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Die neue ZDF-Mediathek im MEEDIA-Check: Mit dem Zweiten streamt man besser

Seit heute am Netz: Die neue ZDF-Hauptseite – ein Schritt in Richtung Netflix, Amazon Prime Video & Co.

Mit dem Zweiten streamt man seit heute besser: Das ZDF hat seine Mediathek und Website verschmolzen und einem Facelift unterzogen. Mit mehr Features, weniger Schnörkel – und dem Versprechen: „Alles zu deiner Zeit“. Wird es eingelöst? MEEDIA hat sich das neue Online-Angebot vom ZDF angesehen.

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Es wäre nicht weit hergeholt, wenn man sagt: Die neue Website vom ZDF zeigt klare Kante. Opulente Kachel-Optiken, Highlight-Reels, Sendungen und Serien – fein säuberlich sortiert in zwölf Rubriken: Das ist nicht nur konsequent und schick, sondern war auch bitter nötig. Vor 20 Jahren startete ZDF.online, seit 2002 gibt es die ZDF-Mediathek. Letzter Facelift: 2007, als der Begriff „Streaming“ wahrscheinlich noch mit Fensterputzen oder Beauty-OPs assoziiert wurde.

Nun, fast zehn Jahre später, macht das ZDF einen großen Schritt in Richtung Netflix, Amazon Prime Video & Co. und legt die Hauptseite und Mediathek zu einem zentralen Angebot zusammen. Was bedeutet das? Vor allem: Mehr Features, weniger Schnörkel und „Alles zu deiner Zeit“ – so das Versprechen der neuen Angebotspalette.

Und so präsentiert sich das eigentlich „Erste Deutsche Streaming“ auch wie seine großen Vorbilder: Wer die neue Mediathek und damit die ZDF-Hauptseite öffnet, sieht zunächst den Aufmacher im Highlight-Karussell. Wer weiter runterscrollt, bekommt Sendungen und Inhalte nach Themen präsentiert. Von „Neu in der Mediathek“ über „Nachrichten“ bis zu „Bestbewertet“ – insgesamt fährt die angenehm aufgeräumte Programmpalette mit zwölf Rubriken auf, die sich auch über das neue Menü ansteuern lassen.

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Das eigentliche Highlight des Relaunches wird aber – zumindest optisch – unter Wert verkauft, wurde es doch in die obere rechte Bildschirmecke verbannt: „Mein ZDF“, mit dem (angemeldete) Nutzer ihr persönliches Programm zusammenstellen können. Auch hier lassen Netflix & Co. grüßen: Neben einer Merkliste fährt das neue Feature auch mit persönlichen Empfehlungen auf, basierend auf bereits angesehenen Inhalten, Bewertungen und „Interessen“ (u.a. Comedy, Kultur, Krimi), die in den Konto-Einstellungen festgelegt werden können.

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Dass große Streaming-Anbieter wie Netflix hier als Blaupause gedient haben, steht außer Frage. Daher sei nur obligatorisch erwähnt, dass die neue Mediathek natürlich auch auf SmartTVs, Tablets, Smartphones – per Website oder App – abrufbar ist. Doch was hebt die ZDF-Mediathek nun von seinen Vorbildern ab? Um ehrlich zu sein: relativ wenig, bis auf die Live-TV-Funktion, die allerdings (praktisch!) mit Programmplaner daherkommt.

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Natürlich lassen sich „Bares für Rares“ oder „SOKO Leipzig“ auch hier werbefrei Komagucken (weil: öffentlich-rechtlich) – eine Download-Funktion steht nicht zur Verfügung – doch fehlt es dem Sender an exklusiven Inhalten. Immerhin: Die Sendungen sind eigentlich alles alte Kamellen, die bereits im TV ausgestrahlt wurden. Das soll sich allerdings ändern. Künftig will das ZDF öfter Sendungen online vorab ausstrahlen oder Inhalte-Pakete zusammenstellen.

So oder so: Mit dem Zweiten streamt man seit heute besser.

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