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VDZ-Konflikt eskaliert: Chefs von G+J, Zeit und Spiegel sagen Teilnahme am Publishers‘ Summit ab

Um die strategische Ausrichtung des VDZ nach dem Rückzug von Hubert Burda (2. v.re.) ist ein Streit entbrannt: Rainer Esser, Thomas Hass und Julia Jäkel (v.li.) bleiben deshalb dem Jahreskongress in Berlin fern

Die Querelen um die Art der Nominierung von Funke-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner zum designierten VDZ-Präsidenten und Nachfolger von Hubert Burda eskalieren zum offenen Konflikt. Nach MEEDIA-Informationen hat die als Rednerin beim Publishers‘ Summit eingeplante Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel ihre Teilnahme abgesagt. Auch die Chefs von Zeit und Spiegel bleiben dem Jahreskongress fern. Inzwischen bestätigt ein VDZ-Sprecher die Absagen.

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Offenbar ist VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer vor dem Wochenende über den Teilnahmeverzicht informiert worden. Damit waren vorangegangene Versuche gescheitert, die Wogen zwischen den Konfliktparteien zu glätten. Die Hamburger Verlagschefs sowie der Verleger der Medweth Mediengruppe hatten zuvor in einem Brief an das VDZ-Präsidium und die Delegierten die Umstände des Wechsels an der Verbandsspitze kritisiert und von einer Entscheidung durch „Hinterzimmerbünde“ gesprochen. Ihr Vorstoß, die Abstimmung über einen neuen Präsidenten zu verschieben und zunächst die strategische Zukunftsausrichtung zu diskutieren, hatte allerdings keinen Erfolg. Aus dem Umfeld des Präsidiums wurde dies u.a. damit begründet, dass ein solches Vorgehen der Öffentlichkeit und den beim Publishers‘ Summit (ab Montag in Berlin) anwesenden Spitzenpolitikern nicht vermittelbar sei.

Daraus haben nun offenbar die Hamburger Kritiker ihre Konsequenzen gezogen. Das Präsidium dagegen hält an seinem Plan fest, die Delegierten über die Wahl von Holthoff-Pförtner abstimmen zu lassen. Dies geschehe – so die Argumentation der Befürworter – aus gutem Grund: Denn würde die Versammlung an diesem Sonntag keinen Nachfolger wählen, entstünde im Verband ein Machtvakuum. Hubert Burda, so wird kolportiert, sei partout nicht bereit, den Posten des VDZ-Chefs weiter zu bekleiden – auch nicht zeitweise, bis ein neuer Kandidat gefunden wäre. Warum der Wechsel nach zwanzigjähriger Amtszeit von Hubert Burda ohne längerfristige Ankündigung und breite interne Beteiligung erfolgte, ist indes weiter unklar. Von Seiten der Unterzeichner des Beschwerdebriefs war der VDZ-Führung bei der Personalie „Intransparenz“ attestiert worden. Die Verbands-Manager hingegen argumentierten, dass die Nominierung von Holthoff-Pförtner den Statuten entsprechend korrekt abgelaufen und der Funke-Manager bei der Abstimmung der Delegierten auch lediglich der vom VDZ vorgeschlagene Kandidat sei.

Ein Sprecher des VDZ bestätigt inzwischen gegenüber MEEDIA, dass Julia Jäkel, Rainer Esser sowie Thomas Hass ihre Teilnahme abgesagt hätten. Wie MEEDIA weiter aus Branchenkreisen erfuhr, soll dies bereits vor einigen Tagen erfolgt sein.

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