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Social Media-Offensive: Wie die AfD bei Facebook und Twitter versucht, vom Trump-Erfolg zu profitieren

Spielt die Trump-Karte: AfD-Vizechefin Petry

Trump, Trump, Trump: Der sensationelle Ausgang der US-Wahl lässt den Politikerbetrieb weiter hyperventillieren. Während das breite Spektrum der deutschen Parteienlandschaft noch rätselt, was sich unter dem neuen US-Präsidenten ändern wird, versucht die AfD vom Phänomen Trump zu profitieren. Fast täglich bejubeln die Spitzenpolitiker der AfD den bald mächtigsten Mann der Welt in neuen Postings bei Facebook wie Twitter und feiern ihn als „Klartextredner“.

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Es war zuletzt stiller um die AfD geworden. Der Aufwärtstrend der vergangenen Monate scheint gestoppt, Meinungsinstitute bescheinigten den Emporkömmlingen auf Bundesebene zuletzt wieder leicht rückläufige Umfrageergebnisse zwischen 12 und 13 Prozent.

In einem Jahr des Brexits und nun des Sensationserfolgs von Donald Trumps wollen die Rechtspopulisten das verebbende Aufwärtsmomentum offenbar nicht hinnehmen. Sie ahnen, dass der Wahlsieg des Reality TV-Stars zeigt, was der AfD fehlt – charismatische Politiker. Zu offenkundig wirken Frauke Petry, von Beatrix von Storch, Björn Höcke & Co bei ihren öffentlichen Auftritten immer wieder wie Politik-Praktikanten, die mit den Gepflogenheiten des Medienbetriebs zu kämpfen haben – und teilweise für ihr dilettantisches Auftreten ein brutal hohes Lehrgeld bezahlen müssen.

Social Media-Offensive der AfD: Posts sind wenigstens kontrollierbar

Massiv setzt die AfD seit Monaten massiv auf Social Media: ein Post ist ein Post– und damit vom Absender, anders als ein TV-Interview, kontrollierbar.

Wie Trump provozieren Petry, von Storch & Co seit Monaten auf Facebook (300.000 Fans – und damit mehr als CDU und SPD zusammen) mit steilen und zum Teil sehr gewagten Thesen, nur um dann doch oft wieder einen halbherzigen Rückzieher zu machen. Nach dem Motto: War doch gar nicht so gemeint, aber unsere Botschaft hat sich trotzdem versendet.

Zuletzt jedoch schienen der AfD die plumpen Botschaften ausgegangen zu sein: Die Landtagswahlen sind vorüber, die Flüchtlingskrise entschärft sich – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – immer weiter, und der Fokus der politischen Medien liegt seit dem Monaten ohnehin in Washington bei der US-Wahl. Was also kommunizieren, was posten?

AfD hat plötzlich neues Thema gefunden – Donald Trump

Trump natürlich! Was im Wahlkampf angesichts des mitunter großen Abstands des republikanischen Herausforderers wie ein gewagtes Unterfangen erschien, ist nun zur Mutter aller Steilvorlagen für die AfD geworden. Der Populist und Politneueinsteiger Donald Trump ist US-Präsident – und die AfD hat damit ihr großes Thema gefunden: Seht her, wenn Trump US-Präsident werden kann, dann können wir…

In diesem Tenor posten sich die AfD-Aushängeschilder seit Tagen die Finger wund:

Zusammengefasst: Aus Sicht der rechtspopulistischen AfD ist Donald Trump der große Heilsbringer – für Amerika, den Rest der Welt und vielleicht auch für den deutschen Wahlkampf.

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