Hallaschka sagte? Anfang der 90er war der „heiße Stuhl“ noch frisch und provozierend, heute hat sich die Aufregung über ein solches Format doch merklich abgekühlt. Erst recht Dienstagnacht um 23.15 Uhr.

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Alle Kommentare

  1. Ich halte die Äußerung Sarrazins darüber, dass es mit Übersiedlern z.B. aus Russland, Polen oder eingewanderte Asiaten keine Probleme gibt, für völlig richtig. Ich selbst hatte jahrelang mit russischen Übersiedlern/Einwanderer beruflich zu tun gehabt – prima Menschen mit denen man klar kommt. Hatte vor 10 Jahren eine größere einzelne Familie aus China persönlich gekannt (5 Kinder, der Mann war an der UNI, die Kinder waren immer lustig) – da gab es keine Auseinandersetzungen um ideologische/religiöse Ansprüche oder Forderungen. Herr Sarrazin hat Recht und wenn man hellwach ist, wird man merken, dass es mit Muslime in der ganzen Welt Probleme gibt – die sind nirgends willkommen. Warum wohl?
    Die Antwort steht im (sunitischen) Koran! Und Muslime wollen sich nicht in Deutschland anpassen, die wollen unsere Struktur nach ihren Maßstäben unter dem Deckmantel der Integration umgestalten. Deren Ziel ist langfristig, dass wir uns unterordnen sollen – steht alles im Koran, die Übersetzung (nicht leichtverständliche Kost) kann man sich im Internet runter laden.
    Ich für meinen Teil würde in der Not mein Haus lieber mit 20 russischen oder polnischen Menschen teilen als ein Muslim in der Nebenstraße haben zu wollen. Das hat nichts mit Rassismus oder mit den muslimischen Menschen selbst zu tun. Es geht um das verborgene Ziel dieser Kultur – wenn man aber nicht lesen kann, ist es traurig!

  2. Dafür das dies “aus der Mottenkiste kommt” waren die Quoten aber gut und ein Blick in den Medien zeigt das sehr viele darüber berichten.

    Und ja, Sarrazin hatte die Multi-Kulti Träumer sehr gut im Griff.

    Auch nur annähert Rassistisch war der Wink mit dem Zaunpfahl an die blauäugigen Gäste nicht. Vielleicht sollten die Medien auch mal offener werden…

  3. „Seine Schlussfolgerungen mögen umstritten bis fragwürdig sein, aber mit seinen Statistiken kennt sich Sarrazin im Zweifel besser aus als, sagen wir mal, Frau Hübsch.“

    Laut BAMF wurden 2015 insgesamt 441.899 Asylerstanträge verzeichnet. Von Januar bis November 2016 wurden insgesamt 702.492 Erstanträge gestellt. Das macht genau 1.144.391 Erstanträge. Sarrazin hatte behauptet von den 1,3 Mio Flüchtlingen (da hat er wohl großzügig aufgerundet) die seit 2015 zu uns gekommen sind, seien 70 Prozent junge Männer und tatsächlich findet sich für 2015 ein “Männeranteil“ von 69,2 Prozent und für 2016 ein Wert von 65,7 Prozent.
    Nur sind damit ALLE männlichen Antragsteller (jeden Alters) gemeint. Rechnet man alle unter 16jährigen heraus sind es für 2015 und 2016 zusammen nur noch 51,2 Prozent Männer und wenn ich Herrn Sarrazin beim Wort nehme und nur den Anteil JUNGER Männer (16-30 J.) an der Gesamtzahl der Flüchtlinge berechne, dann bleiben noch 33,5 Prozent übrig.

    Stellt sich die Frage, ob Herr Sarrazin sich mit den Statistiken im Zweifel doch nicht so gut auskennt oder ob er bewusst falsch zitiert.

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