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Neuer Zoff bei Constantin Medien: Sporttochter Plazamedia soll 50 Stellen abbauen

Constantin-Vorstandschef Fred Kogel
Constantin-Vorstandschef Fred Kogel

Kurz vor der Hauptversammlung der Constantin Medien AG droht neuer Zoff: Deren CEO Fred Kogel will bei der Sporttochter Plazamedia ca. 50 Stellen abbauen. Die geplante Personalkürzung stößt bei Aktionären auf Unverständnis. Denn der ehemalige Sat 1-Manager will sich auf den Sportbereich konzentrieren und die Sparte eigentlich ausbauen. Die Schlankheitskur bei Plazamedia hat eine Vorgeschichte.

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Erst vor wenigen Wochen hatte Constantin-Chef Fred Kogel seinen Strategiewechsel in einer Mitteilung an alle Aktionäre öffentlich gemacht. Der ehemalige ZDF- und Sat1-Manager will die Constantin Medien AG ganz auf den Sportbereich konzentrieren. Dazu plant Kogel, die Constantin Film AG zu verkaufen, wo bekannte Kino-Streifen wie „Der Name der Rose“ oder „Der Schuh des Manitu“ produziert wurden.

Jetzt jedoch drohen gerade in der Sport-Sparte tiefe personelle Einschnitte. Nach MEEDIA-Informationen sollen bei der Sportproduktionstochter Plazamedia im nächsten Jahr rund 50 Stellen wegfallen. „Es ist richtig, dass es bei Plazamedia zu einem notwendigen Personalabbau kommen wird“, bestätigt eine Constantin-Sprecherin die Maßnahme sowie die Höhe des Stellenabbaus. Plazamedia beschäftigt derzeit 200 Mitarbeiter. Als Grund für die Schlankheitskur nennt die Constantin-Sprecherin das „Auslaufen der Rahmenvereinbarung mit Sky Mitte 2017 und die geplante Neuausrichtung der Plazamedia“.

Auf den ersten Blick liefert damit der jetzt öffentlich gewordene Stellenabbau der Aktionärsgruppe um den ehemaligen Constantin-Chef Bernhard Burgener eine Steilvorlage in die Hände. Sie ist von dem Strategiewechsel Kogels wenig erbaut. Die Akionärsgruppe will den Münchener Constantin Medien-Konzern als Ganzes erhalten und den von Kogel angestrebten Verkauf der Constantin Film AG partout verhindern, der mit dem Erlös hieraus das Sportgeschäft vorantreiben will. Nun könnte Burgener und seine Aktionärsgruppe leicht argumentieren, dass Kogel durch den Abbau der 50 Arbeitsplätze bei Plazamedia den Sportbereich eher schwächt, den er eigentlich ausbauen will.

Doch so einfach ist dies nicht. Denn der jetzt bekannt gewordene Stellenabbau bei Plaza Media hat eine Vorgeschichte. Ursprünglich hatte Constantin Medien – damals noch unter dem Vorstandsvorsitz von Bernhard Burgener – 2013 geplant, Sport 1 und die Produktionsfirma Plazamedia an die Londoner Sky-Gruppe zu veräußern. Das Bundeskartellamt hatte hierfür damals bereits grünes Licht gegeben. Die Transaktion stand zu dem Zeitpunkt aber noch unter dem Vorbehalt, dass ein neuer mehrjähriger Produktionsrahmenvertrag zwischen Sport 1 und Plazamedia abgeschlossen wird.

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Doch dieser Vertrag kam nicht zustande, weil man sich nicht über die Ausgestaltung einig wurde. Die Folge: der Verkauf an Sky platzte. Einziger Pluspunkt für Constantin Medien: Das Unternehmen hatte noch vor dem gescheiterten Übernahme-Deal einen Vertrag mit Sky geschlossen. Er sieht vor, dass Sky Fußballsendungen bis 2017 mit Plazamedia stemmt. Erst ab nächstem Jahr will Sky den Fußball selber inhouse produzieren, also in einem eigenen Sendezentrum.

Der jetzt bekannt gewordene Stellenabbau bei Plazamedia könnte bei den verzankten Parteien heftige Diskussionen auf der am Mittwoch stattfindenden Hauptversammlung auslösen. Erneut könnte die Aktionärsversammlung in einem Desaster enden. Die Querelen der beiden verfeindeten Aktionärsgruppen führten bereits im Juli zu einem Eklat auf der Aktionärsversammlung. Sie musste ergebnislos abgebrochen werden.

Dies könnte sich jetzt wiederholen. Dabei hatte sich vergangene Woche der Rechtsanwalt Nikolaus F.X. Lutje gegenüber MEEDIA zu Wort gemeldet, der als Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die Interessen der Kleinaktionäre vertritt. Er forderte, den Machtkampf endlich zu beenden. „Es muss eine Entscheidung gefällt werden. Es muss Ruhe einkehren. Alle Aktionäre müssen gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt der DSW-Vertreter. Offenbar dürften diese Worte hoffnungslos verhallen.

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