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Facebook-Video “Year in Review”: Nutzer reagieren auf vorzeitigen Jahresrückblick genervt

Alle Jahre wieder: Der  Jahresrückblick von Facebook © Facebook
Alle Jahre wieder: Der Jahresrückblick von Facebook © Facebook

Alle Jahre wieder beginnt der Endspurt Anfang Dezember: Instagram, YouTube, Google, Facebook – die sozialen Medien überbieten sich mit vorzeitigen Jahresrückblicken, die meist ausschließlich eine Leistungsschau der eigenen Inhalte sind. Nur was, wenn weitere Großereignisse folgen? Viele Facebook-Nutzer reagieren genervt, nachdem das Netzwerk ihnen seine "Year in Review" via Videoclip serviert.

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Es ist so eine Sache mit der Saisonalität: So wenig wie der Januar eine Chance auf Eigenständigkeit hat, so scheint der Dezember in einer verfrühten Jahresendschleife gefangen zu sein – die Jahresrückblicke beginnen praktisch synchron zum Aufbau der Weihnachtsmärkte.

Den Anfang machte Instagram vergangene Woche am 1. Dezember (!) mit der Zusammenstellung der 10 meistgelikten Bilder des Jahres, die Selena Gomez mit 80 Prozent unter sich ausmacht.

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Ein von Selena Gomez (@selenagomez) gepostetes Foto am

Fünf Tage später (6. Dezember) präsentierte Twitter nicht nur die zehn wichtigsten globalen Trends in Hashtags, sondern fasste die wichtigsten Jahreshöhepunkte in einem Drei-Minuten-Video zusammen, in dem natürlich auch die dazu passenden Tweets auftauchten.

Apple zog wenige Stunden später nach und kürte gestern (6. Dezember) die Apps des Jahres und wies aus, welche Alben und Songs am meisten auf seinem Streaming-Dienst Apple Music gehört wurden – große Überraschung, natürlich der exklusive Vertragspartner Drake (“One Dance ” / “Views”).

Ist die Jahresendspirale einmal angestoßen, muss natürlich jeder dabei sein: Gestern (7. Dezember) veröffentlichte YouTube die Liste seiner zehn meistgesehenen Videos des Jahres, die das “Carpool Karaoke” von Adele vor dem Gaga-Clip “Pineapple Pen” gewann.

In der Rückblickflut möchte natürlich auch nicht das weltgrößte soziale Netzwerk zurückstehen und veröffentlichte heute (8. Dezember) seinen Rückblick auf die Großereignisse, die am meisten kommentiert wurden. Von der US-Wahl bis zum Tod von Boxlegende Muhammad Ali – es waren zumeist traurige Anlässe, die die häufigsten Kommentare auslösten.

Doch das war’s noch nicht: Auch Nutzer bekommen mit dem “Year in Review” seit dieser Woche ihren ganz eigenen Jahresrückblick spendiert. So geistern seit dem Wochenende (2. Dezember!) wieder Jahresrückblicke durchs Netz, die sich so anfühlen, es wäre es noch einmal 2009 oder 2010. Immer wieder dreht sich mit aller Macht der Rückblickzwang.

In einem Jahr, in dem David Bowie, Prince, Eagles-Mitbegründer Glenn Frey und Leonard Cohen verstarben, Donald Trump Präsident und der Brexit real wurde und Facebook erst Millionen Nutzer für tot erklärt hat, ist das vielleicht nicht die allerbeste Idee, vor allem nicht dreieinhalb Wochen vor dem Jahresende, wie Netzreaktionen beweisen:

Merke: It ain’t over ’til it’s really over.

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Alle Kommentare

  1. – kann mir bitte Meedia erklären, für was die Aufzählung von albernen faceboook, nein: fake-book-Einträgen und anderen Foto-Präsentationen nützlich für die notwendige Aufarbeitung des Themas sind?
    – kann mir bitte jemand erklären, welchen Wert die immer früheren Jahresrückblicke haben? Wollen wir sie vielleicht besser in den Sommermonat Juli verlegen?
    – kann mir bitte jemand erklären, wieso ich 6,90 € bei der SZ für einen selbstgefälligen Schmonzes a la 2016 Review bezahlen soll, wenn ich jedes Ereignis und jedes Nicht-Ereignis minütlich irgendwann beliebig aus dem Netz herunterladen kann?
    Ich sammle – Setzer, Journalist, Print-boy – seit 1970 alle mir verfügbaren Jahresrückblicke. Sie geben einen interessanten Einblick in das Auf und Ab der Medien – und der redaktionellen Wahrnehmung der jeweiligen Zeiten. In Summa: alle früheren bis etwa 1997 waren besser, die heutigen sind: unwichtig.

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