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Schumacher gegen Bunte: Gericht lädt Vize-Chefin Tanja May zur Zeugenaussage

Berichterstattung über Michael Schumacher: Das “Weihnachtswunder” von Bunte-Vize Tanja May stellte sich als “unwahr” heraus
Berichterstattung über Michael Schumacher: Das "Weihnachtswunder" von Bunte-Vize Tanja May stellte sich als "unwahr" heraus

Bald ein Jahr ist es her, dass Bunte von einem "Weihnachtswunder" schrieb: Michael Schumacher könne wieder laufen. Stimmt nicht, sagen Schumachers Vertreter und klagen auf 100.000 Euro Schadenersatz. Für den heutigen Freitag wurde ein Urteil erwartet. Doch das kam nicht. Die Pressekammer des Landgerichts Hamburg braucht weitere Informationen. Die stellvertretende Bunte-Chefredakteurin Tanja May soll geladen werden.

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Schumacher beziehungsweise seine Anwälte klagen gegen Burdas People-Zeitschrift Bunte und fordern 100.000 Euro Schadenersatz. Es geht um die Weihnachtsausgabe der Bunten im vergangenen Dezember. Eine Exklusivmeldung, ein angebliches Weihnachtswunder: Michael Schumacher könne wieder gehen, titelte Bunte damals. Im Artikel führte das Blatt aus, Schumacher könnte zwar nicht selbstständig gehen, aber mithilfe der Therapeuten. Auf Seite 1 war davon nichts zu lesen.

Schumi-Managerin Sabine Kehm widersprach der Berichtersatttung via Bild-Zeitung. Bei einem ersten Gerichtstermin im September bekräftige Schumachers Anwalt Felix Damm das Dementi. Im Prozess vor dem Landgericht Hamburg geht es um den Wahrheitsgehalt einer Tatsachenbehauptung sowie die Sorgfaltspflicht der Journalistin und nicht – wie eigentlich üblich – um einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht Schumachers. Freilich stützt Damm seine Argumentation dennoch mit dem Schutz der Privatsphäre und einer höheren Gewichtung des Persönlichkeitsrechts im Vergleich zur Pressefreiheit – doch darum geht es erst in zweiter Linie.

Die Vorsitzende Richterin Simone Käfer machte beim ersten Verhandlungstermin im September ihre Neigung, der Schumacher-Seite zuzustimmen, bereits deutlich. Doch offensichtlich braucht die Kammer für ihr abschließendes Urteil noch weitere Informationen. Und so verkündete Käfer am Freitag einen Beweisbeschluss: Das Gericht will die für die Schumacher-Story zuständige Redakteurin, die stellvertretende Chefredakteurin Tanja May, laden. Von ihr will die Kammer mehr über die Quelle der Berichterstattung und ihre Authentizität erfahren. Bunte beruft sich auf einen nicht näher beschriebenen Informanten.

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Die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Quelle ist für das Gericht nicht einfach zu beantworten. So dürfte sich Bunte auf den Informantenschutz berufen und Fragen zur Identität des Informanten unbeantwortet lassen. Das Gericht dürfte auf die Art und Weise der Recherche Mays und auf den Inhalt des Informantengespräches abzielen, um die Lage besser beurteilen zu können.

Bunte wollte den Beweisbeschluss des Landgerichts Hamburg auf Nachfrage von MEEDIA nicht kommentieren. Einen Termin für die Aussage von Tanja May hat das Gericht am Freitag noch nicht genannt.

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