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Was der digitale Schein-Selbstmord des erfolgreichsten YouTubers PewDiePie über die Probleme der Video-Plattform aussagt

Der Schwede Felix Kjellberg aka PewDiePie ist der erfolgreichste YouTuber der Welt
Der Schwede Felix Kjellberg aka PewDiePie ist der erfolgreichste YouTuber der Welt

Der Schwede Felix Kjellberg ist mit seinem Kanal PewDiePie der erfolgreichste YouTuber der Welt. Für Furore sorgte seine Ankündigung, beim Erreichen von 50 Millionen Abos seinen Kanal zu löschen. Als die Abo-Zahl erreicht war, löschte er statt seinem Haupt-Kanal aber einen unbedeutenden Zweit-Kanal, den er erst kurz zuvor angelegt hatte. Kjellberg nutzte die PR-Show aber auch, um auf ein paar Probleme bei YouTube aufmerksam zu machen.

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Dass bekannte YouTuber Aufmerksamkeit erzeugen, indem sie ankündigen, ihren Kanal zu löschen, also praktisch digitalen Selbstmord zu begehen, ist nichts Neues. In Deutschland sorgte zum Beispiel der YouTuber Simon Unge 2014 für reichlich Schlagzeilen, als er im Streit mit dem Vermarkter Mediakraft verkündete, seine Kanäle ungespielt und ungefilmt zu verlassen. Mittlerweile und einige Selbstfindungsvideos später ist Unge längst wieder mit ungefilmt aktiv.

Im Fall Kjellbergs ist die Lösch-Ankündigung mehr als nur ein PR-Trick. Natürlich ist sich der Schwede der Wucht einer solchen Ankündigung bewusst und ihm dürfte auch klar gewesen sein, dass er in kurzer Zeit die 50 Mio. Abo Marke überspringt. Allein sein Video, in dem er ankündigt, seinen Kanal zu löschen, wurde bislang über 20 Mio. mal abgerufen.

Als es dann soweit war, löschte er freilich nicht seinen Hauptkanal PewDiePie, sondern den unbedeutenden Zweitkanal jacksepticeye2, der vermutlich nur für diesen Zweck angelegt worden war. Kjellberg bezeichnet die Aktion selbst als “Witz” und machte sich über die überzogenen Reaktionen und Schlagzeilen in den Medien lustig.

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Gleichzeitig verknüpfte er die PR-Aktion in eigener Sache mit deutlicher Kritik an YouTube. So habe er festgestellt, dass seine neuen Videos kaum noch auf den Vorschlagsseiten von YouTube auftauchen. Stattdessen würde dort vermehrt Videos vorgeschlagen, die mit reißerischen Überschriften und Vorschaubildern arbeiten, vulgo: Clickbait. Kjellbergs Vorwurf: YouTube habe am Algorithmus geschraubt und sorge dafür, dass Nutzer weniger Videos von ihren abonnierten Kanälen angezeigt bekommen, sondern verstärkt Videos, die in kurzer Zeit viele Klicks erzielen. Wer über neue Videos eines abonnierten Kanals automatisch benachrichtig werden will, muss auch bei bereits abonnierten Kanälen zusätzlich ein Alarm-Symbol aktivieren und Abos seien ohne Zutun von Nutzern beendet worden. Laut Kjellberg würden solche Änderungen den Charakter von YouTube als Plattform drastisch verändern. Weg von einer Plattform, die die Beziehung zwischen YouTubern und Zuschauern in den Vordergrund stellt, hin zu mehr Clickbait. 

Auf seine Anfrage habe YouTube ihm mitgeteilt, dass die Algorithmen nicht verändert worden seien, was er nicht recht glauben mag. Also dachte sich der YouTube-Star seine Aktion mit der Kanal-Löschung aus, prangerte die Probleme mit YouTube an und sorgte ganz nebenbei noch dafür, dass er als erster YouTuber die 50-Mio-Abo-Marke erreichte. Der Mann hat die Mechanismen von Social Media ganz offensichtlich durchdrungen.

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Alle Kommentare

  1. Die Medienbranche hat sich leider von einer handvoll Plattformen abhängig gemacht.
    Wer jetzt das Spielchen von Facebook, Youtube und Co. nicht mitmacht geht unter.

    Chapeau!

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