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Es fährt wieder ein “Taxi nach Leipzig”: Die 1.000 “Tatort”-Jubiläumsfolge im MEEDIA-Schnellcheck

“Taxi nach Leipzig”: Die Hannoveranerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) ermitteln gemeinsam in der 1.000 “Tatort”-Folge.
"Taxi nach Leipzig": Die Hannoveranerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) ermitteln gemeinsam in der 1.000 "Tatort"-Folge.

Am 29. November 1970 wurde der erste "Tatort" ausgestrahlt. 46 Jahre ist Krimi-Reihe stark und beliebt wie nie – am kommenden Sonntag läuft mit "Taxi nach Leipzig" (ARD, 20.15 Uhr) die 1.000 Folge. Worum geht’s? Wer spielt mit? Und wie ist es überhaupt so weit gekommen? MEEDIA beantwortet die wichtigsten Fragen zum Krimi-Jubiläum.

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Worum geht’s?

Die Hannoveraner Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) sind zu einem Polizeiseminar nach Braunschweig gekommen. Die zwei Hauptkommissare kennen sich nicht und wollen sich auch nicht kennenlernen. Doch das werden Sie, ob sie wollen oder nicht: Borowski flüchtet vor einem penetranten Seminarteilnehmer, dem alternden Polizisten Affeld. Alle drei landen im Taxi eines wütenden und hochagressiven Mannes – der gerade erfahren hat, dass die Liebe seines Lebens seinen Todfeind heiraten wird. Borowski und Lindholm werden gefesselt, kauern hilflos auf der Rückbank. Und so unterschiedlich sie die Situation auch bewerten – in einem Punkt sind sie sich ausnahmsweise der gleichen Meinung: Wenn sie den Fahrer nicht stoppen, werden sie sterben.

Wer ermittelt?

Die Hannoveraner Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und der Kieler Kollege Klaus Borowski (Axel Milberg) – beide gehören zu den Top-10-“Tatort”-Kommissaren im MEEDIA-Ermittler-Ranking und ziehen regelmäßig bis zu zehn Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Verantwortlich für Buch und Regie ist Alexander Adolph (u.a. “Tatort: Der sanfte Tod” und “So glücklich war ich noch nie”), in weiteren Rollen sind etwa Florian Bartholomäi (als hochagressiver Taxifahrer Rainald Klapproth) und Luise Heyer (als Ex-Freundin des Taxifahrers und Auslöser seiner Wut, Nicky Lowkow) zu sehen.

Warum “Taxi nach Leipzig”?

Abgesehen davon, dass Lindholm und Borowski in einem “Taxi nach Leipzig” sitzen, ist der Titel eine Anspielung auf den ersten “Tatort”: Der “Tatort: Taxi nach Leipzig” wurde am 29. November 1970 im Ersten ausgestrahlt und hat die Krimi-Reihe begründet.

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Damals ermittelte Paul Trimmel (gespielt von Walter Richter, r.) von der Hamburger Kriminalpolizei: An einem Autobahnrastplatz bei Leipzig ist die Leiche eines Jungen gefunden worden, der Schuhe trug, die in der BRD hergestellt wurden. Wenig später ziehen die DDR-Behörden ihr Hilfeersuchen zurück. Natürlich nicht ohne Grund.

Wie ist die Krimireihe eigentlich entstanden?

“Es war kein konkreter Plan”, sagt Gunther Witte – Erfinder der legendären Krimireihe – im Interview mit MEEDIA. “Das ZDF war neu und hat sich ungeheure Mühe gegeben, die alteingesessenen ARD-Sender mit einer ‘Unterhaltungsoffensive’ zu überholen. Und Rohrbach (WDR-Abteilungsleiter, Anm. d. Red.) hat erkannt: Da müssen wir etwas unternehmen. Also hat er mich und noch einen Kollegen beauftragt, eine Familienserie und eine Krimiserie zu entwickeln. Ich bekam die Krimiserie.”

