Partner von:
Anzeige

“Taxi nach Leipzig”: die Tatort-Spurenakte zur 1.000 “Tatort”-Folge mit Lindholm und Borowski

“Taxi nach Leipzig”: Die Hannoveranerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) ermitteln gemeinsam in der 1.000 “Tatort”-Folge.
"Taxi nach Leipzig": Die Hannoveranerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) ermitteln gemeinsam in der 1.000 "Tatort"-Folge.

Zwei Kommissare ermitteln in einem Fall, in dem gar nicht ermitteln werden muss – Tarantino und MacGyver lassen grüßen: Der "Tatort: Taxi nach Leipzig" hat die Krimireihe auf links gedreht. Statt einer großen Jubiläums-Sause zum 1.000 Fall wurden die beiden Ego-Ermittler Lindholm (Maria Furtwängler) und Borowski (Axel Milberg) durch ein abgrundtiefes Psycho-Kammerspiel gejagt. Die Akte zum Fall.

Anzeige
Anzeige

Darum geht’s:

Die Hannoveraner Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) sind zu einem Polizeiseminar nach Braunschweig gekommen. Die zwei Hauptkommissare kennen sich nicht und wollen sich auch nicht kennenlernen. Doch das werden Sie, ob sie wollen oder nicht: Borowski flüchtet vor einem penetranten Seminarteilnehmer, dem alternden Polizisten Affeld. Alle drei landen im Taxi eines wütenden und hochagressiven Mannes – der gerade erfahren hat, dass die Liebe seines Lebens seinen Todfeind heiraten wird. Borowski und Lindholm werden gefesselt, kauern hilflos auf der Rückbank. Und so unterschiedlich sie die Situation auch bewerten – in einem Punkt sind sie sich ausnahmsweise der gleichen Meinung: Wenn sie den Fahrer nicht stoppen, werden sie sterben.

Das gefällt:

Selten war ein Fall so düster. Und dabei sei der Umstand, das dieser “Tatort” überwiegend bei Nacht spielt, mal ausgeklammert: Als Beifahrer wider Willen und Teil eines demütigenden Machtspielchens haben (oder mussten) Lindholm und Borowski tief blicken lassen. Warum war Lindholm ein Kinderschreck? Wovor fürchtet sie sich? Und warum verliert sich Borowski lieber in einem grausamen Mordfall, anstatt Zeit mit seiner Familie zu verbringen? Auf diese Fragen hatte dieser “Tatort” eine Antwort. In Kapiteln erzählt, Tarantino lässt grüßen, wurde so die Gedankenwelt der Hauptkommissare schonungslos seziert. Während Florian Bartholomäi als traumatisierter Taxifahrer mit militärischer Vergangenheit dem Zuschauer nicht nur einmal einen kalten Schauer über den Rücken gejagt hat. Dabei kam der abgrundtiefe Jubiläums-“Tatort”, dessen Herzschlagfinale von zerstörerischer Schönheit ist, ohne demonstrative Verbeugungen vor seiner Vergangenheit aus. Und hat der Krimireihe damit auch in seiner 1.000 Folge etwas Neues hinzufügen können.

Das gefällt nicht:

Ein zerbröselter Keks als letzte Maßnahme? Zwar sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt – in Superzeitlupe und mit Jetzt-bitte-mitfiebern-Musik – wirkte der Befreiungsschlag von Borowski, in dem er Taxifahrer Rainald mit dem Gebäck blendet, doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Eine Stilkritik, die man eigentlich nur Alleskönner MacGyver durchgehen lassen kann. Darüber hinaus hätte dem auf allen Ebenen düsteren “Tatort” etwas stimmungsaufhellender Humor gut getan. Skurrile Dialoge und Monologe (von “Wir suchen dieses Familienhotel bei Hannover” über “Ich habe da diese Doku gesehen. Die eine auf Arte”) haben hin und wieder für Kopfschütteln gesorgt. Manche Dinge haben sich also auch im mittlerweile 1.000 “Tatort” nicht geändert.

Die Ermittler:

Haben sich keinen einzigen Ball zugespielt – und damit für große Unterhaltung gesorgt. Denn ausgerechnet die beiden Ego-Ermittler, die Hannoveraner Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg), mussten auf engstem Raum zusammenrücken. Eine ungewöhnliche Begegnung. Mehr Sauerstoff geht nicht.

Beide gehören zu den Top-10-„Tatort“-Kommissaren im MEEDIA-Ermittler-Ranking und ziehen regelmäßig bis zu zehn Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Ebenfalls herausragend: Florian Bartholomäi als hochagressiver Taxifahrer Rainald Klapproth und Luise Heyer (als Ex-Freundin des Taxifahrers und Auslöser seiner Wut, Nicky Lowkow), die dem kühlen “Tatort”-Jubiläum mit – wenn auch – einen emotionalen, bittersüßen Einschlag verpassen. Verantwortlich für Buch und Regie ist Alexander Adolph (u.a. „Tatort: Der sanfte Tod“ und „So glücklich war ich noch nie“)

Die Quote:

Der 1.000 “Tatort: Taxi nach Leipzig” war ein voller Erfolg: 11,74 Mio. Krimi-Fans saßen am Sonntagabend zwischen 20.15 Uhr und 21.45 Uhr vor den Fernsehern. Der Marktanteil lag bei 30,3% – das „Taxi nach Leipzig“ war zudem der fünftstärkste „Tatort“ der jüngsten zwei Jahre.

Und das sagt das Netz zur 1.000 “Tatort”-Jubiläumsfolge:

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Diese Tatort – Folge hat gefesselt, aber auch durch “Tonausreisser” im Bassbereich, aus der Synthesizer Zeit der 70-er eine Geräuschkulisse erzeugt, die zeitweise unerträglich war. Vermutlich hätten da Percussion-Akzente eher die Atmosphäre des düsteren Geschehens getroffen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia