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Zeitungsverleger stellen sich gegen Kampagne “Save The Link”

Mit einer #Save the Link-Kampagne wenden sich EU-Parlamentarier gegen Günther Oettinger
Mit einer #Save the Link-Kampagne wenden sich EU-Parlamentarier gegen Günther Oettinger

Die Zeitungsverleger in Deutschland haben sich gegen die Kampagne "Save The Link" von Europa-Abgeordneten aus Deutschland gewandt. Die Parlamentarier aus verschiedenen Parteien werfen dem deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger vor, seine Pläne für ein europäisches Leistungsrecht bedrohten das Internet und die Freiheit, Inhalte im Netz zu verlinken. "Uns ist schleierhaft, aus welchem Grund diese Behauptungen aufgestellt werden", erklärte am Dienstag ein BDZV-Sprecher.

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Ein europäisches Verlegerrecht werde in keiner Weise die private Nutzung von Presseinhalten oder die Verlinkung von Artikeln in den sozialen Medien an Freunde und Familie beeinträchtigen, sagte der BDZV-Sprecher. “Die Presse erhält lediglich Rechte, die für die Film- und Musikbranche schon lange gelten.”

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An der Kampagne “Save The Link” für die Absicherung des Rechtes auf die freie Verlinkung von Inhalten im Internet beteiligen sich unter anderen die Europa-Abgeordneten Julia Reda (Piratenpartei), Martina Michels (Die Linke), Dietmar Köster (SPD), Helga Trüpel (Grüne) und Alexander Lambsdorff (FDP).

Oettinger hatte sich in den vergangenen Wochen für ein Leistungsschutzrecht auf europäischer Ebene stark gemacht. Sein Entwurf sieht vor, dass Verlage ein Recht an Texten bekommen. Das könnte zu Geldforderungen an Internetkonzerne wie Google, Apple oder Facebook führen, wenn sie auf Inhalte der Verlage verlinken und dabei kleine Textausschnitte zeigen – etwa bei einem Dienst wie Google News. Oettinger betonte, für private Nutzer werde sich nichts ändern – anders als von den Kritikern behauptet. Die Pläne müssen noch vom EU-Parlament und den Mitgliedstaaten abgesegnet werden.

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Alle Kommentare

  1. “an Freunde und Familie beeinträchtigen”
    Also nur in Private Messages und Emails an Freunde und Familie.

    Wenn man bei Twitter also ÖFFENTLICH weltweit oder hier etwas verlinkt hingegen soll wohl Geld fällig werden.

    Alle Foren schliessen oder müssen die Links abstellen. Denn man weiss ja nicht, welche Medien und welche Blogger oder welche Internet-Shops bei der Verwertungs-Gesellschaft mitmachen. Das ändert sich ja auch immer wieder.
    Auch Twitter muss dann EU-weit schliessen oder keine Links mehr erlauben.

    Aber die Zeitungs-Verleger sind für hunderte Jobs und viele Kredite verantwortlich und haben uns schon erfolgreich vor der neuen Markt-Blase, dem Aufkommen der AfD oder der Schill-Partei, der Immobilien-Lehmann-Banking-Krise inclusive Abwrack-Prämie infomiert.
    Die Heldenleistung der deuten Mainstream-System-Presse war aber, als sie gleich bei der ersten Gesetzes-Verlesung im Bundestag darauf hingewiesen haben, das die Mietpreisbremse von der Mietmafia durch möblierte Wohnungen umgangen werden kann… Oder auch das die Praxis-Pauschale nach ein paar Jahren wieder abgeschafft wird… Oder das man erst einen Termin beim Hausarzt (also oft erst im nächsten Quartal) und dann erst einen Termin beim Fach-Arzt (also oft auch erst noch ein Quartal später) bekommt wohingegen Politiker wohl gerne Privat-Versichert sind und das gar nicht mitbekommen.
    google-news: facharzttermin monate warten
    http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/zwei-klassen-versorgung-schwerkranker-kassenpatient-sollte-drei-jahre-auf-einen-diagnostischen-arzttermin-warten-20160909201619

    Davor hat uns die Leistungs-Qualitäts-Presse natürlich vorausschauend immer im Voraus gewarnt.
    “Niemand will eine Mauer bauen”
    “Die Rente ist sicher” (wohl seine Pension war gemeint)
    “Der rot-grüne neue Markt sichert Eure Renten”
    “Es gibt keine Immobilien-Krise”
    “Die deutschen DAX-Konzene sind gesund. Keiner braucht eine Abwrack-Prämie und falls doch, wird sie aus den Bonis ans Volk zurückgezahlt.”
    “Ich habe niemals plagiiert”
    usw.

    Politiker freuen sich schon, das es bald keine Links mehr gibt und Foren-Kommentare oder kritische Amazon-Bewertungen oder alte peinliche Geschichten über Politiker nicht mehr verlinkt werden, weil es zu teuer werden könnte.

    Soweit ich das sehe, ist bei Google News&Weather-App und auch bei Google-News auf der Webseite gar keine Werbung eingebaut. Leider ist die Qualität inzwischen gesunken und wie immer findet man ältere Artikel zu aktuellen Themen damit fast nicht mehr auf.

