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“Geld in die eigene Tasche stecken”: Aufsichtsratschef Hahn mischt Aktionärsgruppe auf

Constantin-Aufsichtsrat Dieter Hahn und die Tochter den verstorbenen Filmproduzenten Nina Eichinger
Constantin-Aufsichtsrat Dieter Hahn und die Tochter den verstorbenen Filmproduzenten Nina Eichinger

Erneut droht die Hauptversammlung der Münchener Constantin Medien AG in einem Eklat zu enden. Denn Dieter Hahn, Aufsichtsratsvorsitzender des Sport- und Filmkonzerns, erhebt schwere Vorwürfe gegen den früheren Firmenchef Bernhard Burgener und seine Aktionärsgruppe. Hahn verteidigt zudem den angestrebten Verkauf der Constantin Film AG gegenüber Nina Eichener, Tochter der Filmlegende Bernd Eichinger, der die Kinoproduktion aufgebaut hatte.

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Es sollte eigentlich zur großen Aussöhnung unter den beiden verfeindeten Aktionärsgruppen auf der heutigen Hauptversammlung der Constantin Medien AG kommen. Doch daraus wird wohl nichts. Der Grund: Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hahn erhebt schwere Vorwürfe gegen den früheren Vorstandschef Bernhard Burgener. Burgener, so Hahn, ginge es nicht um die Strategie, vielmehr wolle sich die Aktionärsgruppe um ihn finanziell am Unternehmen bereichern. Sie zahlten sich „unanständig hohe Gehälter, schanzen sich teure Darlehen auf unser aller Kosten zu und fahren die größten Dienstwagen, die Sie sich vorstellen können“, erklärt Hahn.

Auch über Aktiendeals würde sich die Aktionärsgruppe zu Lasten der verbliebenen Anteilseigner bereichern. Hahn: „Es geht nicht um die Sache, schon gar nicht um unsere Gesellschaft oder unsere Strategie, es geht nur um Geld, und zwar um das Geld, das einige Manager dieses Unternehmens seit vielen Jahren in trauter, familiärer und freundschaftlicher Verbundenheit in Basel in die eigenen Taschen stecken“.

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Hahn liest hierzu aus einer am 20. November 2015 geschlossenen Vereinbarung mit Burgener vor. Daraus geht hervor, dass auch der frühere Vorstandschef ursprünglich einen Verkauf der Constantin Film AG anstrebte. Dies ist jedoch der wichtigste Streitpunkt der beiden verfeindeten Anteilseigner. Denn Kogel und die Aktionärsgruppe um Dieter Hahn wollen sich auf das Sportgeschäft konzentrieren, die Constantin Film AG soll hingegen veräußert werden. Burgener und seine Gruppe hingegen verfolgen öffentlich ein anderes Ziel: Sie wollen die Constantin Medien AG als Ganzes erhalten, ein Verkauf der Filmsparte kommt für sie nicht infrage. Jetzt erscheint dies bei den von Hahn präsentierten Dokumenten in einem anderen Licht.

Hahn verteidigte zudem den angestrebten Verkauf der Filmsparte gegenüber Nina Eichinger, die auf der Hauptversammlung anwesend ist. Sie ist die Tochter des 2011 verstorbenen Kino-Königs Bernd Eichinger, der die Constantin Film AG neu aufgebaut hatte. Hahn: „Aus meiner Sicht ist ein anderer, kapitalstarker und innovativer Eigentümer für das Erbe Ihres Vaters und die Zukunft des Films wesentlich besser als weiter in den Händen von Bernhard Burgener zu sein, der sie genauso wie die gesamte Öffentlichkeit anlügt, wenn er bestreitet, dem Verkauf von Constantin Film zugestimmt zu haben.“

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