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„Funk diffamiert das bürgerliche Lager auf abscheuliche Weise“: AfD greift Jugendangebot von ARD und ZDF an – und will beim Programm mitreden

"Funk.net diffamiert das bürgerliche Lager auf abscheuliche Weise", moniert der medienpoltische Sprecher der AfD, Joachim Paul.

Die AfD hat das Jugendangebot von ARD und ZDF, Funk, zum Thema einer Aussprache im rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz gemacht. „Funk.net diffamiert das bürgerliche Lager auf abscheuliche Weise“, kritisierte Joachim Paul, medienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz. Und fordert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Wir wollen an der Vielfalt teilhaben.“

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Darüber hinaus sei Funk.net, das am 1. Oktober an den Start gegangen ist, „eine Schatztruhe für Psychologen“ und „kein Sender mit Bildungsanspruch“, wie die Allgemeine Zeitung aus der Aussprache im rheinland-pfälzischen Landtag zitiert. Dabei habe sich besonders ein Parteimitglied am Jugendangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gestört.

„Funk.net diffamiert das bürgerliche Lager auf abscheuliche Weise“, monierte Joachim Paul, medienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz. Grund dafür sei ein Beitrag über eine Demonstration in Wiesbaden, die Gegner der Sexualaufklärung an hessischen Schulen organisiert haben. Die Berichterstattung sei einseitig und zugunsten der Gegendemonstranten ausgefallen. Außerdem könne Paul mit Sendungstiteln wie „Fickt euch!“ wenig anfangen.

Die Kritik der AfD ist auf starken Gegenwind gestoßen. So warf Staatssekretär Clemens Hoch (SPD) dem AfD-Politiker vor, die Programmautonomie der Öffentlich-Rechtlichen zu missachten: „Sie wollen den Medien Inhalte vorschreiben“, wird Clemens von der AZ zitiert. Bernhard Braun, Fraktionsvorsitzender der Grünen, wählte sogar noch schärfere Worte: „Sie legen die Axt an die Wurzeln der Demokratie – und das machen Sie bewusst.“ Diese Thematik überhaupt anzustoßen diene allein dem Ziel, der ARD und dem ZDF zu schaden.

Dass Funk ein weiterer Sender der Öffentlich-Rechtlichen sei, wies CDU-Politikerin Ellen Demuth als falsche Behauptung zurück, die „nicht der Wahrheit“ entspreche und zeige, „wie armselig Sie sind“. Immerhin seien Einsplus und ZDFkultur für das Jugendangebot weggefallen. „Es ist kein weiterer Sender.“

Allem Widerstand zum Trotz – laut AfD-Sprecher Paul dürften auf funk.net christliche oder konservative Journalisten nicht ihre Meinung sagen. Seine Forderung: „Wir wollen an der Vielfalt teilhaben.“ Sprich: Die AfD will Einfluss auf das Programm nehmen.

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