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“Die fehlende Bereitschaft macht mich nervös”: Jan Böhmermanns General-Kritik an ARD und ZDF

Jan Böhmermann
Jan Böhmermann

„Mehr – Medien: Programm 2020“ – das war am Montag bei einer Tagung des Grimme-Forschungskollegs in Köln eines der Reizthemen. Bei dem ausgerechnet Jan Böhmermann Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geübt hat: „Die Bereitschaft, Neues zuzulassen und auch mal zu scheitern, geht gegen Null.“, sagte der "Neo Magazin Royale"-Moderator mit Blick auf ARD und. Er forderte mehr Mut zu Neuem.

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Ob er vor Gericht mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan streitet oder einen Laiendarsteller in eine RTL-Show einschleust – der Satiriker Böhmermann gehört zu den provokantesten und bekanntesten TV-Unterhaltern in Deutschland. Doch ausgerechnet wenn es um die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, also seine Arbeitgeber geht, zeigt sich Jan Böhmermann kritisch: „Technisch und kulturell haben die Sender eine Lücke von 20 Jahren zu überbrücken, in der sie sich wenig um technische Entwicklungen gekümmert haben“, klagt der “Neo Magazin Royale”-Moderator (ZDFneo) am Montag bei einer Tagung des Grimme-Forschungskollegs in Köln, wie auch die WAZ berichtet.

Kein Mut, wenig Experimente, kaum Transparenz und Bereitschaft zu Neuem – das alles fehle, um im digitalen Zeitalter Schritt halten zu können. „Die Bereitschaft, Neues zuzulassen und auch mal zu scheitern, geht gegen Null.“, sagt Böhmermann. “Die fehlende Bereitschaft macht mich nervös.” Und er mahnt: „Ich finde es bedenklich, dass die Neue Rechte die sozialen Medien viel schneller verstanden hat als die Leute, die geradeaus denken können. Diese Leute sind alle längst da, wo die öffentlich-rechtlichen Sender leider noch nicht sind.“ Aber neben Tadel gab es auch Lob von Böhmermann: Er schätze sich sehr glücklich, in der Affäre um das Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan die (rechtliche) Unterstützung vom ZDF hinter sich zu haben.

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Die Tagung schloss sich an einen Festakt zur offiziellen Gründung des Grimme-Forschungskollegs an – neben Böhmermann mit Gästen wie NDR-Intendant und Lutz Marmor und FR-Chefredakteurin Bascha Mika.

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Alle Kommentare

  1. Primäres Ziel ist es, sich erstmal üppig selbst zu versorgen. Immerhin gilt es 8 Mrd. jährlich zu verteilen. Das Programm ist zweitrangig. In dieser Struktur wird sich daran aber nichts ändern.

  2. Ach was, Böhmermann, Sie finden “bedenklich”, werden “nervös”, zeigen sich “besorgt”?
    Woher plötzlich dieses gestanzte, erwachsene Vokabular? Zu viel Angie geguckt?
    Oder gerade keinen Bock gehabt, wieder ein paar vorpubertäre Scherzchen abzuseien?
    Vorschlag: Wie wäre es denn, wenn SIE mal was Neues machten? Talkshows erneuern sich ja nicht durch den Austausch plappernder Nullnummern oder geringere Informationstiefe. Und Unterhaltungsshows werden nicht durch andere Glitzerschuhe und dumpfe Scherzversuche besser, anders oder neu.
    Oder wollten Sie nur auch mal was Erwachsenes sagen, Böhmermann?

  3. Wozu was Neues wagen ?
    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat vom Bundesverfassungsgericht eine Bestands- & Entwicklungsgarantie erhalten.
    Selbst wenn morgen niemand mehr ARD & ZDF nutzt müssen die Beitragspflichtigen zahlen.

    Ausserdem besteht bei neuen Formaten die Gefahr das sie von Anderen übernommen werden – das gleiche gilt für neue Gesichter.
    Selbst Böhmermann könnte schon morgen seinen Vertrag beim ZDF Kündigen wenn er bei RTL mehr Geld und Freiheiten bekommt.

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