Anzeige

„In Castros Reich ist die Freiheit noch lange nicht angekommen“: Wieso Bild nicht aus Kuba berichten darf

Größte journalistische Marke aus dem Hause Axel Springer: die Bild

In zwei Tagen will Kuba Abschied von seinem „Maximo Lider“ nehmen. Die Trauerfeier für Fidel Castros lockt Hunderte Journalisten aus aller Welt an, die über das Ereignis berichten wollen. Doch die Anwesenheit einiger Berichterstatter scheint den kubanischen Staat zu stören. So schriebt es die Bild-Zeitung, deren Reporter offenbar sehr deutlich gemacht worden ist, Stift und Notizblock besser stecken zu lassen.

Anzeige

„Bild-Reporter darf nicht aus Kuba berichten“, heißt die Überschrift des Artikels, in dem Bild-Chefreporter Peter Tiede berichtet, was ihm im kommunistischen Staat widerfahren ist. Zwei Tage lang habe der Journalist im Pressezentrum warten müssen, bis es schließlich eine Absage gab. Und was für eine. Eine Angestellte der Regierung habe Tiede mitgeteilt, dass Bild kein „ausgewogenes Medium“ so und die Berichterstattung des Boulevardblattes nicht mit den Vorstellungen der kubanischen Regierung übereinstimme. Der Reporter habe deshalb keine Akkreditierung für die Trauerfeier Castros erhalten, heißt es.

Tiede sei ein Arbeitsverbot erteilt und sogar gedroht worden, schreibt Bild weiter. Sollte der Reporter doch seiner Arbeit nachgehen, wisse er schon, was das für Konsequenzen habe, soll es geheißen haben. „Den kubanischen Genossen Diktatoren passt nicht, was Bild schreibt“, wettert die Boulevardzeitung.

Gleiches widerfahren sei einer Kollegin der italienischen Zeitung Corriere della Sera. Andere Journalisten, die eine Akkreditierung bekommen haben, sollen nicht wirklich besser behandelt worden seien. Dänische wie portugisische Kollegen seien stundenlang befragt worden, weil sie Funkmikrofone im Gepäck gehabt haben sollen, heißt es in der Berichterstattung weiter. Das Vorgehen Kubas sei „absurd“.“In Castros Reich ist die Freiheit noch lange nicht angekommen.“

Tiede sei gesagt worden, er dürfe weiterhin als Tourist im Land bleiben. Dass sich der Reporter an diese Ansage hält, darf bezweifelt werden.

(ms)

Anzeige