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Schlichtungsversuch am Freitag: VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner will abtrünnige Verlage zur Rückkehr bewegen

Treffen in Hamburg: G+J-Chefin Julia Jäkel, VDZ Präsident Stephan Holthoff-Pförtner
Treffen in Hamburg: G+J-Chefin Julia Jäkel, VDZ Präsident Stephan Holthoff-Pförtner

Zum 1. Juli nächsten Jahres wollen sich die Verlagshäuser Gruner + Jahr, Zeit, Spiegel und Medweth aus dem Fachverband des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zurückziehen. Nun startet Stephan Holthoff-Pförtner, neuer VDZ-Präsident und Nachfolger von Hubert Burda, einen Schlichtungsversuch. Er trifft am Freitag Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel in Hamburg, um sie zu bewegen, ihre Entscheidung rückgängig zu machen.

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Es war ein Paukenschlag. Nach den heftigen Streitigkeiten um die Nominierung von Stephan Holthoff-Pförtner zum neuen Präsidenten beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zogen Mitte November Gruner + Jahr, Spiegel, Zeit und die Medweth-Gruppe das Register. Sie gaben bekannt, Mitte 2017 aus dem Fachverband Publikumszeitschriften beim VDZ auszusteigen. „Die Ereignisse um die Wahl des neuen Präsidenten haben grundlegende Interessens- und Auffassungsunterschiede über Ausrichtung, Ziele und das Miteinander im Verband sichtbar gemacht. Die vier Verlage bedauern, dass dieser Schritt notwendig geworden ist“, begründeten die Betroffenen die Maßnahme.

Jetzt startet Stephan Holthoff-Pförtner offenbar einen Schlichtungsversuch. Er trifft die Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel am Freitag, um sie zu bewegen, den Austritt aus dem Fachverband des VDZ rückgängig zu machen. Was der Funke-Miteigner der Firmenchefin anbietet, ist nicht bekannt. Der VDZ bestätigt auf Anfrage von MEEDIA das Treffen, wollte sich aber zu näheren Einzelheiten nicht äußern. Gruner + Jahr hält sich auf Anfrage zu betriebsinternen Vorgängen bedeckt.

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Dem Funke-Mitgesellschafter Holthoff-Pförtner ist es wichtig, die vier abtrünnigen Verlage zur Rückkehr in die Lobbygemeinschaft zu bewegen. Denn der Austritt der Medienunternehmen schadet nicht nur dem Ansehen des Verbands sehr, er belastet auch die weitere Lobbyarbeit des neuen Spitzenmannes. Fraglich ist allerdings, ob eine Schlichtung überhaupt möglich ist. Denn für Gruner + Jahr gilt das Tischtuch als zerschnitten. Jäkel und die anderen Verlagschefs fühlen sich von der Nominierung des neuen VDZ-Präsidenten überrumpelt. Von „Hinterzimmer-Bünden“ war die Rede. Gruner + Jahr sucht daher mit Spiegel, Zeit und Medweth nach einer anderen Lösung, um ihre Interessen in der Branche und gegenüber der Politik wahrzunehmen. Im Gespräch ist, einen eigenen Verband zu gründen.

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Alle Kommentare

  1. Letztlich geht es doch darum, dass die abtrünnigen Verlage nicht mit nominiert haben. Das konnten die meisten anderen VDZ-Mitglieder auch nicht. Wie holt Stephan Holthoff-Pförtner dann Gruner & Co zurück? Das kann wohl schlecht über Zugeständnisse geschehen. Denn was wäre dann mit den Interessen der anderen VDZ-Mitglieder? Schließlich müsste sich der VDZ am Ende fragen lassen, wessen Interessen er eigentlich vertritt. Das wird nicht besser, sondern wohl eher der Posse nächster Teil.

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