Anzeige

Die große Deutschland-Karte: Diese überregionalen Tageszeitungen verkaufen sich in den 402 Kreisen und Städten am besten

Im Sommer stieß die MEEDIA-Artikel-Serie zur IVW-Verbreitungsanalyse Tageszeitungen auf großes Interesse bei den Lesern. In einem Nachklapp haben wir nun ausgewertet, welche der vier großen überregionalen Tageszeitungen – SZ, FAZ, Welt und Handelsblatt – in welchem Landkreis und in welcher kreisfreien Stadt vorn liegt? Welche ist also in gewissem Sinne die überregionalste der vier Blätter?

Anzeige

In zehn großen Analysen – zum Teil ebenfalls schon mit interaktiven Landkarten – hatten wir im Juni und Juli auf die VA-Zahlen der IVW geblickt. Die Verbreitungsanlyse Tageszeitungen enthält detaillierte Verkaufszahlen der Zeitungen für alle 11.092 deutschen Gemeinden, 107 kreisfreien Städte und 295 Landkreise. Ermittelt werden die Zahlen jeweils in einer Messwoche – im Fall der VA 2016 war das die Woche vom 9. bis 15. November 2015. Die Analyse zeigt damit ein sehr spannendes Bild von Zeitungs-Deutschland.

In unseren Artikeln ging es um die größten Zeitungsmärkte, die stärksten Regionalzeitungen und eben auch um die Hoch- und Tiefburgen der vier großen überregionalen Tageszeitungen, also Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Welt und Handelsblatt. Damals zeigten wir auf Karten, wo sich die einzelnen Blätter besonders gut oder schlecht verkauften. Doch das waren einzelne Blicke. Nun, in einer elften VA-Auswertung, zeigen wir, welche der vier Zeitungen in jedem der 295 Landkreise und jeder der 107 kreisfreien Städte vorn liegt, dort also die meisten Käufer anlockt.

Das Gesamtergebnis der Auswertung zeigt, dass die F.A.Z. den größten Erfolg hat. Sie liegt in 207 Kreisen und Städten vorn, also in etwas mehr als der Hälfte. Die Süddeutsche Zeitung ist in 139 Regionen die Nummer 1, Die Welt in 49 und das Handelsblatt in drei. Hinzu kommen drei Landkreise (Sonneberg, Saale-Holzland-Kreis und Gotha), die SZ und FAZ gemeinsam anführen, sowie die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau, in der SZ und Welt gemeinsam die Liste anführen. Diese vier Kreise sind auf der folgenden Karte weiß eingefärbt.

Für die Visualiserung der Daten haben wir erneut das Tool Datawrapper genutzt:

Der Blick auf die Karte zeigt, dass Süddeutsche, F.A.Z. und Welt sich die Bundesrepublik weitgehend aufgeteilt haben. Die Süddeutsche Zeitung dominiert natürlich in fast ganz Bayern, aber auch im Süden Baden-Württembergs und im Süden Thüringens. Zudem hat sie eine Hochburg im Nordwesten, eine Bundesländer-übergreifende in Schwerin, Ludwigslust-Parchim, Lüchow-Dannenberg und Salzwedel. Die F.A.Z. liegt fast im gesamten Westen vorn: NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, westliche Teile von Niedersachsen. Zudem natürlich in Hessen, im südlichen Niedersachsen und im Norden und Südwesten von Baden-Württemberg. Im Osten liegt die F.A.Z. vor allem im Großteil von Sachsen vor der Konkurrenz, aber auch in Teilen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Die Welt wiederum führt dank ihrer Hamburger Historie im Norden: Hochburgen sind Hamburg, der Norden Niedersachsens und fast ganz Schleswig-Holstein. Zudem ist es ihr gelungen, in großen Teilen von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die Konkurrenz zu schlagen. Allerdings sind die Verkaufszahlen der überregionalen Tageszeitungen in den östlichen Bundesländern in der Regel eher gering. So reichen der Welt in einer Stadt wie Suhl ganze 21 täglich verkaufte Exemplare für den ersten Platz, in einem Landkreis wie Elbe-Elster sind es 22. In drei Städten und Kreisen führt das Handelsblatt: in Köln, wo offenbar viele Exemplare an große Unternehmen und/oder Verbände verkauft werden, sowie in den thüringischen Landkreisen Greiz und Hildburghausen, wo 26 bzw. 17 Verkäufe reichen, um SZ, F.A.Z. und Welt hinter sich zu lassen.

Anzeige