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„IS-Propaganda“ und „Skandal“: ARD nach „Anne Will“-Sendung mit Vollverschleierter heftig in der Kritik

Moderatorin Anne Will und Nora Illi (Frauenbeauftrage des "Islamischen Zentralrats Schweiz")

„Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?“ – das war das Thema von „Anne Will“ am gestrigen Abend. Nun sieht sich die ARD-Talkshow dem Vorwurf der „IS-Propaganda“ (Welt) ausgesetzt, von einem „Skandal“ (Stern) und einer „Gratwanderung“ (FAZ) ist die Rede. Auch in den Kommentarspalten von Twitter und Facebook wird die Sendung scharf kritisiert.

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Am gestrigen Sonntag-Abend ist eine Welle der Empörung durch die Medienwelt geschwappt: Die „Anne Will“-Sendung, die auch thematisch an den „Tatort: Borowski und das verlorene Mädchen“ anschloss und die Frage stellte „Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?“, hat für heftige Kritik gesorgt.

Der Auslöser: Nora Illi (32), die Frauenbeauftrage im „Muslimischen Zentralrat Schweiz“, die mit ihren Ansichten rund um die Rolle der Frauen im Islam polarisierte und provozierte: „Das ist Propaganda, so etwas kann man im öffentlichen Fernsehen nicht machen“, kritisiert Islamismus-Experte Ahmad Mansour in der Runde, nachdem Nora Illi sich wortreich und verharmlosend um eine Antwort auf die Frage gedrückt hat, was sie etwa jungen Mädchen rate, die zum IS nach Syrien reisen wollen.

Zuschauer, Medien und auch Mitdiskutant Wolfang Bosbach (CDU) kritisierten, dass Anne Will der umstrittenen Frauenbeauftragten – und dem radikalen Islam – eine Bühne geboten habe. Zur fast besten Sendezeit: 5,09 Mio. Zuschauer (16,7%) haben die Sendung am Sonntag verfolgt.  „Das gehört zu unserem Werteverständnis, dass wir uns mit anderen Meinungen auseinandersetzen“, entgegnete Will auf die Vorwürfe ihrer entgeisterten Gäste. Ein Argument, dass viele Medien nicht gelten lassen wollen.

Im Nachgang schreibt die Welt:

Was den CDU-Innenpolitiker und mit ihm vor allem den Islamismusexperten Ahmad Mansour so aufregte, war der allzu lässige Umgang von Will mit einer nicht nur durch ihre Kleidung auffälligen Talk-Teilnehmerin und deren Aussagen, die als nichts anderes als Propaganda für eine Teilnahme am Krieg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu verstehen waren.

Bei der FAZ zeigte man sich froh, dass sich zumindest Wills Gäste das nicht bieten ließen:

Es war eine Gratwanderung, an der Anne Will gescheitert wäre, hätte sie nicht Ahmad Mansour in ihrer Sendung gehabt, nicht Wolfgang Bosbach, nicht den Imam Mohamed Taha Sabri aus Berlin und nicht Sascha Mané, dessen Tochter nach Syrien ausgereist ist, ins Herrschaftsgebiet der Mördermiliz namens „Islamischer Staat“ (IS)

Bei stern.de ist gar die Rede von einem „Skandal“Anstatt sich von den Gräueltaten des IS zu distanzieren – diskutiert wurden auch Zwangsverheiratungen und die Ermordung der „Ungläubigen“ – sprach die Frauenbeauftragte im „Muslimischen Zentralrat der Schweiz“ von der „Selbstentfaltung“ der Frau, dem entgegengebrachten „Respekt“ eines solchen Islamverständnisses und von „Selbstbestimmung und Freiheit“.

Auch im Social Web hagelte es Kritik:

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