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Grönemeyer vs. Bild: Gaga-Gedas und eine Schlappe vor Gericht

Größte journalistische Marke aus dem Hause Axel Springer: die Bild

Herbert Grönemeyer und die Bild werden wohl so schnell keine Freunde mehr. Man könnte meinen, dass sich beide Seiten längst in einer Art juristischem Dauerstreit befinden, in dem die Boulevard-Profis oder der Sänger immer wieder kleine Siege erkämpfen und auskosten. So scheiterte der Popstar gerade mit dem Versuch, eine Gegendarstellung wegen eines Satzes in der Verlierer-Rubrik der Bild durchzusetzen.

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Nach einem „arroganten Auftritt“ (Bild) in der Talkshow von „Günther Jauch“ am 4. Oktober 2015 hieß es auf der Titelseite der Zeitung:

Er gab sich die Rolle als Allwissender in puncto Flüchtlingskriese – aus der bequemen Perspektive des in London lebenden Millionärs. Selbst die FAZ lästerte: „…Schlecht gelaunt und aggressiv, um keine Parole verlegen…“

Das abschließende Bild-Urteil lautet: „Was soll das?“.

Das fragte sich der Sänger wohl auch und reichte vor dem Landgericht Köln eine Klage ein. Grönemeyer störte sich an der London-Formulierung. Er verlangte von der Bild, dass die Zeitung auch erwähnen müsse, dass er einen weiteren Wohnsitz in Berlin-Zehlendorf habe. Dort sei Grönemeyer auch gemeldet, zahle in Deutschland steuern und habe seit September 2015 in Berlin auch mehr als 50 Prozent der Zeit verbracht.

Hintergrund ist eine Zuschauerfrage in der Talkshow, in der unter anderem gefragt wurde, wie viele Flüchtlinge der Sänger (in England) bei sich aufgenommen habe? Jauch sagte daraufhin zu Grönemeyer: „Sie leben ja teilweise in auch in England…“. In der Folge erklärte der 60-jährige Popstar die britische Flüchtlingspolitik.

In seiner Klage verlangte Grönemeyer die Unterlassung der Formulierung „….des in London lebenden Millionärs“, sowie eine Gegendarstellung, in der die Redaktion richtig stellen sollte, dass er auch in Deutschland lebt.

Das Gericht lehnte ab und brummte Grönemeyer alle Kosten auf.

An anderer Stelle war der Sänger jedoch auch erfolgreich mit seinem juristischen Vorgehen gegen Bild. So mussten die Berliner, wie auch die B.Z. eine Gegendarstellung wegen eines fehlerhaften Berichtes über eine vermeintliche Hochzeit des Popstars drucken. Wie das Bildblog süffisant darlegte, unterliefen den Springer-Zeitungen dabei jedoch einige Formfehler, so dass die Bild und die B.Z. gleich fünf Anläufe brauchten, bis die Gegendarstellung allen vom Gericht geforderten Formalien entsprach.

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