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Für Witte, damals Redakteur beim WDR, war die Sendereihe “Es geschah in Berlin” des Westberliner Senders Rias ein Vorbild: “Sie war spannend, spielte in Berlin – und war unterhaltend und besaß einen dokumentarischen Hintergrund. Das hat mich nicht mehr losgelassen.” Da jeder öffentlich-rechtliche Sender seine Programmhoheit behalten wollte, zog Witte den “Tatort” als länderübergreifende Krimireihe auf: “So bekam auch jeder Sender seinen eigenen Kommissar und damit die Möglichkeit, diesen speziell für seine Region besetzen zu können, zum Beispiel was den Dialekt anbetrifft.”, so Witte gegenüber MEEDIA.

Was hat es mit dem “Tatort”-Vorspann auf sich?


Der “Tatort”-Vorspann ist – bis auf wenige Modernisierungen – seit dem Start 1970 gleich geblieben. Dementsprechend heftig fiel die Kritik aus, als Neu-Kommissar Til Schweiger den Vorspann als “outdated” bezeichnete und ihn aufmotzen wollte.

Entworfen wurde der “Tatort”-Vorspann von Peter Hoheisel vom BR, die Titelmelodie stammt von Klaus Doldinger. Die Augen und Beine im Vorspann gehören dem ehemaligen Schauspieler Horst Loettenmayer – vor 46 Jahren hat ihm seine Agentur den Auftrag verschafft. Einige Jahre später war aber auch mehr von ihm zu sehen: Im “Tatort: Der Pott” (1989) spielte er einen Gewerkschaftsboss.

Wie viele Ermittler-Teams gibt es mittlerweile?

In den 1.000 Folgen des “Tatort” wirkten bisher insgesamt 89 Ermittler bzw. Ermittler-Teams mit. Die meisten Fälle haben die Hauptkommissare Batic (Miro Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtweitl) aufgeklärt – in 72 Einsätzen ermittelten die Münchner Kommissare bisher. Dicht gefolgt von den Kollegen aus Köln: Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) waren 67 Mal im Einsatz, den dritten Platz belegt mit 64 Fällen Kommissarin Odenthal (Ulrike Folkerts) aus Ludwigshafen, die bereits seit 1989 ermittelt und damit die dienstälteste Kommissarin ist. Zur Zeit sind 22-Ermittlerteams im regelmäßigen Einsatz.

Was ist der (bisher) erfolgreichste “Tatort” aller Zeiten?

Mittlerweile werden jährlich 35 “Tatort”-Folgen ausgestrahlt. Eine Folge kostet rund 1,3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich 9,53 Millionen Zuschauer zugesehen. Im selben Jahr lief auch der (bisher) erfolgreichste “Tatort” aller Zeiten: Den “Tatort: Schwanensee” aus Münster – mit Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Gerichtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) – erreichte am 8. November 13,69 Millionen Zuschauer und einen Gesamtmarktanteil von 35,5 Prozent.

Und warum sollte man sich den “Tatort: Taxi nach Leipzig” nun ansehen?

Die 1.000 Folge des “Tatort” strotzt vor Anspielungen – vom Titel “Taxi nach Leipzig” bis zu Cameo-Auftritten von Ur-“Tatort”-Darstellern (u.a. Günter Lamprecht als DDR-Grenzer). Der Fall ist spannend, das Zusammenspiel von Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg) ist erfrischend, so dass der eine oder andere trockene Dialog schnell vergessen ist. Kurz: Der “Tatort: Taxi nach Leipzig” (13.11., ARD, 20.15 Uhr) ist eine sehenswerte Verbeugung vor dem “Tatort”-Urknall aus dem Jahr 1970.

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Alle Kommentare

  1. Wie kann man diese folge nur als spannend bezeichnen, sprechen nicht einmal deutlich.und dann diese kalte , emotionslose unfrau.was finden bloß alle an
    Ihr? Vermutlich nur weil sie die frau von Burda ist. Eine gekaufte folge.leider. Gruß g.bayer

  2. Sehr geehrte Tatortredaktion,

    bitte sorgt dafür, dass der 1000- ste auch der letzte Tatort ist. Fast alle in letzter Zeit gesendeten Tatorte sind eine Verhöhnung bzw. Abwertung der realen Polizeiarbeit. Nach Ihren Darstellungen ist unsere Polizei ( Hauptkommissare ) mehr als schlecht ausgebildet und deshalb unangemessen, unreal in ihren Reaktionen.
    Der heutige Tatort war die Spitze dessen.
    Bitte bespreche Sie dies mit Ihrem Team.

    Mit freundlichen Grüßen

    G. Schmidt

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