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Den Rubriken sei Dank: Axel Springers operativer Gewinn legt in ersten neun Monaten um fast sechs Prozent zu

Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner
Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

In den ersten neun Monaten des Jahres hat die Axel Springer SE ihren operativen Gewinn (EBITDA) um 5,8 Prozent auf 419 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz stagnierte mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 2,39 Mrd. Euro. Bereinigt um Sondereffekte wuchs der Umsatz organisch allerdings um 4,7 Prozent. Treiber des Wachstums sind vor allem die digitalen Rubrikenmärkte. Die Medien mühen sich, ihr Niveau zu halten.

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Springer betreibt mit Rubrikenportalen wie Immonet, Casamundo, StepStone oder SeLoger.com eine ganze Reihe von Kleinanzeigen-Angeboten im Netz und dieses Geschäft brummt. Das Segment steigerte den Umsatz um 17,8 Prozent auf 645 Mio. Euro. Alle drei Kategorien – Stellen, Immobilien und Generalisten/Sonstige – haben laut Springer zweistellige Zuwachsraten erreicht. Der operative Gewinn der Rubriken-Angebot (EBITDA) kletterte um satte 16 Prozent 261,4 Mio. Euro. Die EBITDA-Rendite liegt hier bei sagenhaften 40,5 Prozent. Früher waren die Rubrikenanzeigen fester Bestandteil des Erlös-Mixes der Tageszeitungen. Durch die Digitalisierung hat sich das Kleinanzeigen-Geschäft von den Trägermedien entkoppelt. Gut für Springer, bei den digitalen Anzeigen im Web so gut aufgestellt zu sein.

Die Medien tun sich derweil ein bisschen schwerer. Springer fasst Print- und Digitalmedien im Segment Bezahlangebote zusammen. Hier sind die Angebot der Welt- und Bild-Gruppe sowie auch die neuen reinen Digitalmedien Business Insider und Upday gebündelt. Bei den Medien wurde in den ersten neun Monaten ein Umsatzrückgang um 4,9 Prozent auf 1,08 Mrd. Euro verzeichnet. Schuld sei das Einbringen der Schweizer Aktivitäten in ein Joint-Venture mit Ringier. Das Schweiz-Geschäft fällt damit aus der Springer-Bilanz raus. Bereinigt um solche Konsolidierungs- und Währungseffekte blieben die Erlöse nahezu stabil mit einem Mini—Minus bei den Erlösen von 0,1 Prozent. Die Zahl der digitalen Abonnenten von Bild und Welt stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14,3 Prozent auf 414.272. Das ist zunächst einmal eine Erfolgsgeschichte – auch wenn hier natürlich einige stark rabattierte Abos enthalten sind. Premium-Kunden des Business-Netzwerks Xing erhalten ein digitales Welt-Abo beispielsweise gratis dazu. Aber solche Auflagen-Tricks waren auch schon in den guten alten Print-Tagen gang und gäbe.

Der operative Gewinn (EBITDA) der Bezahlangebote sank in den ersten neun Monaten von 151,9 auf 134 Mio. Euro. Als Grund gibt Springer Investitionen in Business Insider und Upday an, den Medien-Aggregator, der bei Samsung-Smartphones vorinstalliert ist. Die nationalen Bezahlangebote, also Bild und Welt, hätten ihren operativen Gewinn dagegen um 8 Prozent gesteigert. Die EBITDA-Rendite der Bezahlangebote betrug 12,5 Prozent nach 13,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Gute Zahlen insgesamt, die in einem gewissen Kontrast zur Stimmung zumindest bei der Welt-Gruppe stehen. Das von Stefan Aust dort orchestrierte Spar-Programm hat bei nicht wenigen Mitarbeitern für Frust und Irritationen gesorgt. Wie gut oder schlecht die Welt läuft, die, ebenso wie die Bild, jüngst wieder herbe Auflagenverluste bei den gedruckten Ausgaben hinnehmen musste, behält Springer lieber für sich. Nach wie vor dürfte die Bild dem Löwenanteil der Erlöse bei den Bezahlmedien beisteuern.

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Das Gesamt-Unternehmen Axel Springer steigerte die EBITDA-Rendite in den ersten neun Monaten von 16,7 Prozent auf 17,6 Prozent. Die bisherige Prognose für das Gesamtjahr wurde auf dieser Basis bestätigt. Der Vorstand erwartet einen Konzernumsatz etwa auf dem Niveau des Vorjahres sowie einen Anstieg des EBITDA im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Vorstandschef Mathias Döpfner äußerte sich bei einer Telefon-Konferenz zu den Quartalszahlen auch zur anstehenden Wahl in den USA: „Wir beobachten die Wahl im Amerika mit großer Sorge und hoffen auf ein Wahlergebnis das Stabilität und Sicherheit vermittelt. Das Szenario Trump kreiert dabei höchste Unsicherheit. Unser Geschäft wäre aber selbst in einem Worst-Case-Szenario nicht negativ betroffen. Journalistisch sind solche Szenarien hoch interessante Nachrichtenlagen und können sich positiv auf die Reichweiten auswirken.“ Aktuell erwirtschaftet Springer 15 Prozent des Umsatzes im englischsprachigen Ausland, derzeit noch mit einem deutlichen Fokus auf Groß-Britannien. Der US-Anteil des Umsatzes soll künftig aber deutlich steigen und damit auch der Anteil des englischsprachigen Umsatzes insgesamt. Döpfner: “Wachstum auf dem amerikanischen Markt ist eine unserer strategischen Prioritäten.”

Beeindruckend: Das Digitalgeschäft trug im Berichtszeitraum 67 Prozent zum Konzernumsatz, 72 Prozent zum Konzern-EBITDA und 85 Prozent zu den Werbeerlösen bei. Springer ist vermutlich der einzige deutsche (Ex-)Zeitungskonzern, der tatsächlich seine Druckmaschinen abschalten und trotzdem weiter profitabel arbeiten könnte.

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