    Save the Link hat m.E. Recht. Wer peinliche Politiker- und Boni-Manager-Geschichten oder Wahlergebnisse verlinkt, soll bald vermutlich teuer bezahlen…

    Aber die Verleger haben sicher Recht. Dank denen gibts in München, Hamburg und Berlin bezahlbaren Lebensraum für jeden Arbeiter und wir haben alle ein gutes Auskommen und die Rente ist sicher und uns geht es jedes Jahr besser…
    Denn die Presse und ihre Kontrollfunktion bereinigt Nieten und Parasiten und lässt sie (wie beim Fußball nach vier verlorenen Spielen) rauswerfen und ihre Schuld auf ewig abbezahlen.

    Die Smart-E-Autos werden Millionen Jobs kosten und Erdöl-Staaten pleite gehen. Die Wirtschaftspresse hingegen spekuliert lieber Apples Quartalszahlen oder neue Produkte.

    1. @Die Verleger haben sicher Recht

      Neues aus der Anstalt? Selten so wie über diesen witzigen Komiker-Kommentar vom Leistungs-Qualitäts-Patienten gelacht.

  2. Der Vergleich mit Video und Musik hinkt gewaltig. Das geschriebene Wort ist nun mal die Basis aller Kommunikation der modernen Informationsgesellschaft, nicht nur im Internet. Da können schon andere Regeln gelten.

    Und mal ganz davon abgesehen, wie kommen die den drauf, dass die bestehenden Regeln für Musik und Video so super wären? Man muss ja nicht jeden Unsinn nachmachen.

    Und als dritten Punkt möchte ich noch anmerken, dass nicht „die Verleger“ ein europäisches LSR wollen. Es gibt mehr als genug Verlage (groß und klein), die da nichts von halten.

  3. Mir konnte leider noch keiner erklären, warum das nötig ist.
    Wenn ich meine Inhalte nicht bei google haben möchte, schreibe ich das in die Robots.txt.
    Wenn ich mein Bild nicht auf Facebook haben möchte, dann schreibe ich das in die Metadaten.
    Wenn einer trotzdem meine Inhalte klaut, gibt es das Urheberrecht und eine Abmahnung.

    1. Man möchte Google verpflichten, die Textausschnitte auch dann weiter zu bringen, wenn die Verlage dafür Geld verlangen.

      Im Prinzip nichts weiter als ein Eingriff in die Vertragsfreiheit durch die Rechteinhaber Lobby, aber ein sehr unverschämter, denn man kann ein Unternehmen nicht einerseits zwingen, Urheberrechte zu bezahlen, es ihm aber gleichzeitig verbieten, dies verlangende Verlage nicht zu listen. Aber genau das möchte man. Der Versuch ist auf nationaler Ebene in vor Gericht gescheitert. Nun versucht man es über die EU.

    2. …das ist ja das Problem: Wenn in der robots.txt steht, dass Google die Texte nicht indexieren darf, dann erscheinen sie auch nicht in den Suchergebnissen. Die Zeitung, die so was macht, versinkt irgendwann in der Unbekanntheit.

      Solche Dienste nimmt man also gerne in Anspruch, aber wenn nur die kleinste Möglichkeit besteht, dafür auch noch Geld zu verlangen… Umgekehrt dagegen: wenn Google für die Aufnahme dieser (eigentlich für den Urheber werbenden) Snippets Geld verlangen würde, dann wäre das Geschrei riesig!

  4. Hallo, Ausbeuter!

    Immer wieder polemisieren selbsternannte “Netzaktivisten” darüber, dass sie nicht mehr teuer hergestellte Texte und Fotos von enormer Länge und Qualität kostenlos abzapfen dürfen. Dass sie – via Link geklaute – kreative Leistungen nicht mehr an andere “User” weiter verschenken können.

    Diese Content-Diebe sägen politisch an dem Ast, auf dem wir Autoren und Kameraleute sitzen. Sie ruinieren aus geiler Gier einen der schönsten und wichtigsten schöpferischen Berufe der Zivilgesellschaft. “Schwarzfahrer im Internet” seid ihr!

    Zugleich wundert Ihr Euch, dass immer mehr Qualitätsmedien pleite machen, dass entlassene, gute “freie” Journalisten für ein Hilfsarbeiter-Gehalt “Zeilen schrubben” müssen. um finanziell zu überleben. Eine gerechte Alternative wäre, dass jeder Netz-Account-Besitzer für Texte und Fotos monatlich pauschal bezahlen müsste. Doch das geht politisch leider nicht mehr.

    Denn Ihr wollt Euch ja lieber den “kostenlosen” Content von kommerzieller Werbung finanzieren lassen – die Ihr dann auch noch dann mit einem diebischen Adblocker abwürgen wollt. Dahinter steckt die Mentalität medialer Ladendiebe, gegen die Oettinger vorgehen will. Endlich!

    Der Mann kann zwar kein Hochdeutsch, aber er hat Macht – und er hat recht.

    1. Naja, in der heutigen Zeit verdienen nur Autoren nichts, die noch mit Methoden von 1990 arbeiten. Ob Autoren jemals Leistungsgerecht bezahlt worden sind, möchte ich ohnehin bezweifeln. Google mal drüber nach, wie viel Euro ein Autor vom Verlag pro verkauftes Buch erhält. Dann reden wir noch einmal davon, dass Verlage die armen sind.

      Es gibt genug Möglichkeiten seinen Content zu monetarisieren ohne dass der Gesetzgeber ein Gesetz schafft, dass der Anwaltslobby noch mehr Möglichkeiten gibt, Abmahnungen zu versenden.

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