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Wer hat Angst vor Breitbart.com? Die rechtspopulistische Pro-Trump News-Website will jetzt nach Deutschland expandieren

Breitbat.com Gründer Andrew Breitbart, Donald Trump: eine rechtspopulistische Huffington Post
Breitbat.com Gründer Andrew Breitbart, Donald Trump: eine rechtspopulistische Huffington Post

Beim zurückliegenden US-Wahlkampf war die us-amerikanische News-Website Breitbart.com eines der wenigen Medien, das Donald Trump massiv unterstützte. Nach Trumps-Wahlerfolg will Breitbart nun nach Deutschland und Frankreich expandieren. Die Macher sehen in Europa einen florierenden Markt für ein rechtspopulistisches Medium. MEEDIA erklärt, was es mit diesem Breitbart.com auf sich hat.

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Das Medienunternehmen trägt den Namen seines Gründers Andrew Breitbart. Der rechtskonservative Blogger gehörte zum Gründungsteam der Huffington Post und starb im Jahr 2012 im Alter von nur 43 Jahren an einem Herzanfall. Breitbart galt als streitbarer, wortmächtiger Gegner eines vom ihm so gesehenen linken Establishments. Unter seiner Führung enthüllte die Website Breitbart, bzw. deren Vorläufer, u.a. die Sex-Affäre des demokratischen Politikers Andrew Weiner, der Frauen Nacktfotos von sich via Twitter schickte. Breitbart.com schreckte aber auch noch nie vor Manipulationen zurück. Bekannt ist u.a. der Fall, als Breitbart 2010 ein manipulativ geschnittenes Video von Shirley Sherrod veröffentlichte, einer Beamtin der US-Landwirtschaftsbehörde, in dem diese scheinbar rassistische Bemerkungen macht. Sherrod wurde daraufhin gefeuert, später stellte sich heraus, dass ihre Aussagen in dem Breitbart-Video komplett aus dem Zusammenhang gerissen waren.

Nach Breitbarts Tod übernahm Stephen Bannon die Führung der Website. Bannon ist ein früherer Banker von Goldman Sachs, ein ehemaliger Soldat der US-Navy und er war Berater von Sarah Palin und Donald Trump. Unter seiner Führung verschärfte sich der Rechtskurs von Breitbart.com. Die Seite begann, Verschwörungstheorien zu verbreiten, gegen Einwanderer und Flüchtlinge zu hetzen, zeigte antisemitische Tendenzen und diskreditierte Demokraten und Republikaner, die sie zum sogenannten Establishment zählt. Breitbart.com bejubelte von Beginn an die Kandidatur Donald Trumps.

Im August 2016 verließ Bannon Breitbart.com, um Leiter von Trumps Wahlkampf-Team zu werden. Hillary Clinton kritisierte während des Wahlkampfs die extreme Nähe und Verflochtenheit zwischen dem Trump-Wahlkampf und Breitbart.com. Der neue Ausrichtung unter Bannon sorgte innerhalb des Breitbart-Teams für Streit und Abgänge. Andrew Breitbarts langjähriger Weggefährte Ben Shapiro, der kurz vor Breitbarts Tod Chefredakteur der Website wurde, verließ das Unternehmen wegen Bannons Kurs. Konkreter Anlass war, dass eine Breitbart-Reporterin den damaligen Wahkampf-Manager Trumps wegen eines Übergriffs anzeigte. Bannon stellte sich nicht hinter seine Reporterin, sondern ergriff Partei für den Trump-Mitarbeiter. Die New York Times zitiert Shapiro mit den Worten: “Zu der Zeit nutze Bannon Breitbart praktisch als Sprungbrett, um Zugang zum Wahlkampfteam Trumps zu bekommen.“

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Ob Stephen Bannon nach der Wahl Trumps zu Breitbart zurückkehrt, ist unklar. Chefredakteur bei Breitbart.com ist aktuell Alex Marlow. Der hat der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber angekündigt, dass Breitbart nach der US-Wahl seine internationale Expansion vorantreiben will. Konkret geplant sind Ableger in Deutschland und Frankreich. Es würden bereits Gespräche mit Journalisten geführt. Dabei ist es laut Reuters das Ziel von Breitbart, rechtspopulistischen Politikern in den jeweiligen Ländern zu Ämtern zu verhelfen.

In Europa ist Breitbart seit 2013 in Großbritannien aktiv, wo die Website die Brexit-Bewegung massiv publizistisch unterstützt hat. Der englische Breitbart-Chefredakteur Raheem Kassam hat seinen Job als Journalist zwischenzeitlich niedergelegt, um den Brexit-Befürworter und Parteichef der rechspopulistischen UK Independence Party, Nigel Farage, zu beraten.

Breitbart plant neben der Expansion in neue Märkte auch technische Neuerungen. So soll Breitbarts Technik-Redakteur Milo Yiannopoulos gemeinsam mit Produzenten Konzepte für eine Breitbart TV-Show ausarbeiten. Yiannopoulos würde übrigens jüngst bei Twitter gesperrt, weil er eine Schauspielerin dort massiv beleidigt haben soll.

