Partner von:
Anzeige

Wie miesepetrige Fans die Versöhnung zwischen Kai Diekmann und dem FC St. Pauli stören

Kai Diekmann twittert, Klaus Brinkbäumer analysiert, Ivanka Trump wirbt
Kai Diekmann twittert, Klaus Brinkbäumer analysiert, Ivanka Trump wirbt

Der Spiegel hat sich mit dem WDR zusammengetan, um Barack Obama staatstragend zu befragen. Miesepetrige Fans stören die öffentliche Versöhnung zwischen Kai Diekmann und dem FC St. Pauli. Und Jan Böhmermann raunz einen gewissen Donald Trump an. Der MEEDIA Wochenrückblick.

Anzeige
Anzeige

Es gibt in den Medien wenige wirklich feste Gewissheiten. Eine ist, dass die „Tagesschau“ im Ersten um 20 Uhr beginnt und 15 Minuten dauert. Nicht so an diesem Donnerstag. Wegen eines Interviews mit dem scheidenden US-Präsidenten Barack Obama krempelte die ARD ihr Abendprogramm um. Die „Tagesschau“ wurde um fünf Minuten gekürzt und direkt im Anschluss wurde ein 15-minütiges Interview mit Obama gezeigt, das von WDR-Chefredakteurin Sonja Mikich und Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer geführt wurde. Das Gespräch war professionell geführt und geboten staatstragend. Beim Spiegel waren sie ob des exklusiven Contents so aufgekratzt, dass der Chef sein eigenes Interview gleich in einem Bonus-Video selbst analysieren durfte. Sein Fazit zur ungewöhnlichen Kooperation zwischen WDR und Spiegel war ähnlich überraschend, wie das, was Obama zu sagen hatte: „eine wunderbare Zusammenarbeit.“ Für den Spiegel war das eine feine Sache und vielleicht auch eine kleine Genugtuung gegenüber einem Ex-Kollegen. Immerhin ist der im Unfrieden ausgeschiedene Ex-Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo Leiter des Rechercheverbunds WDR/NDR und Süddeutsche Zeitung. Dass die SZ nach Recherchen, die aus diesem Verbund kommen, oft prominent in der „Tagesschau“, die vom NDR produziert wird, genannt wird, ist anderen Medienhäusern schon länger ein Dorn im Auge. Nun hat auch der Spiegel ein paar Minuten Fame im Fernsehen abbekommen. Es sei ihm gegönnt. Er hat es ja sonst schwer genug.

Schon lange in dieser Kolumne nix mehr von Bild-Herausgeber Kai Diekmann gelesen. Das muss sich ändern! KD hatte ja vergangenes Jahr einen Beef mit dem FC St. Pauli, weil der Fußball-Verein die Bild-Aktion „Refugees Welcome“ nicht unterstützen wollte. Diekmann twitterte daraufhin angesäuert, die Refugees seien beim FC St. Pauli wohl nicht „welcome“, worauf es einen Haufen Ärger gab, den Interessierte hier noch einmal bei einem guten Glas Rotwein nachlesen können. Diesen Mittwoch ist Diekmann bei einer Veranstaltung mehr oder minder zufällig auf St.Pauli-Vizepräsident Joachim Pawlik und -Geschäftsführer Andreas Rettig getroffen. Diekmann erklärte reumütig, dass er sich mit seinem Provo-Tweet damals wohl „vergaloppiert“ habe und bekam als Zeichen der Versöhnung ein Kochbuch geschenkt, er wurde zu einem St. Pauli-Spiel eingeladen, es wurde geknipst und gelacht. alle hatten sich wieder lieb.

Sowohl Diekmann als auch der FC St.Pauli setzten – so macht man das heute – Versöhnungs-Tweets ab: Beziehungsstatus: wieder on!

Nur einigen Fans wollte das neue öffentlich zelebrierte Friede-Freude-Eierkuchen nicht recht gefallen und sie stänkerten mit dem Hashtag #bildnotwelcome unter dem St-Pauli-Tweet herum. Erik Hauth, streitbarer Betreiber der St. Pauli Website stpaulinu.de entwarf gleich ein Spreadshirt mit dem Hashtag #bildnotwelcome, von dessen Verkaufserlös je zwei Euro gehen an Flüchtlings-Projekte des Fanladen FC St. Pauli gehen. Aber KD wäre nicht KD, wenn er nicht gleich auch dazu wieder einen Re-Tweet parat hätte:

Ende vergangener Woche wurde Jan Böhmermann in Frankfurt am Main noch mit dem Sondermann Förderpreis für Komische Kunst ausgezeichnet. Thema bei der Verleihung war natürlich auch sein Staatsaffären auslösendes Schmähgedicht „Schmähkritik“ gewesen. Diese Woche raunzte der ZDF-Quatschkopf mit Donald Trump nun schon wieder einen eher reizbaren Charakter an, der immerhin bald Staatschef ist. Er hat zwar kein Schmähgedicht auf Trump verfasst aber ihm via Twitter zur gelungenen Präsentation eines 10.000-Dollar-Armreifs seiner Tochter Ivanka bei Trumps „60 Minutes“-TV-Interview beglückwünscht. Tochter Ivanka vertreibt nämlich eine hochpreisige Schmuck-Kollektion und nutzte den Auftritt des Herrn Papa-Präsident in spe für einen kleinen Werbe-Stunt in eigener Sache, was diesen Miesepetern von diesen Mainstreammedien auch schon wieder nicht passte. Leider hat Trump nicht auf den Böhmermann-Tweetreagiert, aber der soll da ruhig dranbleiben. Da geht noch was.

Und falls Sie diese Woche auch unter miesem Herbstwetter gelitten haben, denken Sie daran: Andere haben es auch nicht leicht. Bei der Zeitraffer-Sequenz in dem Video bitte im Geiste die Titelmusik von “Benny Hilly” einspielen:

Schönes Wochenende!

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Geradezu purtzig, wie Kai Diekmann immer wieder verzweifelt versucht, sich irgendwie “links”einzuklinken, um von dieser Seite ja nicht kritisiert und möglichst gelobt zu werden. Teilhaber der taz ist er ja schon – aber der Springer-Konzern verweigert z.b. bis heute der Jungen Freiheit den Zugriff auf Ullstein-Bilder. Dabei hätte Diekmann eigentlich alle Hände voll zu tun, den Absturz der “Bild”-Zeitung zu bremsen, die jährlich 200000 Leser verliert. Aber mit seiner Merkel-liebedienerischen “Refugees-Welcome”-Kampagne vor einem Jahr wollte sich Kai wieder zum Helden der Linken abschwingen, und hat nach Umfragen die “Bild”-Leserschaft zutiefst und nachhaltig verstört

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia