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Der Horror-Herbst der deutschen Medienaktien: Axel Springer, ProSiebenSat.1 und die RTL Group stürzen auf Jahrestiefs

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Spüren den Börsenblues: Mathias Döpfner und Anke Schäferkordt

Es ist ein gruseliger Anblick: Die drei wertvollsten börsengelisteten Medienkonzerne der Republik markierten im heutigen Handelsverlauf allesamt den tiefsten Stand des Jahres. Obwohl die jüngsten Zahlenwerke im Rahmen der Erwartungen lagen, sind Anleger offenkundig immer unzufriedener mit der Crux der Digitalisierung. Weil das Wachstum in den neuen Medien die Stagnation in den klassischen Geschäftsbereichen nur unzureichend ausgleicht, notieren Axel Springer, ProSiebenSat.1 und die RTL Group 2016 allesamt zweistellig im Minus.

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Es geht eine Schere durch die Medienwirtschaft: Die Stimmung scheint weitaus besser als die Kurse. So vollmundig Mathias Döpfner, Thomas Ebeling und Guillaume de Bosch bzw. Anke Schäferkordt die Chancen des digitalen Wandels von Quartalsbilanz zu Quartalsbilanz immer wieder betonen, so zunehmend genervt reagieren Anleger.

Der Grund: Aktionäre von Axel Springer, ProSiebenSat.1 und der RTL Group zahlen 2016 gehörig drauf – Medienaktien sind  in diesem Jahr Kursgift pur.

Zweistellige Verluste von deutschen Medienaktien

Vor allem in den letzten Wochen hat sich die Talfahrt der drei wertvollsten börsengelisteten deutschen Medienkonzerne so sehr beschleunigt, dass die Anteilsscheine von Axel Springer, ProSiebenSat.1 und der RTL Group im heutigen Handelsverlauf die Tiefstände des Jahres testeten und teilweise ausbauten.

Auf Schlusskursbasis stellt sich das Minus im Xetra-Handel seit dem 1. Januar wie folgt dar:

• RTL Group: – 16 Prozent
• Axel Springer: – 19 Prozent
• ProSiebenSat.1: – 31 Prozent

Gegenüber den Vergleichsindizes Dax (ProSiebenSat.1) und MDax (Axel Springer und  ProSiebenSat.1) fällt das Minus eklatant deutlich aus – Dax und MDax notieren seit Jahresanfang praktisch unverändert, während Besitzer von deutschen Medienaktien auf zweistelligen Verlusten sitzen.

Konzernergebnisse legen zu, Kurse brechen ein
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Dabei sind die happigen Kursverluste mit den Konzernbilanzen kaum zu erklären: Zwar stagnierten bei Springer die Umsätze in den ersten neun Monaten des Jahres, die operativen Gewinne legten aber um immerhin sechs Prozent zu.  Bei der RTL Group das gleiche Bild: Der Erlöse stagnieren, das Ebitda legt im einstelligen Prozentbereich zu.

Der einstige Börsenstar ProSiebenSat.1 kann unterdessen sogar bei Umsätzen und Gewinnen ein zweistelliges Plus präsentieren, wird aber ungleich härter von den Kapitalmärkten abgestraft – nicht zuletzt wegen des fait accompli-Effekts des Dax-Aufstiegs und der gerade angekündigten Kapitalerhöhung.

Skeptische Analysten ziehen Kurse nach unten

Maßgeblichen Anteil daran haben die zuletzt immer verhalteneren Einschätzungen von Analystenseite. So ist etwa die Springer-Aktie für die Deutsche Bank und das Bankhaus Lampe nur noch eine Halteposition, wobei das Düsseldorfer Bankhaus sein Kursziel letzte Woche gleich um 6 Euro auf 46 Euro reduzierte.

Ebenfalls nur noch “neutral” wird die RTL Group von Goldman Sachs und der Schweizer Großbank UBS in neuen Kurzstudien eingestuft – Goldman Sachs kürzte dabei ebenfalls das Kursziel.

ProSiebenSat.1: Vom Börsenstar zum Prügelknaben

Zum regelrechten Sorgenkind ist unterdessen der frühere Börsensuperstar ProSiebenSat.1 geworden, der seit den vor genau einem Jahr aufgestellten Allzeithochs bei über 50 Euro bittere 37 Prozent an Wert eingebüßt hat – entsprechend stufen die UBS, JP Morgan, Barclays, die Berenberg Bank und die DZ Bank die Münchner ebenfalls nur noch als Halteposition  ein.

Es entsteht ein Teufelskreis: Die Wachstumsverlangsamung schlägt sich in gesenkten Analyseneinschätzungen nieder, die sich wiederum in fallenden Kursen zeigen. Nach dem alles andere als filmreifen Börsenjahr 2016 hoffen deutsche Medienaktien im nächsten Jahr auf eine Königsdisziplin der Unterhaltungsindustrie: das Comeback. Tief genug könnte die Latte inzwischen hängen…

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Alle Kommentare

  1. wer lügt, verliert….Kampagnen Journalismus zu gunsten einer supereichen Globalisten Elite….die das Volk mit Füssen tritt funktioniert nicht….ausserdem wirkt sich dreckige neoliberale Politik auch auf das persönliche Presse Budget aus….früher war es kein Problem mal paar Zeitungen zu kaufen…..aber die Zeitungsbesitzer haben die unterstützt die die Mittelschicht immer ärmer gemacht haben.

    Einfach mal wieder das Volk endecken, dann klappt es auch wieder mit den Medien…..wir brauchen einen new Deal…das Geld muss da hin wo es gebraucht wird.

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