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Alle Kommentare

  1. Gnihihi jetzt ranzen sie dann wieder alle rum wie nazi breitbart doch sei und kratzen heimlich bei denen an der Tür, Pseudonym-Vorschlag inklusive

    Na, was machen die ganzen abgebauten von Funke, Dumont, usw? noch “in der Bewerbungsphase” oder schon “spannendes New-Media-Projekt mit Crowd blablablaa”

    Deppen die ne Kamera halten können werden grade bei Bild gesucht

  2. Zitate aus dem Zusammenhang reissen und unwichtige Fakten wegzulassen haben linkspopulistischen Medien mit Erfolg eingesetzt (Michael Moore ist ein gutes Beispiel dafür), warum sollen nicht auch Rechtspopulisten die gleichen Mittel verwenden dürfen ?

    Das man mit versteckter Kamera und richtigen Schnitt jeden Gesprächspartner als niederträchtig und unmoralisch darstellen kann haben links- und rechtspopulistische Meden auch schon gezeigt.
    Schön war die Beratung für die Gründung eines Bordells, oder die Ankaufverhandlungen für die Embryonen die in einer Abtreibungsklinik anfallen…

  3. rechtskonservative alternative Medien finde ich gut danke für den tipp. Bei Zeitungen bin ich auch schon umgestiegen.

    Erstaunlioch das Trump gewinnen konnte trotz der massiven Pro Clinton Propaganda der mainstream Medien…anscheinend gibt es viele Bürger die langsam schnallen wie gleichgeschaltet manipuliert wird.

  4. Warum verwendet ihr das Foto vom Gründer Andrew Breitbart, obwohl der schon seit 4 Jahren tot ist?

    Da wurde wohl nur irgendwo abgeschrieben aber nicht recherchiert!

  5. Es ist interessant, wie das Wort rechtspopulistisch Emotionen schürt. Man könnte doch auch argumentieren in den Zeiten des schwarz-rot-grünen Chaos sehnt sich das Volk nach Recht und Ordnung also ist Rechtstreue im Gegensatz zu Rechtsbruch etwas Positives. Weiterhin heißt ja populistisch sich den Wünschen des Volkes (vielleicht übertrieben) geneigt zu zeigen, dies behaupten aber die Gegner der so bezeichnete Populisten auch von sich. Sind sie also dann Antipopulisten-Populisten? Also kann auch diese Wortschöpfung eigentlich nicht so negativ sein, wie unterstellt. Es ist also äußerst amüsant die Gegner von Breitbart verwenden eine eigentlich gar nicht so schlechte Bezeichnung, wenn man es so auslegen will, als negativ und die Befürworter regen sich darüber auf. Es wäre doch im Wettbewerb um Wählerstimmen angebracht zu hören, was diese Politiker (Populisten und Antipopulisten-Populisten) für das Land tun wollen, anstatt ständig von undefinierten Werten zu faseln, die sie ohne demokratische Wertedebatte einfach in die Welt gesetzt haben. Schön wäre es auch, wenn es im Lande Journalisten gäbe, die die Politiker fragen, was sie für das Land tun wollen, statt ständig in Sachen Weltrettung unterwegs zu sein. Vielleicht will Breitbart das ja tun. Dies ist das eine, das andere ist mehr praktisch, was machen eigentlich dann die Zensoren des Herrn Maas, wenn sie meinen, dort Haßbotschaften zu entdecken? Wenn sie sich trauen etwas löschen zu wollen, gibt es vom großen Bruder jenseits des Atlantik vielleicht kräftig was auf die Finger. Die einen werden dann wohl zu Hillary und den Saudis flüchten und die anderen werden, wie so oft im Lande, immer schon heimliche Bewunderer von Herrn Trump gewesen sein, es nur ganz für sich behalten haben und sich außerordentlich glücklich schätzen, dies nach dieser dunklen Zeit endlich frei sagen zu können. Wer weiß, vielleicht ist sogar Herr Maas ein heimlicher Fan von Donald oder könnte es noch werden.

  6. ” … später stellte sich heraus, dass ihre Aussagen in dem Breitbart-Video komplett aus dem Zusammenhang gerissen waren.”

    Hm. Woher kenne ich sowas? Also aus einem Breitbart-Video garantiert nicht. Vielleicht eher aus Deutschland? Aus mit Führungspersonal der AfD geführten Interviews von Qualitätsmedien vielleicht?

  7. Es wäre ein echter Gewinn für die Meinungsvielfalt!
    Warum nur regt man sichnicht über TAZ auf?
    Was zählt ist die Wahrheit und die besseren Argumente, wer sich davor scheut ist weder an Wahrheit noch an Argumenten interessiert.
    Es ist ein starker Gegenwind notwendig, wenn alle Fähnchen in selbe Richtung flattern!

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