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VDZ-Showdown in der Hanse Lounge: Verlagschefs beraten in der Causa Burda-Nachfolge

Schauplatz der internen Querelen beim VDZ: die Hanse Lounge am Hamburger Rathaus
Schauplatz der internen Querelen beim VDZ: die Hanse Lounge am Hamburger Rathaus

Der Anlass ist heikel: der VDZ-Vorstand tagt seit Montagnachmittag in Hamburg, um über den Unmut diverser Zeitschriftenhäuser und VDZ-Mitglieder zu reden, die das Procedere bei der Kandidatenauswahl für die VDZ-Präsidentschaft moniert hatten. Am Ergebnis wird sich aber kaum etwas ändern: Funke-Manager Stephan Holthoff-Pförtner dürfte an die Stelle des scheidenden Präsidenten Hubert Burda treten.

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Hamburgs Kaufmannsleute lieben es diskret, wenn sie ihre Geschäfte einfädeln. Gerne treffen sie sich hierzu in der Hanse Lounge, einem kleinen elitären Club, der oberhalb der Alsterarkaden nahe dem feinen Jungfernstieg liegt – mit bestem Blick auf den Rathausmarkt und die Binnenalster.

Dass der Vorstand der Publikumszeitschriften des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) gerade diesen verschwiegenen und von außen schwer einsehbaren Ort heute für seine Sondersitzung ausgewählt hat, ist durchaus verständlich. Denn der Anlass ist heikel: Vorstand und Gremienmitglieder der Lobbyvereinigung haben sich hier um 16 Uhr zusammengetroffen, um über den Unmut einiger Mitglieder über die bevorstehende Wahl des scheidenden VDZ-Präsidenten Hubert Burda zu diskutieren.

Hierzu war es im Vorfeld zu einem öffentlichkeitsträchtigen Eklat gekommen. Denn die Verbandsspitze hat sich bereits auf den Funke-Manager Stephan Holthoff-Pförtner als Nachfolger für den scheidenden Verleger Hubert Burda festgelegt, ohne hier im Vorfeld die Chefs wichtiger großer Zeitschriftenhäuser einzubinden oder zumindest vorab zu informieren. In einem Brief monieren die Firmenspitzen der Hamburger Verlagshäuser Zeit, Gruner + Jahr und Spiegel sowie Christian Medweth als Verleger der Medweth- Mediengruppe (u.a. Madame, Jolie, Popcorn) daher das Vorgehen des Verbands. Wörtlich heißt es hierzu mit Blick auf die Nominierung von Holthoff-Pförtner: „Wir möchten Sie wissen lassen, dass dieser Vorschlag ohne Beteiligung vieler wichtiger Mitgliedsunternehmen des VDZ (…) und in einem für diese Mitglieder höchst intransparenten Procedere entstanden ist. Wir halten das für nicht angemessen für einen modernen Verband im Jahr 2016 und möchten Sie über das bisherige Verfahren informieren.“

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Das Fazit der Verfasser des Beschwerdebriefes fällt deshalb hart aus. „Eine sehr kleine Gruppe bestimmt, wer den VDZ repräsentiert; ein bedeutender Teil – nicht nur die Unterzeichner dieses Briefes – wird nicht informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt: Erinnert Sie das nicht auch an Hinterzimmerbünde, die so vielen Menschen die Freude an politischer Beteiligung genommen haben? Dass das Ganze durch die Gremien dann legitimiert wird, ist übrigens kein Widerspruch. Leider haben einige wenige den Verband und uns alle damit in eine äußerst unangenehme Lage gebracht. Wir halten es zunächst für nötig, diese Situation innerhalb des Verbandes transparent zu machen, um dann gemeinsam überlegen zu können, welche Lösungen sich finden lassen.“

In Branchenkreisen geht man davon aus, dass die Sondersitzung durchaus turbulent werden könnte. Denn unter der Veröffentlichung des Briefes leidet nicht nur die Wahl des neuen VDZ-Präsidenten. Auch das Image der Lobbyvereinigung ist in der öffentlichen Wahrnehmung in herbe Mitleidenschaft geraten, den der Brief der Verlagsspitzen ausgelöst hat. „Das war kein geschickter Schachzug“, sagt ein im Verband einflussreicher Verleger gegenüber MEEDIA. Dennoch: An dem Wahlergebnis wird sich wohl kaum etwas ändern: der Funke-Manager Stephan Holthoff-Pförtner dürfte am kommenden Wochenende zum neuen VDZ-Präsidenten gekürt werden.

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