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Geschasster SpOn-Chef: Noch vor wenigen Tagen stärkte ihm der Print-Chefredakteur den Rücken

Entlassener SPON-Macher Florian Harms (li.) und Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: “Nein, es gab keinen Eklat”
Entlassener SPON-Macher Florian Harms (li.) und Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer: "Nein, es gab keinen Eklat"

Nun also doch. Florian Harms gibt die Chefredaktion von Spiegel Online ab. An seine Stelle rückt Vize-Chefin Barbara Hans. Trotz diverser Brandmails der SPON-Belegschaft hat sich die Geschäftsführung des Spiegel-Verlags dazu entschieden, Harms abzuberufen. SPON-Mitarbeiter aus Hamburg und Berlin sowie sogar Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer hatten zuvor dem SPON-Macher den Rücken gestärkt.

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Noch vor wenigen Tagen hatte Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer versucht, aufkeimende Gerüchte über Streitigkeiten zwischen dem SPON-Chefredakteur Florian Harms und ihm zu ersticken. „Nein, es gab keinen Eklat zwischen Florian Harms und mir, auch keinen Wutausbruch, sondern hin und wieder unterschiedliche Ansichten, aus denen nach vertraulicher Diskussion jedes Mal eine Lösung wurde; so ist das, wenn man unterschiedliche Spiegel-Biographien und -Perspektiven hat, ich find’s normal“, schrieb er am Freitagabend vorvergangener Woche in einer Rundmail an die Mitarbeiter von Spiegel Online und Spiegel. Für Mitarbeiter des digitalen Ablegers des Spiegel war klar: Brinkbäumer spricht dem SPON-Chefredakteur seine Rückendeckung aus.

Nun kommt es anders. Vize-Chefin Barbara Hans übernimmt das Ruder bei Spiegel Online. Sie tritt damit in die Fußstapfen von Florian Harms. Jesper Doub, Geschäftsführer von Spiegel Online hierzu: “Wir sind als führendes journalistisches Angebot im deutschsprachigen Internet hervorragend aufgestellt. Zu dieser starken Position hat Florian Harms in den vergangenen Jahren maßgeblich beigetragen – zuletzt mit einem erfolgreichen Rebrush der Website. Ich danke ihm für sein überaus großes Engagement“, gibt ihm die Geschäftsführung noch warme Worte mit auf dem Weg. Hans steht allerdings vor keiner leichten Aufgabe.

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“Die Redaktionen dieses Hauses und der Verlag hängen voneinander ab, wir brauchen einander. Das ganze komplizierte Gebilde namens Spiegel funktioniert ohne Spiegel Online nicht, ohne den (Print-)Spiegel oder Spiegel TV aber genauso wenig. Wir brauchen Zusammenspiel und die Erkenntnis aller, wirklich ausnahmslos aller, die hier arbeiten, dass wir gemeinsame Ziele haben, die wir nur gemeinsam erreichen werden“, erklärte Brinkbäumer in seiner Mail und ergänzt: „Wenn wir zusammenspielen, kann niemand den Spiegel schlagen, weil wir die besten Leute und die stärkste Marke des Landes haben; und dann werden wir auch stark genug für alle Herausforderungen des Strukturwandels sein. Wenn wir uns aber immer wieder selbst bremsen, wenn wir einander misstrauen und ständig aufs Neue Rivalitäten oder sogar Verachtung pflegen, wird es nicht reichen. Ganz ernsthaft: Dann werden wir nicht schnell und entschlossen genug für all die Aufgaben sein.“

Über die Gründe seiner Mail schrieb der Spiegel-Chefredakteur, es habe ihn “erschreckt, was in den vergangenen eineinhalb Tagen im Spiegel-Haus los war, weil wir das alles hinter uns haben sollten. Eigentlich sind wir sehr viel weiter.” Das Rundschreiben schloss mit einem Appell für die Zukunft: “Es wäre schön, wenn wir über Twitter und Branchendienste nun nicht immer neue Brände legen würden.”

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Alle Kommentare

  1. Frappierende Parallelen zur Bundesliga. Macht die Mannschaft zu wenig Punkte (oder Klicks) wird der Trainer gewechselt.
    Tja, liebe SPON-Redaktion, vielleicht einfach mal mehr “Zug zum Tor” entwickeln. Denn merke: Das Runde muss ins Eckige.

  2. Der Vergleich zu Merkel ist lustig und opportun, Brinkbäumer wird aber nicht an Schizophrenie leiden. Ergo war das nicht seine Entscheidung. Vielleicht wurde gemäkelt und gemault, ultimativ hat er das flinke Pferdchen aber nicht zum Rosschlachter geführt. Bei allen lustigen Hackereien auf einzelne Kreativ-Protagonisten (oder wohl eher Antagonisten, bedenkt man die aktuelle Stimmungslage) sollte der Einfluss der Geschäftsführerebene nicht kleingeredet oder gar ignoriert werden.

    Wer weiß schon, wie frei Brinkbäumer wirklich handelt?

  3. Ach herje … ich bin betroffen und ein Stück weit traurig.

    Vielleicht kann er bei der Kahane oder Heiko ne Wurscht vom Tisch ziehen?

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