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Reingezappt: der fast schon unheimliche Langzeit-Erfolg von „The Voice of Germany“

Die Chemie stimmt: aktuelles Coaching-Team bei "The Voice of Germany"

„The Voice of Germany“ ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte im deutschen TV. Mit der neuen Staffel wagte man bei Sat.1 sogar die Programmierung gegen den allmächtigen „Tatort“ am Sonntag – und hat damit Erfolg! Was macht die ungebrochene Anziehungskraft dieser Show aus?

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„The Voice of Germany“ war gestartet als authentisches, positives Gegenformat zu dem Casting-Klimbim, der sich „Deutschland sucht den Superstar“ nennt. Der Grund-Kniff der Show sind die Blind-Auditions, bei denen die prominenten Coaches nur den Gesang der potentiellen Kandidaten hören, weil sie mit dem Rücken zu ihnen sitzen. Außerdem hat die Show eine positive Grundhaltung – es treten nur Kandidaten auf, die wirklich singen können. Niemand wird verhöhnt oder fertiggemacht.

Jetzt hätte man vermuten können, das sich der Effekt in der nunmehr sechsten Staffel abgenutzt hat. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall – im Gegenteil. Die neue Staffel fährt fantastische Quoten ein, holte am vergangenen Sonntag sogar mehr junge Zuschauer als der „Tatort“. Das liegt auch daran, dass „the Voice“ neben den Blind-Auditions noch ein weiteres wichtiges Asset hat: die Coaches. Was zu Beginn des Formats nettes Beiwerk war – die Kabbeleien der Coaches untereinander – entwickelte sich im Laufe der Zeit zum tragenden Element für die Show. Das haben die Produzenten erkannt und betonen das Zusammenspiel der Coaches nun auch stärker. Die Dialoge zwischen ihnen nehmen mehr Raum ein, es gibt eigene Einspieler, den einzelnen Coaches werden geschickt bestimmte „Rollen“ zugewiesen.

Teilweise kann man auch den Eindruck bekommen, dass einzelne Kandidaten vor allem deshalb auftreten dürfen, weil sie eine interessante Interaktion mit einem der Coaches zu ermöglichen. Bei den Zwillingen, die sich als „größte Fans“ von Coach-Neuzugang Yvonne Catterfeld outeten war dies zum Beispiel der Fall. Das alles ist aber OK und steigert sogar den Unterhaltungswert der Sendung über die reinen Gesangsdarbietungen hinaus. Nur singen wäre über sechs Staffeln hinweg vermutlich tatsächlich zu wenig.

Die Produktion sollte nur nicht den Fehler machen, den ursprünglichen Kern der Show – die Musik – zu Gunsten von gescripteten Elementen zu sehr in den Hintergrund zurückzudrängen, wie das bei „DSDS“ geschehen ist. Bisher hat es aber den Eindruck, dass sie ProSiebenSat.1 wissen was für ein Schätzchen sie mit „The Voice“ haben und sorgsam damit umgehen. Das ist im TV-Geschäft längst nicht mehr selbstverständlich.

In der Rubrik Reingezappt nähern wir uns in loser Folge ganz und gar subjektiv und persönlich TV-Phänomen.

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