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Barack Obama kritisiert Facebook für Umgang mit Fake News

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Barack Obama, Mark Zuckerberg: Der US-Präsident hat ein Problem mit Facebooks Fake News

Die Ausmaße von Facebooks Fake News-Problem werden immer größer. US-Präsident Obama kritisierte das weltgrößte soziale Netzwerk gestern am Rande seines Deutschland-Besuchs für den laxen Umgang mit gefälschten Nachrichten. Wie BuzzFeed herausgearbeitet hat, haben die 20 reichweitenstärksten Fake News auf Facebook mehr Interaktionen (Kommentare, Likes und Shares) erzeugt als die 20 am besten laufenden Artikel von renommierten Medien wie der New York Times, Washington Post, etc.

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Auf seinem letzten Deutschland-Besuch als US-Präsident kritisierte Barack Obama nicht nur verklausuliert seinen gewählten Nachfolger Donald Trump, sondern auch die Mechanismen, die seine Wahl erst möglich gemacht haben – die sozialen Netzwerke, denen Trump selbst seinen Erfolg zugeschrieben hatte.

Die Methoden sind höchst umstritten: Sogenannte “Fake News”, die mit unterhaltsamen Lügen oder emotionalen Halbwahrheiten arbeiten, erlebten im US-Wahlkampf Hochkonjunktur. Diese Form von Nachrichten sind oft höchst viral, verbreiten sich schnell und fangen teilweise sogar an, ein Eigenleben als vermeintlich echte Nachrichten zu führen. Es sind Nachrichten wie diese: “Papst Franziskus schockiert die Welt und befürwortet Donald Trump als Präsident”.

Veröffentlicht wurde der Beitrag auf der obskuren Webseite ETF News (“EndingFed News Network”), die den komplett erfundenen Artikel zwar inzwischen wieder gelöscht hat, das Posting auf Facebook aber bis heute hat stehen lassen. Die Folge im schnelllebigen Smartphone-Zeitalter, in dem Nutzer nur noch ihren News Feed abscannen: Bei einigen Facebook-Mitgliedern dürfte sich die Botschaft der Fake News als real verfestigt haben.

Obama: “Wenn man nicht zwischen echten Argumenten und Propaganda unterscheiden kann, haben wir ein Problem”

Kein Wunder, dass dem scheidenden US-Präsident Barack Obama das Thema so sehr beschäftigt, dass er es aus auf seinem Deutschland-Besuch in der anschließenden Pressekonferenz zur Sprache brachte:

“In einem Zeitalter, in dem es soviel aktive Fehlinformationen gibt – und sie sind gut verpackt, sie sehen echt aus, wenn  man sie im Facebook Feed sieht  (…) –, in dem alles gleich aussieht und es keine Unterschiede gibt, wird es schwer, unsere Werte zu schützen”.

Obama weiter:  “Wenn man nicht zwischen echten Argumenten und Propaganda unterscheiden kann, haben wir ein Problem.”

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Mark Zuckerberg: “Verrückte Idee, dass Fake News die Wahl beeinflusst haben könnten”

Mark Zuckerberg sieht das Problem indes offenkundig nicht. “Ehrlich gesagt, ich halte die Idee, dass Fake News die Wahl beeinflusst haben könnten, für ziemlich verrückt”, hatte der Facebook-Chef diese Woche auf einer Pressekonferenz erklärt. Seitdem ist der Gegenwind größer geworden.

Welchen Einfluss gefälschte Nachrichten bei Facebook tatsächlich entfalten können, hat BuzzFeed während des Wahljahres in den USA anhand der 20 reichweitenstärksten Artikel untersucht.

Fake News-Schreiber: “Ich glaube, Donald Trump ist wegen mir im Weißen Haus”

Das Ergebnis ist schockierend: Fake News haben im Laufe des Wahlkampfes nicht nur ständig an Aufmerksamkeit gewonnen, sondern in den letzten Wochen der Wahl sogar mehr Interaktionen (Kommentare, Share, Likes) generiert als die zwanzig reichweitenstärksten Artikel von Qualitätsmedien wie der New York Times, Washington Post, u.a.

Der professionelle Fake News-Schreiber Paul Horner, dessen Falschmeldungen von Donald Trumps Wahlkampf-Team geretweeted und geteilt wurden, feiert sich dann auch als der heimliche Präsidentenmacher: “Ich glaube, dass Donald Trump wegen mir im Weißen Haus ist”, erklärte Horner gestern gegenüber der Washington Post.

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Alle Kommentare

  1. Diese Demokraten sind schlicht schlechte Verlierer.
    Da hatte man seit 2009 !!! Zeit die Wähler von einem Konzept und einer Regierungstätigkeit zu überzeugen und wer ist für den Wahlverlust verantwortlich?
    Facebook, Zuckerberg und die Katholiken.
    Und statt nun gute Politik in der Opposition zu betreiben, wird zum Kampf gegen den Präsidenten und die Verfassung aufgerufen.
    Die unter Obama begonnen Rassenunruhen sollen nun also als politische Massnahmen gegen eine demokratische Wahl und das amerikanische Regierungssystem ausgeweitet werden.
    Clinton´s Freund Soros und die Geldelite träumt wohl schon von einem amerikanischen Frühling mit Bürgerkrieg und Schüsse um das Capitol.
    Verantwortung und Vernunft sehen anders aus.
    Aber die Republikaner haben das schon immer behauptet.

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