Partner von:
Anzeige

Bewegtbild-Offensive: Huffington Post Deutschland will jede Geschichte als Video erzählen

HuffPost-Deutschland Chefredakteur Sebastian Matthes ruft eine Video-Offensive auf
HuffPost-Deutschland Chefredakteur Sebastian Matthes ruft eine Video-Offensive auf

Bei der Huffington Post Deutschland hat Chefredakteur Sebastian Matthes eine zunächst einwöchige "Video Tour" ausgerufen. Dabei soll die Redaktion des Burda-Angebots jede Geschichte "vor allem als Video denken". Videos seien Texten "in vielen Fällen deutlich überlegen", so Matthes. Ergänzt werden die produzierten Videos mit Live-Videos, u.a. von einer interaktiven Kochshow.

Anzeige
Anzeige

Fast 40 Prozent der Nutzer wünschten sich laut einer Umfrage, Beiträge nur noch in Form von Videos, so HuffPost-Deutschland Chefredakteur Sebastian Matthes. Dem wolle die Redaktion mit der zunächst einwöchigen “Video Tour” Rechnung tragen. Neben “normalen” Videos hat die Redaktion für die Aktion auch Menschen besucht, die einen ungewöhnlichen Alltag haben, etwa alleinerziehende Väter, Aussteiger, die seit Jahren im Wald wohnen, oder Drogendealer. Für Live-Videos besuchen Reporter u.a. von Obdachlosen besiedelte, leere U-Bahn-Schächte in München, teure Hotelzimmer oder die größte Modelleisenbahn der Welt.

Für Themen, die eher schwierig zu Bebildern sind, etwa den Blogbeitrag einer Krankenschwester, die fünf Dinge verrät, die Sterbende am häufigsten bereuen, wird freilich auf Stock-Videos mit Text-Einblendungen zurückgegriffen. In solchen Fällen ist Video dem Text dann eben doch nicht überlegen.

Einen wesentlichen Grund für die große Video-Offensive lässt der Chefredakteur denn auch unerwähnt: Bewegtbildwerbung lässt sich digital besser vermarkten als Display-Werbung. Die HuffPost-Video-Offensive soll somit vermutlich nicht alleine dem Nutzer-Interesse dienen, sondern auch der eigenen Geschäftsbilanz.

Anzeige

 

Hier sind alle Beiträge der HuffPost-Video-Tour gesammelt.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. https://meedia.de/2016/10/07/us-umfrage-unter-50-jaehrige-wollen-nachrichten-als-text-nicht-als-bewegtbild/

    Ich will meine Speed selber setzen: Also Lesen und die Schriftgröße selber einstellen können.
    Radio und Video hingegen drücken einem die Geschwindigkeit des Erzählers auf. Damit verliert man viel Zeit und das System freut sich und die Aufmerksamkeitsminuten können nicht mehr nutzvoller eingesetzt werden.

    Evtl. sind die Themen bei HuffPo auch für die Generation ab50 welche nicht mehr so viel lesen will und sich von den Qualitäts-Headlines zum Klicken animieren lässt.
    Und am Smart-TV beim Bügeln lässt man auch lieber was laufen und hört zu und guckt gelegentlich drauf während man die Wäsche zusammen legt und bügelt oder staub wischt oder kocht.
    Radio in Büros ist ja wohl auch daher beliebt.

    Hier dank teurer Mobilfunk-Preise ist es ja eher nicht so, das man auf dem Handy mal eben per UMTS/LTE Videos anschaut und freie Wifis gibts ja zugunsten der Oligopole auch kaum.

    Wäre ich HuffPo wäre jede Aussage und Audio-Description als Text lesbar und man kann dann dort drauf klicken und sofort dort im Video an diese Stelle springen. Drumherum kann ja Werbung sein.
    Aber anhand der beliebtesten Klicks würde man das Video automatisch umsortieren und vielleicht “schmackhafter” machen und Film-Hochschul-Regisseure und die ganzen Medien-Freiberufler welche am MacBook-Pro die News-Sendungen vielleicht für die zig Lokalsender und Firmen-Webseiten oder Sparkassen und Rathäuser oder Weihnachts-Markt-Betreiber oder Event-Agenturen als Eigen-Werbung zusammenschneiden würden davon sehr sehr viel lernen.

  2. Alles faule Ausrede – wieder mal ein Beispiel der Verdummung. Über Videos lässt sich Produkt-Werbung besser vermarkten, weil der User die Werbung im Video nicht abschalten kann. Die Überschriften sind dann inhaltlich so ausgelegt, um die Neugier zu wecken. Aber die eigentlichen Themen dieser Videos sind oft Müll oder belanglos. Diese Methode ist auf anderen Webseiten schon seit Jahren aktiv. Ich für meinen Teil verzichte – weil ich diesen Mist durchschaue.
    Es geht nur um Vermarktung von Dienstleistungen, Parfüm und Reisen.
    Wenn die unbedingt Geld verdienen wollen, sollen sie im Park das Laub harken, aber nicht den Feierabend der Leute mit Werbung versauen.

  3. Ist die Generation DummDumm-TV schon nicht mehr des Lesens mächtig? Ernsthaft? Dauerberieselung von meinungsbildenden Videos?

    Danke. Nein.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia