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Kurssturz nach Kapitalerhöhung: ProSiebenSat.1 fällt auf tiefsten Stand seit fast zwei Jahren

Der scheidende ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling
Der scheidende ProSiebenSat.1-CEO Thomas Ebeling

Der Dax-Aufstieg im März hat ProSiebenSat.1 bislang kein Glück gebracht: Seitdem die Münchner Sendergruppe im Eliteindex gelistet ist, hat das Papier über 20 Prozent an Wert eingebüßt, während der Dax sogar leicht zulegte – eine filmreife Performance sieht anders aus. Grund für den neuerlichen Kursrutsch am Freitag ist eine üppige Kapitalerhöhung von 515 Millionen Euro, durch die Konzernchef Ebeling frische Mittel für neue Übernahmen besitzt.

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Gute Ergebnisse bescheren nicht immer gute Kurse. Seit das Münchner Senderkonglomerat am vergangenen Donnerstag sein neuestes Zahlenwerk für das dritte Quartal vorgelegt hat, befindet sich der Aktienkurs im Sinkflug.

Während das Umsatzplus von 15 Prozent und der Gewinnanstieg auf 13 Prozent von Anlegern und Analysten erwartet worden war, überrascht eine anderen Nachricht Stunden später: Die ProSiebenSat.1 Media SE hat eine Kapitalerhöhung um rund 6,5 Prozent beschlossen.

Kapitalerhöhung reißt Aktie auf tiefsten Stand seit Januar 2015

Und das in Hauruck-Manier: Stunden später waren alle neuen Aktien bereits zu Kursen von 36,25 Euro je Aktie verkauft. Ärgerlich nur für Zeichner: Einen Tag später wechselten ProSiebenSat.1-Aktien 3,5 Prozent günstiger den Besitzer.

Der einstige Börsenliebling, der vor einem Jahr noch Allzeithochs nördlich der Marke von 50 Euro aufgestellt hatte, ist zwölf Monate später gerade noch 35 Euro wert – die Aktie notiert gleichermaßen auf dem tiefsten Stand seit fast zwei Jahren.

Seit Dax-Aufstieg unter Druck
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Besonders bitter: Seit dem Aufstieg in den Dax im März befinden sich die Münchner dauerhaft im Börsenblues. Während der deutsche Eliteindex seitdem um 3 Prozent zulegte, mussten ProSiebenSat.1-Aktionäre ein happiges Minus von 23 Prozent verkraften. Im ersten Jahr in der ersten deutschen Börsenliga ist ProSiebenSat.1 gleich zum Kellerkind verkommen – direkt neben den Dauerprügelknaben Deutsche Bank und Commerzbank.

Konzernchef Ebeling wird den Fehlstart im Dax verkraften können – er hat auf der Höhe der Finanzkrise, als ProSiebenSat.1 kurzfristig zum Pennystock degradiert wurde, schon weitaus schlimmere Abstürze gesehen.

Frische Mittel für strategische Zukäufe von Digitalfirmen

Vor allem sicherten sich die Münchner aber frische Mittel in Höhe von 515 Millionen Euro, die der Dax-Novize weiter ins digitale Geschäft investieren will. “ProSiebenSat.1 plant, die Emissionserlöse insbesondere für weitere strategische Zukäufe von Digitalfirmen zu verwenden”, teilten die Bajuwaren mit.

ProSiebenSat.1 hatte in den vergangenen Jahren kräftig auf dem deutschen Online-Markt gewildert und u.a, das Preisvergleichsportal Verivox, das Online-Flugreisebüro etraveli und die Online-Dating-Plattformen Parship und ElitePartner übernommen.

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