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Medienvielfaltsmonitor: ARD und Bertelsmann behalten die größte „Meinungsmacht“, ProSiebenSat.1 verliert deutlich

Die Landesmedienanstalten haben die neueste Ausgabe ihrer halbjährlichen Zahlenspielerei „Medienvielfaltsmonitor“ veröffentlicht. Durch das Zusammenmischen zahlreicher Nutzerzahlen aus TV, Radio, Print und Web soll er aufzeigen, welche Medienhäuser in Deutschland die größte „Meinungsmacht“ haben. Die ARD führt weiterhin unangefochten, die größten Verluste hat diesmal ProSiebenSat.1 zu verzeichnen.

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Für die Studie bzw. Spielerei betreiben die Landesmedienanstalten zweimal pro Jahr einigen Aufwand. Zunächst lassen sie von TNS Infratest ermitteln, welche Mediengattungen von den Menschen „informierend“ genutzt werden – und wie sehr sie zur Meinungsbildung der Bevölkerung beitragen. Hier kommt das Fernsehen auf 35,7%, das Internet auf 22,3%, Tageszeitungen auf 20,7%, Radio auf 18,7% und Zeitschriften auf 2,6%.

Während das Internet in den vergangenen fünf Jahren von 16,5% auf 22,3% gewachsen ist, sind die Anteile insbesondere des Fernsehens von 40,3% auf 35,7% geschrumpft. Tageszeitungen blieben in den fünf Jahren hingegen relativ stabil – ihr Anteil schrumpfte nur von 21,6% auf nun 20,7%.

Als nächstes werden die Zahlen der TV- und Radiosender, der Zeitungen, Zeitschriften, Websites und Apps auf die entsprechenden Medienkonzerne aufgeteilt. Hier kommen die Daten der GfK/AGF (TV), der ma (Print und Radio), sowie von Nielsen (Internet) ins Spiel. Natürlich hat die Methodik einige Schwächen. So wird im ersten Schritt zwar auf die Meinungsbildung Wert gelegt, beim zweiten werden aber z.B. relativ stumpf die Marktanteile der TV-Sender verwendet – auch wenn die meisten Privatsender mittlerweile so wenige echte Informationsprogramme zeigen, dass sie zur tatsächlichen Meinungsbildung kaum beitragen. Dennoch: eine interessante Zahlenspielerei ist die Auswertung der Landesmedienanstalten trotzdem – wenn auch eher als Studie zur Mediennutzung als zur Meinungsmacht.

Das Ranking der Konzerne und Anstalten führt nach wie vor die ARD an. Mit ihren zahlreichen TV- und Radiosendern erreicht sie einen Anteil an der Meinungsmacht bzw. an der Mediennutzung von 21,8%. Dahinter folgt Bertelsmann (RTL, Gruner+Jahr, etc.) mit 12,1%. Auf Platz 3 und 4 überholten Springer und das ZDF mit 7,9% und 7,8% ProSiebenSat.1. ProSiebenSat.1 ist gleichzeitig der größte Verlierer gegenüber dem zweiten Halbjahr 2015: Damals kam der Konzern noch auf 8,3%, diesmal also nur noch auf 7,6%. Die deutlichsten Gewinne verzeichnete im ersten Halbjahr 2016 hingegen das ZDF (+0,4).

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Schaut man etwas weiter zurück, so ging es eher für die großen Drei bergab. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 verloren ARD, Bertelsmann und Springer jeweils zwischen 0,8 und 1,2 Prozentpunkten. AM deutlichsten nach oben ging es in diesem 3-Jahres-Zeitraum für das ZDF (+0,6), Burda (+0,5) und Funke (+0,4).

Bei den Einzelmedien erzielt laut der Landesmedienanstalten übrigens der TV-Sender ZDF den größten Anteil am Meinungsmarkt: Mit 4,8% führt er vor dem Ersten (4,4%), der gedruckten Bild-Zeitung (4,3%) und RTL (3,6%).

Alle Zahlen gibt es auf medienkonvergenzmonitor.de.

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